München - Die Crux mit dem Kanister

Die Crux mit dem Kanister

Von: amv
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Benzinkanister, Benzin, Tanstelle
Beim Transport von Sprit in Kanistern müssen Regeln beachtet werden. Foto: dpa

München. Viele Autofahrer möchten nicht auf einen Reservekanister verzichten. Manche gar nehmen gleich mehrere mit, etwa um einen günstigen Preis an der Zapfsäule zu nutzen. „Doch der Sprittransport im Kofferraum hat seine Tücken“, warnt Jürgen Wolz von TÜV Süd in München.

Und: „Bei einem Trip über die Grenzen zum Tanken sollte man die Steuerregeln beachten“.

Reservekanister stammen aus einer Zeit als das Tankstellennetz noch dünn, die Kraftstoffanzeigen im Auto eher vage waren. Derzeit rund 14.500 Stationen gibt es bundesweit. Angst liegen zu bleiben muss da wohl niemand haben. Gleichwohl erfreuen sich die zusätzlichen Spritbehälter offenkundig großer Beliebtheit. In Privatfahrzeugen darf man in Deutschland unter gefahrgutrechtlichen Aspekten maximal 60 Liter je Kanister mit sich führen. „Aber aus Sicherheitsgründen sollte man nicht mehr als zehn Liter mitnehmen, weit entfernt von den Insassen, also am besten im Kofferraum, und stets gesichert“, weiß Wolz.

Jeder Reservebehälter muss der DIN-Norm 7274 oder 16904 entsprechen und somit geeignet sein. „Das bedeutet, er muss dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein“, verdeutlicht der TÜV Süd-Fachmann. Der Transport von Kraftstoffen zum Beispiel in Wasserkanistern oder Waschmittelflaschen ist extrem gefährlich und deshalb verboten. Bei Verstößen droht ein Bußgeld. Außerdem dürfen Kunststoffkanister nicht älter als fünf Jahre sein. Der Grund: mit der Zeit werden sie spröde. Eine aufgedruckte Kunststoffuhr auf den Behältern verrät das Herstellungsdatum. Für Stahlblechkanister gibt es keine gesetzliche Altersgrenze.

„Unerlässlich ist die richtige Sicherung des Kanisters im Kofferraum, zum Beispiel mit einem Spanngurt, damit der Behälter nicht herumgeschleudert und beschädigt werden kann“, legt der TÜV Süd-Fachmann Kanisterliebhabern ans Herz. Ratsam ist es zudem, den Vorratsbehälter eindeutig zu beschriften und den Kraftstoff regelmäßig auszutauschen.

Besonders aufpassen sollte man, wenn man Treibstoff im Ausland kaufen und diesen im Kanister nach Deutschland importieren möchte. In manchen EU-Ländern sind Reservekanister verboten, etwa in Luxemburg. Das interessiert aber erfahrungsgemäß selten Tankstellenpächter oder Polizei im Großherzogtum. Der Zoll allerdings postiert sich schon mal gerne auf den Hauptrouten Richtung Deutschland. „Zumeist schwankt die erlaubte Kanistergröße zwischen zehn und 15 Litern“, skizziert Wolz den Rahmen der Reserve. „Es gibt zudem noch Regelungen, die man bei der Ein- und Ausreise beachten sollte, etwa auf Fähren“, erinnert der TÜV Süd-Fachmann. Vor Reiseantritt sollte man sich daher bei der Reederei erkundigen.

Zollgrenzen für Kraftstoff bestehen innerhalb der EU keine mehr. „Bei der Einfuhr von mehr als 20 Litern nach Deutschland muss aber Mineralölsteuer entrichtet werden“, erinnert Wolz. Reservekraftstoff in Kanistern muss bei der Einreise in oder der Ausreise aus Staaten, die nicht Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind, verzollt werden.

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