Der VW Polo GTI 1,8 ist ein rasanter Zwerg

Von: amv
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VW Polo GTI
Der VW Polo GTI auf der Motorshow „Mondial de l'Automobile“ in Paris. Foto: dpa/Daniel Karmann

Wolfsburg. Klein, leicht und mächtig Dampf unter der Motorhaube. In der GTI-Version wird der Volkswagen Polo zu einem richtigen und noch dazu gut aussehenden Kracher. Mit knapp vier Metern Gesamtlänge gleicht der aktuelle Polo in den Abmessungen dem Ur-GTI, dem ersten Golf mit diesem Kürzel im Namen.

Auch der hob sich von seinen Serienbrüdern durch besondere Merkmale ab. Vor allem die karierten Polsterbezüge sind legendär. Und die gibt es noch immer. Im Golf. Aber mittlerweile ebenfalls im Polo. Dazu kommen rote Bremssättel, rote Zierstreifen und Doppelauspuff, Sportsitze sowie schwarzer Dachhimmel, ein unten abgeflachtes Lenkrad und die Alu-Pedale, alles eindeutige Hinweise, dass der Polo bereit ist, die GTI-Tradition in der Klasse unter dem Golf würdig zu vertreten.

Das Verhältnis von Gewicht und Leistung des Ur-GTI hat allerdings nicht mehr Bestand. Haben beim Golf einst 110 PS bei 810 Kilo Leergewicht ausgereicht, um Begeisterung auszulösen, so bringt der Power-Polo knapp 1,3 Tonnen auf die Waage. Andererseits verfügt er über üppige 192 Pferdestärken. Und die machen vom ersten Moment an Spaß. Das Doppelkupplungsgetriebe (1475 Euro Aufpreis) senkt zwar das maximale Drehmoment des 1,8-Liter-Benziners auf 250 Newtonmetern (Nm), mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe sind es 320 Nm.

Doch Verzicht muss deshalb niemand üben. Die Leistung des Direkteinspritzers samt Turboaufladung steht bereits bei 1300 Umdrehungen zur Verfügung und bleibt dort bis 5400 Touren. Da braucht man das Gaspedal eigentlich nur zu streicheln und schon läuft man im normalen Stadtverkehr Gefahr, das Tempolimit zu missachten. In 6,7 Sekunden ist die Tempo-100-Marke erreicht (Werksangaben). Noch interessanter sind die 5,5 Sekunden von 80 auf 120 Kilometer pro Stunde.

So mancher Mittelklassewagen-Fahrer schaut etwas überrascht, wenn solch ein Kleinwagen scheinbar mühelos lossprintet. Wenn es sein soll, bis Tempo 236. Entsprechend der üppigen Leistung ist die Bremsanlage ausgelegt. Geradezu bissig wird die Geschwindigkeit bei Bedarf reduziert. Das im Verhältnis zu den anderen Polo-Geschwistern um 15 Millimeter tiefer gelegte Sportfahrwerk sowie eine elektronischen Differenzialsperre (wirkt Untersteuern entgegen) sorgen für ein sportliches Fahrverhalten.

Kurvenreiche Landstraßen sind für und mit dem GTI-Polo eine wahre Freude. Noch etwas dynamischer wird es, wenn das „Sport Select Fahrwerk“ (285 Euro) mit an Bord ist. Dann lässt sich per Tastendruck der „Sport“ -Modus aktivieren: Dämpfer und die elektromechanische Lenkung straffen sich, das Gaspedal reagiert noch subtiler, der Klang des Motors wird dank eines sogenannten Soundaktors etwas ruppiger. Die Arbeitsgeräusche sind auch im Normalmodus nicht ganz zurückhaltend, aber immer noch im verträglichen Bereich. Beim Verbrauch muss man allerdings schon etwas die Augen zudrücken, beziehungsweise den sportlichen GTI-Charakter in den Vordergrund rücken.

Unter acht Litern im Durchschnitt lässt sich der Polo nur unter größter Kasteiung fahren. Laut Norm sollen es 5,6 Liter sein. Keinerlei Abstriche muss man indessen bei der Alltagstauglichkeit machen - auch wenn dem Gepäckvolumen (204 Liter) im Vergleich zum normalen Polo 76 Liter für die im Kofferraum platzierte Batterie fehlen. Die Investition von 800 Euro (inklusive elektrischer Fensterheber) in die beiden hinteren Türen macht das Verstauen von Koffern und Taschen ebenso leichter wie den Zugang zu den hinteren Plätzen.

Den Fahrspaß im Polo GTI lässt sich VW allerdings üppig bezahlen. So beginnt die Preisliste bei 23.750 Euro. Mit ein paar Nettigkeiten wie Sportlederlenkrad oder LED-Scheinwerfer stehen dann rasch knapp 30.000 Euro im Kaufvertrag. Klein, aber oho, für den VW Polo GTI ist das halt in vielfältiger Hinsicht absolut passend.

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