Der Mazda6: Nicht nur für Geschäftsleute

Von: Sabine Neumann
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Mazda6
Als Modellvariante Nakama ist der Mazda6 für 34.590 Euro zu haben. Foto: dpa

Leverkusen. Die automobile Mittelklasse wird von den deutschen Herstellern dominiert. Doch inzwischen fällt auch für den Mazda 6 ein beachtliches Stück des Verkaufskuchens in diesem Segment ab. Dabei punktet vor allem der Kombi sowohl bei Geschäftskunden wie bei Familien. Gründe dafür sind ein gutes Preis-Wert-Verhältnis, Langstreckenkomfort, Vielseitig- und Alltagstauglichkeit.

Mit seiner modern und dynamisch gezeichneten Karosserie zieht der 4,80 Meter lange Viertürer so manchen anerkennenden Blick auf sich und entlockt dem einen oder anderen Betrachter lobende Worte - eine öffentliche Bestätigung für die Auszeichnungen des Mazda6, die er für sein Design erhalten hat. Details wie die markanten Linien an der Front, der dezente Spoiler oder der große Ladekühler-Lufteinlass verhelfen dem japanischen Produkt zu einem souveränen Auftritt fern jeglicher Beliebigkeit.

Der Radstand von 2,75 Metern Länge weist schon von außen auf das großzügige Platzangebot im Innenraum hin. Knie-. Ellbogen- und Kopffreiheit sind auf allen Plätzen tadellos. Fahrer und Beifahrer nehmen auf guten Halt gebenden Sitzen Platz. Die hohe Rückenlehne sorgt auf langen Fahrten für einen angenehmen Halt des Oberkörpers. Die Sitzauflagen im Fond dürften indessen etwas länger sein - aber diese Kritik kennt man ebenfalls bei Wettbewerbern. Die Übersichtlichkeit des Armaturenbretts ist tadellos.

Der Blick auf den mittig positionierten sieben Zoll großen Bildschirm lenkt nicht unnötig vom Verkehrsgeschehen ab. Funktionen wie Radio oder Navigation werden über einen Dreh-Drücksteller in der Mittelkonsole bedient. Der hat ergonomisch die richtige Position: die Hand fällt quasi automatisch an diese Stelle. Empfindliche Geister könnten sich dabei nur an der kleinen Reling stören, die das dahinterliegende Staufach seitlich einrahmt und deren schmale Kante unangenehm auf den Unterarm drückt. Das aber ist jammern auf hohem Niveau.

Freuen kann man sich über die hochwertig wirkende Material-Auswahl, die gute Verarbeitung und die saubere Bedienbarkeit aller Tasten und Schalter.

Außer den Ablagen für den alltäglichen Krimskrams gibt es großzügig geschnittene Fächer in den Türen. Hier lassen sich selbst 1,5-Liter-Flaschen deponieren. Der Kofferraum fasst mit einem Volumen von 522 Litern ohne Mühe das Gepäck von vier Reisenden. Klappt man die asymmetrisch geteilte Lehne der Rücksitze um, dann kommt das Gepäckabteil mit seiner ebenen Ladefläche auf stattliche 1648 Liter. Die Ladekante ist angenehm niedrig. Die Gepäckabdeckung schwingt gleichzeitig mit der Heckklappe weit auf. Eine elektrische Bedienung gibt es allerdings weder für Geld noch gute Worte.

In der aktuellen Modell-Generation setzen die Mazda-Entwickler zur Optimierung des Fahrverhaltens das so genannte G-Vectoring Control ein. Dabei wird das Motordrehmoment genutzt, um das Lenkverhalten des Autos zu beeinflussen. Es reduziert beim Einlenken in einer Kurve für einen Sekundenbruchteil das Drehmoment. So kommt mehr Gewicht auf die Vorderachse, den Vorderrädern wird mehr Traktion ermöglichte. Auch das Lenkverhalten wird dadurch optimiert. Am Kurvenausgang läuft das ganze Spielchen dann umgekehrt, was die Fahrstabilität steigert. Die Lorbeeren, ungemein sauber durch die Kurve zu ziehen, kann man sich als Fahrer also nur bedingt einheimsen. Der Mensch am Steuer bekommt von diesem hochkomplexen Prozess nichts mit. Hier registriert man einzig die stabile Straßenlage sowie das geschmeidige und präzise Lenkverhalten. Die gelungene Abstimmung von Fahrwerk und Dämpfer minimiert zudem Bodenwellen oder Schläge durch Unebenheiten des Straßenbelags. Hoher Fahrkomfort ist das Ergebnis.

Passend dazu das zurückhaltende Arbeitsgeräusch des 150 PS starken 2,2-Liter-Diesels, der selbst bei starker Beschleunigung nur ein sanftes Schnurren von sich gibt. Bei Antritt und Durchzug hält sich der Selbstzünder aber keineswegs zurück. Das maximale Drehmoment von 380 Newtonmetern liegt zwischen 1800 und 2600 Umdrehungen an. In 9,3 Sekunden schnellt die Tachonadel von Null auf 100. Und die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 210 erreicht (Werksangaben). Eine spezielle Spritspartechnik namens i-Eloop, bei der die Bremsenergie in einem Doppelschicht-Kondensator abgespeichert und wiederverwertet wird, trägt unter anderem bei einem ausgewogenen Mix aus Stadt- und Überlandfahrten zu einem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern bei. Den Normverbrauch gibt Mazda mit 4,2 Litern an.

Als Modellvariante Nakama steht der Mazda6 für 34.590 Euro in der Liste. Außer einem umfassenden Sicherheits- und Assistenzpaket mit Notbremsassistent und Ausparkhilfe gehören unter anderem höhenverstellbare Fahrer- und Beifahrer-Sitze inklusive Sitzheizung und Lendenwirbelsäulen-Stütze, Klimaautomatik, ein Audio-CD-System elf Lautsprechern, LED Scheinwerfer inklusive dynamischem Kurvenlicht und Lichtsensor, Rückfahrkamera und Leichtmetallfelgen zum Lieferumfang. Gönnt man sich zu der Metallic-Lackierung (750 Euro) noch das Navigationssystem (690 Euro) steht für 36030 Euro ein Kombi vor der Tür, der Geschäfts- wie Privatkunden gleichermaßen freut.

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