Der Toyota C-HR ist alles andere als unauffällig

Von: Sabine Neumann
Letzte Aktualisierung:
Toyota C-HR
Als erstes Fahrzeug von Toyota ist der C-HR 1.2T mit einem so genannten „intelligenten manuellen Getriebe“ ausgestattet.

Köln. „Nichts ist unmöglich“ - selten wohl hat der Markenclaim so sehr gepasst wie beim Toyota C-HR. So macht es das progressive Design des Crossovers aus Kompaktwagen und SUV schier unmöglich, nicht aufzufallen. Und dann ist nahezu jede Reaktion möglich.

Die Bandbreite reicht von großer Begeisterung bis hin zu coolen Sprüchen wie „mit dem Auto braucht man starke Nerven“ oder „muss selbst sehr schön sein.“

Das Ziel des japanischen Herstellers, der eher weichgespülten Formensprache der aktuellen Modellpalette ein Fahrzeug mit Signalwirkung entgegenzusetzen, ist auf jeden Fall erreicht. Klare, fast schon aggressive Kanten, schwungvolle Linien gepaart mit muskulös ausgestellten Radhäusern, dazu eine Scheinwerfergrafik, die an zusammengekniffene Augen erinnert, machen den 4,36 Meter langen Wagen zu einem Hingucker.

Der coupéartige Dachverlauf sowie die schmalen Fenster lassen den Wagen niedriger erscheinen als er mit seinen 1,55 Metern tatsächlich ist. Dennoch gelingt der Einstieg auf die Rückbank nur mit leicht eingezogenem Kopf. Grund dafür ist der oben eng zulaufende Türausschnitt. Hinten oben haben die Designer auch die Griffe für die Türen versteckt. Zudem müssen sich die Fondpassagiere aufgrund der hohen Schulterlinie mit wenig Sicht auf die Außenwelt begnügen.

Freuen dürfen sich jedoch alle Insassen bei einem Radstand von 2,64 Metern über viel Kniefreiheit. Die gut konturierten Sitze sind selbst auf langen Strecken bequem. Das Passagierabteil zeigt eine moderne, fast raumschiffartige Optik. Die blau beleuchtete Instrumententafel, der zum Fahrer geneigte Acht-Zoll-Multifunktionsbildschirm oder die raffiniert in einem dreidimensionalen Diamantmuster gehaltenen Türverkleidungen sind so gut anzusehen, dass erst auf den zweiten Blick, beziehungsweise genauerem Anfassen die eher einfache Qualität der Materialien auffällt. Darüber täuschen auch Pianolack am Lenkrad oder Schalthebel sowie mattsilberner Glanz auf dem Instrumenten nicht hinweg.

Große Tastenfelder

Einfach im besten Sinnen ist indessen die Eingabe von Navigationszielen, der Senderwechsel oder der Abruf von Informationen zum Auto über den Touchscreen. Icons und Tastenfelder sind so groß, dass sie sich selbst während der Fahrt mühelos bedienen lassen. Ebenfalls ergonomische griffgünstig liegen die Bedientasten für die Klimaeinheit.


Für den Kleinkram des Alltags wären ein paar Ablagemöglichkeiten wünschenswert. Und um eine Ein-Liter-Flasche im Türfach zu verstauen, ist ein wenig Nachdruck notwendig. Der Kofferraum - mit einer hohen Ladekante - genügt mit 377 Litern Volumen für das Urlaubsgepäck zu Zweit. Klappt man die Sitze um, dann entsteht eine 1,60 Meter lange Ladefläche mit einer kleinen Stufe und das Ladevolumen wächst auf 1160 Liter an.

Bevor es mit dem C-HR auf kleinere oder größere Fahrt geht, darf eines nicht fehlen: das Lösen der elektronischen Feststellbremse, die sich bei jedem Abschalten des Motors von selbst aktiviert, sich aber beim Anfahren nicht von selbst wieder löst. Daran muss man sich gewöhnen.

Der 1,2-Liter-Turbobenziner (116 PS) erweist sich als eine überaus muntere und angenehm leise arbeitende Antriebsquelle. Zwischen 1500 und 4000 Umdrehungen setzt er ein gleichbleibendes Drehmoment von 185 Newtonmetern (Nm) frei. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 ist in 10,9 Sekunden zurückgelegt (Werksangaben). Steht die Tachonadel bei 190, dann ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Außer bei Überholmanövern auf der Autobahn zeigt der Direkteinspritzer in keiner Situation wirklich Schwächen. Der Durchschnittsverbrauch pendelt sich bei 7,8 Litern ein. Toyota nennt als Normverbrauch 5,9 Liter.

„Intelligenten manuellen Getriebe“

Als erstes Fahrzeug von Toyota ist der C-HR 1.2T mit einem so genannten „intelligenten manuellen Getriebe“ ausgestattet. Wüsste man nichts davon, dann würde es einem nicht auffallen, dass die japanischen Techniker hier ein besonderes System entwickelt haben. Beim Herunterschalten wird automatisch die Motordrehzahl angehoben, um einen sanften Gangwechsel sicher zu stellen. Beim Hochschalten der Gänge arbeitet es ebenso, um den Fahrkomfort zu erhöhen beziehungsweise besonders geschmeidig und ohne Gefahr, den Motor abzuwürgen, anzufahren.

Neu ist überdies die TNGA-Plattform, auf der das SUV-Coupé steht. Die „Toyota New Global Architecture“ will so das Fahrverhalten möglichst optimal an europäische Gewohnheiten anpassen. Und in der Tat: der Fronttriebler fährt sich nicht nur leichtfüßig, sondern agil und präzise mit einer guten Mischung aus Komfort und Sportlichkeit. Bei zügigen Kurvenfahrten trägt der niedrige Schwerpunkt - laut des Autobauers der niedrigste in seiner Klasse - dazu bei, den Wagen exakt in der Spur zu halten.

Während das Sicherheitspaket unter anderem mit Frontkollisionswarner, Notbremsassistent samt autonomer Bremsfunktion sowie Fußgängererkennung sowie Spurhalteassistent oder Verkehrszeichenerkennung bei der Flow-Ausstattung bereits gut geschnürt ist, sorgen die Zweizonen-Klimaautomatik, Regensensor, das Multimedia-Audiosystem inklusive Rückfahrkamera für mehr Komfort an Bord.

Gönnt man sich dann noch das Comfort-Assistenz-Paket mit Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, elektrischer Lendenwirbelsäulenstütze für den Fahrer, schlüssellosem Öffnen und Schließen der Türen, Tot-Winkel-Warner, Rückfahrassistenten und Ausstiegsbeleuchtung (750 Euro) kommt man auf einen Anschaffungspreis von 25 380 Euro - die polarisierende Optik inklusive.


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