Der Suzuki Swift 1.0: Sieht sportlich aus und fährt auch so

Von: Sabine Neumann
Letzte Aktualisierung:
Suzuki Swift
Als Leichtgewicht zeigt der Kleine in Verbindung mit dem 111 PS starken Einliter-Motor samt Mild-Hybrid-System SHVS dynamische Qualitäten. Foto: Suzuki/dpa

Bensheim. Breit ausgestellte Schultern, ein mächtiger Stoßfänger und sportliche Proportionen - der Suzuki Swift lässt optisch die Muskeln spielen. Doch nicht nur das: als Leichtgewicht zeigt der Kleine in Verbindung mit dem 111 PS starken Einliter-Motor samt Mild-Hybrid-System SHVS tatsächlich dynamische Qualitäten.

Zugegeben - das Gewicht steigt in Verbindung mit dem Aggregat und guter Ausstattung von 840 Kilogramm auf 925 Kilo an. Doch das tut der Agilität des 3,84 Meter langen, 1,74 Meter breiten und nur 1,50 Meter hohen Swift keinen Abbruch. Aufgrund der Proportionen steht der Wagen mit dem 2,45 Meter langen Radstand satt auf der Straße. Der in die Breite gezogene und steil stehende Kühlergrill sowie die kurzen Überhänge vorne und hinten unterstreichen diesen Eindruck. Damit holt sich der Viertürer aber nicht nur so manch anerkennende Blicke von Passanten ab. Derartige Abmessungen schaffen gleichzeitig viel Platz im Innenraum.

Auf die Rückbank gelangt man durch ausreichend weit öffnende Türen, deren Griffe oben in der schwarz eingefärbten C-Säule versteckt sind. Innen bietet der Swift rundum reichlich Raum. Alles wirkt irgendwie großzügig, geräumig. Die vorderen Sitze wurden überarbeitet. Aufgrund der hohen Seitenpolsterung und moderner Federung sind sie bequem und geben angenehmen Seitenhalt. Die verwendeten Materialien erscheinen allesamt hochwertig. Selbst das Hartplastik des Cockpits hat Suzuki durch eine genarbte Oberfläche und farbige Applikationen geschickt aufgewertet. Insgesamt macht der Armaturenträger einen aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck.

Die zum Fahrer orientierte Mittelkonsole unterstreicht zum einen in Verbindung mit dem unten abgeflachten Lenkrad die sportliche Ausrichtung des Swift. Auf der anderen Seite trägt diese ergonomische Gestaltung dazu bei, als Fahrer alle Tasten, Regler und Knöpfe gut zu erreichen und intuitiv bedienen zu können. Das gilt ebenfalls für das mehrfarbige Sieben-Zoll-Multifunktionsdisplay mit Touchfunktion. Ein kleiner Wermutstropfen sind allerdings die ziemlich kleinen Bedienfelder. Die zu treffen bedarf insbesondere während der Fahrt mehr Konzentration als nötig. Tadellos ist indessen die Anbindung des Smartphones via Bluetooth oder per Apple CarPlay beziehungsweise Android-Auto.

Mit einem Volumen von 265 Litern offeriert der Kofferraum ausreichend Raum für das Wochenendgepäck von zwei Personen. Klappt man die Lehnen der Rückbank um, erweitert sich das Volumen auf maximal 947 Liter. Leider bleibt dann aber eine Stufe in der Ladefläche in Höhe der Sitzpolster. Überhaupt liegt der Ladeboden hinter der recht hohen Ladekante ziemlich weit unten. Die Bandscheiben freut das beim Be- und Entladen nicht wirklich.

Große Fahrfreude

Freude kommt dann aber spätestens während der Fahrt wieder auf. Der Turbodreizylinder hat dank des geringen Gewichts im wahrsten Sinne des Wortes leichtes Spiel, um den Wagen anzutreiben. Zudem erhält das Aggregat beim Anfahren und Beschleunigen Unterstützung von einem Startergenerator, der als Elektromotor sowie als Generator fungiert und seine Leistung aus einer Zwölf-Volt-Lithium-Ionen-Batterie bezieht. Beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen und in der Batterie gespeichert. Derart hybridisiert braucht der Swift laut Suzuki 10,6 Sekunden aus dem Stand bis auf Tempo 100 (Werksangaben). Steht die Tachonadel bei 195, dann ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Obwohl die Sechsgang-Automatik bei schnellem Antritt etwas braucht, um zu greifen, hängt das Triebwerk insgesamt gut am Gas. Dass höhere Drehzahlen die Arbeitsgeräusche des ansonsten erfreulich leise laufenden Motors ansteigen lassen, ist bei einem Dreizylinder kaum anders zu erwarten. Unangenehm laut aber wird es selbst dann nicht. Bewegt man sich häufiger im oberen Geschwindigkeitsbereich, rückt der Normverbrauch von 4,3 Litern in relativ weite Ferne. Bei einigen schnellen Autobahnfahrten, zahlreichen flotten Landstrassenpassagen und viel Stadtverkehr zeigte der Bordcomputer schließlich 6,1 Liter an.

Dem dynamischen Charakter des Swift entsprechen Fahrwerk und Lenkung. Federung sowie Dämpfung sind so straff ausgelegt, dass es bei zügigem Tempo spurtreu um die Ecken geht. Die direkte Lenkung vermittelt dabei das Gefühl, den Wagen - Wendekreis 9,6 Meter - jederzeit sicher im Griff zu haben. Gleichwohl werden Spurrillen oder schlechtere Straßenbeläge souverän genommen. Stöße oder Schläge dringen selten ins Passagierabteil.

Grundsätzlich bietet das nur in der Comfort+-Ausstattung lieferbare Topmodell für 20.140 Euro schon alles an Komfort, was das Leben an Bord angenehm macht. Dazu gehören die Klimaautomatik und Sitzheizung ebenso wie Abstandsregeltempomat, Kollisions-, Spurhalte- und Müdigkeitswarner, autonomes Notbremssystem und LED-Scheinwerfer bis zum Touchscreen-Infotainment mit Navi. Einzige aufpreispflichtige Option ist die Metallic-Lackierung für 500 Euro. In Kombination mit dem Muskelspiel des Autos ist das dann ein Gesamtpaket, das für ein entspanntes Gefühl sorgen sollte.

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