Der neue VW Polo: Apps fürs Volk

Von: amv
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Der neue VW Polo
Kommt noch im Frühjahr: Der überarbeitete Polo V. Wahlweise neu an Bord: Eine Technologie, mit der das Handy über den Bord-Touchscreen bedient werden kann. Foto: dpa

Wolfsburg. "Bezahlbare Basismobilität" - mit dieser Zielvorgabe schickte Volkswagen den Polo an den Start. Das war 1975. Damals zählte der Polo zu der Kategorie der Kleinwagen. Fast 14 Millionen produzierte Exemplare später und deutlich gewachsen mausert sich der Wolfsburger nun zu einem Technologieträger erster Klasse.

Während neue Motoren für umweltschonende Verbrauchswerte und zahlreiche Assistenzsysteme aus den größeren VW-Baureihen für mehr Komfort und Sicherheit sorgen, macht eine ganz neue Art der Vernetzung des Fahrzeugs die fünfte Generation fit für die Zukunft.

Die optischen Retuschen der Renovierungsarbeiten halten sich in überschaubaren Grenzen. So zieren nun größere Lufteinlässe in der Frontschürze, eine Chromzierleiste vorne sowie neue Heckleuchten hinten den Polo (Basispreis: 12.450 Euro). Im Innenraum wurden die Golf-Regale förmlich geplündert. "Wir haben einiges vom Golf in den Polo gepackt", fasst Martina Biene, Leiterin der Produktlinie Small, das untertreibend zusammen. Mit dem Materialtransfer macht der Kleine fast schon seinem großen Bruder Golf Konkurrenz. Der Innenraum wirkt dank der qualitativ hochwertigen Materialen sowie der guten Verarbeitung noch feiner als bisher. Das Fahrwerk des Polo blieb weitgehend unangetastet und damit eher straff denn komfortabel abgestimmt. Kleine Unebenheiten werden gut abgefedert, bevor sie den Passagieren auffallen können.

Kurze Querrillen - wie beispielsweise auf der Autobahn - machen sich da schon wesentlich deutlicher bemerkbar. Wer es noch straffer mag, kann neuerdings ein sogenanntes Sport Select-Fahrwerk (380 Euro) ordern. Damit lassen sich per Knopfdruck die Dämpfer noch etwas härter einstellen. Die handlichen und wendigen Eigenschaften des Kleinen - als Zwei- oder Viertürer sowie als Cross im Angebot - sind durch eine neue elektromechanische Lenkung optimiert worden. Deutlich erweitert präsentiert sich das Angebot an Assistenzsystemen. Bereits serienmäßig Bord ist die Multikollisionsbremse. Bestellbar sind zudem Front Assist mit bis Tempo 30 wirksamer City-Notbremsfunktion (290 Euro) sowie die automatische Distanzregelung ACC (hält zwischen 30 und 160 Stundenkilometern Abstand und Tempo konstant/500 Euro inklusive Front Assist). Auf Wunsch sorgen LED-Scheinwerfer für bessere Sicht bei Nacht.

Besonderes Augenmerk schenkten die Polo-Entwickler der mobilen Kommunikation. USB-Verbindung herstellen, dann zwei Berührungen des Touchscreen und schon erscheinen sämtliche Apps des eigenen Mobiltelefons auf dem Monitor des Wagens und lassen sich von hier aus bedienen. Natürlich nur soweit dies während der Fahrt erlaubt ist. Eine Reihe eigens entwickelter Applikationen wie ein Spritspartrainer, Internetradio oder Reiseführer funktionieren aber auf jeden Fall unterwegs. Das von VW "Mirror Link" genannte System ist in einem markenübergreifenden Konsortium von Automobilherstellern und Telefonanbietern entstanden und wird sukzessive immer weiter ausgebaut. Denn noch hat es einen entscheidenden Nachteil: bisher funktioniert es nur mit einigen Android-Geräten und ist nicht mit Apple kompatibel. Die Schnittstelle "Comfort" (170 Euro) in einer Ablagebox der Mittelkonsole funktioniert hingegen mit jeglicher Art von Mobiltelefon.

Pfiffig: Liegt es dort, verbindet es sich mit der Außenantenne des Polo. Der Empfang wird besser. Die Strahlung nach Angaben von VW deutlich reduziert. Zukunftsweisend will sich der neue Polo überdies antriebsseitig geben, Bis zu 21 Prozent konnte laut Hersteller der Verbrauch der neuen Antriebe gesenkt werden. Spar-Spitzenreiter ist der 90-PS-Diesel mit DSG-Doppelkupplungsgetriebe, der im Normzyklus statt 4,3 jetzt 3,2 Liter (CO2-Ausstoß 88 Gramm/Werksangaben) braucht. Er generiert seine Leistung nun statt aus 1,6-Litern aus 1,4 Litern Hubraum und drei Zylindern. Die Reduktion schadet dem Fahrverhalten in keiner Weise, wie erste Fahreindrücke offenbarten.

Ein maximales Drehmoment von 230 Newtonmetern liefert kräftige Antritts- und Durchzugsstärke. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 184 Stundenkilometern angegeben. Den Selbstzünder gibt es zur Markteinführung im Mai zudem in einer 75-PS-Variante. 90 PS leistet der aufgeladenen Benzindirekteinspritzer 1,2 TSI (Normverbrauch 4,7 Liter). Der Motor hängt gut am Gas, zieht ordentlich durch und arbeitet erfreulich leise. Lediglich unter Volllast machen sich die Arbeitsgeräusche deutlicher bemerkbar. Wie dieses Aggregat ist ebenfalls die 110-PS-Version des 1,2 TSI gegen entsprechenden Aufpreis mit Doppelkupplungsgetriebe statt der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung zu haben. Vorläufiges Spitzenmodell ist der 1,4 TSI mit 150 PS im Blue GT. Aber noch in diesem Jahr aber wird der neue GTI mit 192 PS als stärkster Polo anrollen.

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