Die dritte Generation des Porsche Cayenne: Start ohne Diesel

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Porsche Cayenne
Dritte Generation: Der neue Cayenne ist ab 74.828 Euro erhältlich.

Stuttgart. Vorerst ohne Diesel, dafür aber mit leistungsstärkeren Benzinern und in naher Zukunft auch als Plug-in-Hybrid-Versionen - so schickt Porsche die dritte Generation des Cayenne an den Start. Der erfolgt bei den Händlern im Dezember und das zu einem Einstiegspreis von 74.828 Euro.

Mehr als 760.000 Einheiten des großen SUV hat Porsche seit der Markteinführung im Jahr 2002 verkauft. Den größten Anteil daran trägt die zweite, 2009 eingeführte Generation mit etwa 500.000 verkauften Fahrzeugen. Porsche-Chef Oliver Blume ist überzeugt, diesen Erfolgsweg mit dem optisch leicht, technisch aber in vielen Punkten deutlich veränderten Cayenne fortsetzen zu können.

In der Länge misst der Cayenne nun 4,92 Meter, was einem Plus von sechs Zentimetern entspricht. Der Radstand beträgt unverändert 2,90 Meter. Anders dagegen die Höhe, die um knapp einen Zentimeter niedriger ausfällt und die Breite, die mit 1,98 Meter (ohne Spiegel) um etwa fünf Zentimeter zulegt.

Diese Änderungen der Proportionen wirken auf den ersten Blick zwar nicht gravierend. Doch im Zusammenspiel mit der nach hinten abfallenden Dachlinie, der leicht nach vorn geneigten C-Säule, den großen und kraftvoll herausgearbeiteten Radhäusern (bis zu 21-Zoll-Räder sind möglich/19-Zoll Serie) und den nach wie vor weich gezeichneten Flanken hat der Cayenne noch eine Spur mehr Präsenz bekommen. Dazu tragen zudem die nochmals vergrößerten Lufteinlässe in der Front sowie das durchgezogene Leuchtenband am Heck bei. Blume bietet die Optik nun „noch mehr Porsche und noch mehr Cayenne“.

Wie im vergangenen Jahr im Panamera, zieht nun ebenso im Cayenne das Porsche Advance Cockpit ein. Dabei dominiert ein 12,3 Zoll großer Full-HD-Touchscreen, der mittig im Armaturenträger liegt und über den sich viele Funktionen anwählen lassen. Die Mittelkonsole wird beherrscht von einer Touch-Oberfläche in Glasoptik über die sich Fahrzeugfunktionen sowie Klimaanlage steuern lassen. Die Anordnung der Instrumente erfolgt nach wie vor im klassischen Porschestil mit dem analogen Drehzahlmesser in der Mitte. Rechts und links davon liegen zwei Sieben-Zoll-HD-Displays, die alle wichtigen Fahrdaten anzeigen.

Überhaupt besitzt der Fahrer wie gehabt einen guten Überblick auf alle Anzeigen und darf sich über bequeme Sitze freuen. Der Platz im Fond ist unverändert gut. Einbußen in der Kopffreiheit aufgrund des etwas nach unten verlagerten Dachs sind nicht erkennbar. Dafür aber ist das Volumen des Ladeabteils um satte 100 auf jetzt 770 Liter gewachsen. Bei umgeklappten hinteren Rückenlehnen sind es sogar 1710 Liter. Da passen dann bei Bedarf schon eine Menge Kataloge oder große Musterstücke hinein, die man dem Kunden zeigen möchte.


Den Weg dorthin kann man vorerst allerdings ausschließlich mit einem Benziner antreten. Denn zum Marktstart wird der Cayenne entweder mit dem 340 PS starken Dreiliter-Sechszylinder-Turbo (340 PS/450 Newtonmeter/Nm) oder in der S-Variante mit einem V6-2,9-Liter-Biturbo-Triebwerk (440 PS/550 Nm/91.964 Euro) angetrieben. Damit haben die Techniker die Leistung der Motoren um 40 PS, beziehungsweise 20 PS bei S-Version gesteigert.

Die Übertragung der Kraft erfolgt generell über eine neue Achtgang-Tiptronic mit kürzeren Schaltzeiten und sportlicheren Übersetzungen in den unteren Gängen sowie einer lang ausgelegten achten Fahrstufe. So sollen Performance wie Verbrauch optimiert werden. Dazu trägt ebenso die Gewichtseinsparung von bis zu 65 Kilogramm bei. Außenhaut, Vorderwagen, Bodengruppe und fast alle Fahrwerkskomponenten bestehen aus Aluminium. Allein zehn Kilogramm Gewichtseinsparung bringt die Lithium-Eisen-Polymer-Starterbatterie.

Neu im Angebot sind eine Hinterachslenkung, eine Wankstabilisierung, die aufgrund eines 48-Volt-Systems extrem schnelle Reaktionszeiten ermöglicht sowie als Weltpremiere ein Hochleistungsbremssystem mit einer Graugussscheibe samt Wolframcarbid-Beschichtung. Die erhöht nach Aussage der Techniker die Reibwerte, gleichwohl würden Verschleiß und Bremsstaub reduziert. Zu haben ist das System aber nur in Verbindung mit 20-Zoll-Rädern.

Nicht zu haben sind vorläufig zumindest Diesel-Motoren. Und das, obwohl gerade in Deutschland der Anteil der Selbstzünder beim Cayenne mehr als 80 Prozent beträgt. Global gesehen jedoch spielt der Diesel bei dem SUV eine eher untergeordnete Rolle, erläutert Porsche-Chef Oliver Blume und betont, dass vor allem das Thema Plug-in-Hybrid bei den Kunden bestens ankomme. Die Auftragseingänge für Panamera zeige dies.

Für diese Baureihe gibt es bekanntlich inzwischen ebenfalls keinen Dieselantrieb mehr. Ausschließen will Blume allerdings nicht, dass es in Zukunft wieder einen Diesel für den Cayenne geben könnte: „Die finale Entscheidung ist noch nicht gefallen.“ Auf alle Fälle biete der Motorraum alle Möglichkeiten, sowohl Selbstzünder als auch die beiden aus dem Panamera bekannten Plug-in-Versionen unterzubringen. „Wir sind auf alles vorbereitet“, so der Porsche-Chef, absolut sicher aber sei, dass Porsche keinen eigenen Diesel entwickeln werde.

Damit liegt auf der Hand, dass man in Stuttgart mit Argusaugen die Arbeit der Kollegen in Ingolstadt beobachtet. Schließlich kamen die bisher eingesetzten Dieselmotoren in Porsche-Modellen allesamt von Audi, wurden bei Porsche lediglich auf Performance getrimmt. Und der Dreiliter-Selbstzünder hatte bekanntlich dazu geführt, dass Porsche in den Sog des Diesel-Skandals gezogen wurde. Wolfgang Schäffer


Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert