DS 4 Crossback: Ein Kompakter mit französischem Charme

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
DS 4 Crossback
Foto: Citroen

Köln. Französische Raffinesse. Nicht immer praktisch, aber irgendwie besonders und deshalb anziehend. Kein Wunder, dass der Citroen DS 4 Crossback ebenso viele anerkennende wie erstaunte Blicke auf sich lenkt. Denn so unbekannt vielen die Edelmarke Citroens noch ist, so gekonnt setzt sie das Kompaktmodell in Szene.

Anfangs wurden die DS-Modelle als Varianten der Citroen-Modellpalette angeboten. Seit zwei Jahren agiert DS als eigenständige Marke innerhalb des Autokonzerns. Der neue Markenname DS versteht sich als Hommage an den als Ikone der Automobilgeschichte geltenden Citroen DS, der zwischen Oktober 1955 und April 1975 produziert wurde. Schwarz beplankte Radhäusern, dunkel eingefärbte Felgen und Dachreling sowie drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit genügen, um der Karosserie des Jetztzeit-DS 4 das zu geben, was einen Jogger von einem Marathonläufer unterscheidet.

Der 4,30 Meter lange Wagen wirkt deutlich muskulöser und präsenter als seine Serien-Geschwister. Zudem geben Details wie die dynamischen Linien in der Seitenansicht, 42 Leuchtdioden in den LED-Lichtern des Abblendlichtes (inklusive Kurvenlicht/1390 Euro) oder das chromgezierte Band um die schmalen, nach hinten spitz zulaufenden Fenster dem Viertürer auch etwas Elegantes. Der geräumige Innenraum ist chic, sehr schick. Viertürer? Ja, tatsächlich haben die Designer die Türgriffe so geschickt ins obere Eck der hinteren Tür integriert, das sie zunächst nicht auffallen.

Geöffnet irritiert ein wenig das spitze Dreieck, das am Türrahmen aufgrund der Fenstergestaltung stehen bleibt. Wirklich störend ist das jedoch nicht. Da ist die schmal geschnittene Türöffnung schon eher hinderlich. Im Innenraum angekommen können sich vier Erwachsene über ausreichend Knie-, Kopf- und Ellbogenfreiheit freuen. Dazu schafft die weit nach oben gezogene Windschutzscheibe sowie die schmalen A-Säulen eine lichtdurchflutete Atmosphäre wie in einer Raumkapsel. Das Maß an Sonneneinstrahlung lässt sich durch die nach unten verschiebbaren und herausklappbaren Sonnenblenden je nach Vorliebe variieren. Raffiniert kann ebenso praktisch sein. Praktisch gedacht sind ebenfalls die gefalteten Kopfstützen, um den Abstand zum Hinterhaupt zu variieren. Doch leider sind sie so weit nach vorne gezogen, dass wohl nur Personen mit Rundrücken oder arg schlechter Körperhaltung Genuss daran finden.

Für ein französisches Modell überraschend gut ist indessen die angenehm straffe und gleichermaßen bequeme Polsterung der stoff- und lederbezogenen sowie elektrisch in allen Richtungen verstellbaren Sitze (890 Euro). Die Seitenwangen geben guten Halt. Die Beinauflage ist so lang, dass selbst größer gewachsene Personen eine gute Unterstützung haben. Dazu kommen leicht erreichbare Tasten für die Sitzheizung oder die Massagefunktion (200 Euro). Sechs Tasten plus drei Drehknöpfe unterhalb des Sieben-Zoll-großen Touchscreens genügen, um von Radio bis Navigation alles zu bedienen. Diese Funktionen haben sich schnell erklärt. Leider sind aber die Tastenfelder auf dem Bildschirm relativ klein. Damit fällt es während der Fahrt schwerer Eingaben zu machen.

Sehr hilfreich indessen sind die Schuko-Steckdose in der Mittelkonsole (100 Euro) sowie die zahlreichen Ablagefächer inklusive für große Wasserflaschen geeignete Türablagen. Der Kofferraum fällt mit 385 Litern ausreichend groß für mehrere Koffer und Taschen aus. Allerdings müssen die über eine fast hüfthohe Ladekante gewuchtet werden. Der DS 4 Crossback ist eben doch eine Limousine und kein SUV. Mit Hilfe des stärksten Diesel, einem 180 PS starken Vierzylinder, wird der DS zu einem recht agilen und munteren Fortbewegungsmittel. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt bei 2000 Umdrehungen an. Dies ermöglicht nicht nur einen kräftigen Antritt, sondern ebenso reichlich Durchzugsvermögen bei höheren Geschwindigkeiten.

Aus dem Stand dauert es 9,3 Sekunden bis die Tachonadel die 100er-Marke erreicht hat (Werksangaben). Bei Tempo 217 ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Die Schaltvorgänge der Sechsgang-Automatik spürt man erst, wenn bei schnellerer Gangart noch mehr Leistung etwa für Überholvorgänge oder an Steigungen verlangt wird. In diesen Momenten knurrt das Triebwerk etwas auf. Ansonsten hält es sich vornehm mit Arbeitsgeräuschen zurück. Ganz so zurückhaltend wie Citroen den Normverbrauch (4,4 Liter) angibt, ist der DS 4 Crossback zwar nicht. Aber wenn nach so manch zügiger Autobahnfahrt und viel Stadtverkehr (Start-Stopp-Automatik inklusive) knapp zwei Liter mehr am Bordcomputer abzulesen sind, geht das noch in Ordnung.

Die französischen Fahrwerks-Techniker haben mit ihrer Auslegung von Federn und Dämpfern für ein tendenziell eher komfortables als straffes Fahrverhalten gesorgt. Der Crossback ist jederzeit gut beherrschbar. Erst bei Kurvenfahrten mit höheren Geschwindigkeiten wird der Fronttriebler auf der Hinterachse etwas leicht. Die umfangreiche Serienausstattung unterstützt den Wohlfühlfaktor an Bord. Klimaanlage, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Einparkhilfe, Radio-CD-Anlage mit Lenkradfernbedienung, Klimaanlage, Tempomat oder Toter-Winkel-Assistent sind bereits ab Werk mit an Bord (Basispreis: 31.990 Euro/Testwagenpreis: 37.640 Euro).

Gönnt man sich dann noch das so genannte DSire-Paket (2.990 Euro) bleiben im Rückfahrkamera, Navigationssystem, Regen- und Lichtsensor sowie schlüssellosem Zugang kaum mehr Wünsche offen. Von der französischen Raffinesse ganz zu schweigen.

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