Der Porsche 911 Targa 4: Großes Kino

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Porsche Targa 4
Im neuen Targa funktioniert offen fahren jetzt mit einem Knopfdruck. Foto: dpa

Stuttgart. Der Porsche Targa war so etwas wie die erste Cabrio-Version des 911er. Per Hand musste das Dachteil zwischen den Türen entfernt oder eben eingesetzt werden. Knapp 50 Jahre später genügt ein Knopfdruck, um den freien Blick nach oben und jede Menge frischen Wind erleben zu können oder eben vor den Naturelementen wieder geschützt zu fahren.

Was sich auf den elektrischen Befehl hin rund um den markanten Silberbügel als B-Säule beim Targa 4 abspielt, ist großes Kino für Technikfans. Die 19 Sekunden sollte man am besten vor einer spiegelnden Scheibe stehen, um das Schauspiel zu genießen. Es ist schon grandios, wenn auf Knopfdruck die flachgezogene Heckscheibe nach hinten fährt, leicht abkippt, sich das zwischen Windschutzscheibenrahmen und Targabügel liegende Stoffverdeck beim nach hinten Gleiten faltet und hinter den Fondssitzen verschwindet, ehe das immerhin 35 Kilogramm schwere Heckscheibenelement wieder in die angestammte Position fährt. Da bleibt so manchem Betrachter der Mund staunend offen stehen.

Offen ist dann auch der komplette Bereich über Fahrer und Beifahrer. Wobei der Wind dabei kaum an den Haaren rupft und es zudem erstaunlich leise im Passagierabteil bleibt. Erst ab Tempo 160 muss man die Stimme deutlich anheben, um eine Unterhaltung zu führen. So etwa ab 180 macht sich auch der Fahrtwind etwas mehr bemerkbar. Anders als bei Fahrzeugen mit Schiebedach gibt es aber trotz der festen Heckscheibe kein Wummern im Targa. Das haben die Techniker mit einem kleinen und recht unauffälligen Windabweiser am oberen Rand der Frontscheibe verhindert.

Bei geschlossener Fahrt indes dringt der Sound des Triebwerks klar besser an die Ohren Fahrer und Beifahrer. Beide dürfen sich wie beim 911 üblich über ein bestens abgestimmtes Fahrwerk freuen, das für den gegenüber dem Cabrio um etwa 40 Kilogramm schwereren Targa (1 540 Kilogramm) überarbeitet wurde. Der Bügel-Porsche fegt dementsprechend bei Bedarf schnell und sicher um die Kurven, lenkt traumhaft sicher ein, zeigt sich aber selbst auf schlechten Strecken noch so komfortabel, dass selbst Rückenleidende entspannt die Fahrt genießen können.

Angeboten wird der Targa vorerst ausschließlich mit Allradantrieb, was am wuchtigeren und damit kraftvolleren Heck (22 Millimeter breiter als beim Hecktriebler) zu erkennen ist. Bei den Motoren haben die Targa-Interessenten die Wahl zwischen dem 350 PS starken 3,4-Liter-Boxer oder dem 3,8-Liter-Boxer mit 400 PS in der S-Version. Die Kraftübertragung erfolgt serienmäßig mit der Siebengangschaltung oder auf Wunsch mit einem Doppelkupplungsgetriebe (3 510 Euro).

Das alles ist aus den 911 Coupés bekannt, die bei den Fahrleistungen minimal besser abschneiden. Allerdings auch bei den Preisen. Der Targa 4 kostet 109.338 Euro, 124.094 Euro werden für den 4S aufgerufen. Das ist fast so teuer wie das Cabrio, gegenüber dem Coup=E9 aber ein Aufschlag von jeweils etwa 12.000 Euro.

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