Der neue VW e-Golf: Gut für 200 Kilometer

Von: amv
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VW e-Golf
Äußerlich unterscheidet sich der e-Golf kaum von den herkömmlich angetriebenen Mitgliedern des Millionensellers. Foto: Volkswagen AG

Wolfsburg. Mehr Reichweite und mehr Leistung: Volkswagen hat seinem 35.900 Euro teuren e-Golf eine größere Batterie und einen stärkeren Elektromotor spendiert. Damit soll es jetzt zumindest theoretisch 300 Kilometer (bisher 190 km) weit gehen - mit einem extrem gezügelten rechten Fuß, der in diesem Fall nun mal kein Gasfuß mehr ist - und unter besten Bedingungen.

Dass die Praxis anders aussieht, wissen auch die Entwickler und Techniker bei VW. Sie nennen 200 Kilometer als realistischen Wert. Und der kann, so jedenfalls der Eindruck nach ersten Fahrten, auch erreicht werden.

200 Kilometer Restreichweite zeigt das Display bei Fahrtantritt. Die Lithium-Ionen-Batterie, deren Energiegehalt von 24,2 kWh auf jetzt 35,8 kWh erhöht wurde, ist nicht mehr ganz voll geladen. Die erste Strecke über die Autobahn mit Tempo 130 lässt aber Böses vermuten. Schon nach 15 gefahrenen Kilometern sind es laut Anzeige nur noch 163 Kilometer Reichweite. Dann ab auf die Landstraße, Tempo 80 und möglichst jede notwendige Verzögerung über den Wählhebel des Einganggetriebes mit dem B-Modus über die Rekuperation erreichen, statt zu bremsen.

Wie das geht, ist ganz fix gelernt. Das Ergebnis ist erstaunlich. Die Reichweitenanzeige klettert stetig nach oben, geht sogar wieder über 180. Am Ende der Tour, wieder mit einem gleich schnell gefahrenen Autobahnstück, eingeschalteter Klima- und Audioanlage, ist nach 88 gefahrenen Kilometern tatsächlich noch Energie für 102 Kilometern vorhanden. Das ist wirklich gut.

So, wie natürlich auch Antritt und Durchzug der von umgerechnet 115 PS auf 136 PS aufgepeppten E-Maschine, deren Drehmoment zudem um 20 Newtonmeter (Nm) auf  290 Nm erhöht wurde. Die liegen direkt an – und lassen in Sachen Beschleunigung jeden Sportwagenfahrer auf den ersten 50 Metern vor Neid erblassen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf Tempo 150 begrenzt. Wer dabei aber zu häufig auf volle Beschleunigung setzt, der büßt das mit Reichweite ein. In dieser Hinsicht stehen die E-Autos den klassischen Antrieben in nichts nach.

Serienmäßig stattet VW den e-Golf mit einem Navigationssystem aus. Das unterstützt den Fahrer, Energie zu sparen, indem es Hinweise einblendet, den rechen Fuß zu lupfen, wenn für den Fahrer noch nicht sichtbare Tempolimits anstehen, Kurven, Kreuzungen oder Kreisverkehre kommen, der Golf aber schnell genug unterwegs ist. Da zudem die Nutzung der Heizung Energie, mithin Reichweite kostet, bietet VW optional eine Wärmepumpe als Zusatzmodul für die elektrische Heizung sowie den Klimakompressor an.

Doch irgendwann ist der Akku nun einmal leer. Dann dauert es an der normalen Haushaltssteckdose mehr als 13 Stunden, um den Speicher wieder voll zu laden, etwas mehr als vier Stunden an einer Ladestation mit 7,2 Kilowatt (kW). Öffentliche Ladestationen (Combined Charging System) mit einer Leistung von um die 40 kW schaffen es, die Batterie in weniger als einer Stunde auf bis zu 80 Prozent zu pushen.

Wer unterwegs laden muss, der kann das als VW-Kunde mit einer von der VV Leasing GmbH angebotenen Charge&Fuel-Card tun. Geladen wird dann bundesweit zu einem Einheitspreis von 11,90 Euro brutto die Stunde für Gleichstrom (DC) oder 0,95 Euro brutto pro Stunde für Wechselstrom (AC) bei minutengenauer Abrechnung.

Äußerlich unterscheidet sich der e-Golf übrigens kaum von den herkömmlich angetriebenen Mitgliedern des Millionensellers. Lediglich einige blaue Zierelemente und die serienmäßigen LED-Scheinwerfer sind Erkennungsmerkmale. Ab Werk gibt es aber außer dem Navigationssystem unter anderem noch eine Klimaautomatik, 16-Zoll-Aluräder und eine Fußgängererkennung.

Für Kunden, die sich  mit einem reinen E-Auto nicht anfreunden können oder wollen, hat VW  die Plug-in-Hybridversion des Golf im Angebot. 50 Kilometer rein elektrische  Fahrt  sind möglich, wenn der Akku an der Steckdose vollgeladen wurde und der E-Modus gewählt wird.

Außer dem E-Motor  mit 102 PS hat das Modell aber eben auch einen 150 PS starken 1,4-Liter-TSI unter der Haube (Systemleistung 204 PS). Im Modus Hybrid werden beide Antriebsquellen im Hinblick auf größtmögliche Effizienz automatisch eingesetzt. Und wer die GTE-Taste betätigt,  der ruft damit ein Höchstmaß an Dynamik ab, da dann beide Maschinen volle Leistung bereitstellen. Umfangreich ausgestattet kostet der Golf GTE 36.900 Euro.

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