Köln - Der fällt aus dem Rahmen: Citroen C4 Cactus PureTech 82 ETG

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Der fällt aus dem Rahmen: Citroen C4 Cactus PureTech 82 ETG

Von: amv
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Citroën C4 Cactus
Seit Ende Mai bestellbar, seit Mitte September beim Händler: der Citroën C4 Cactus. Foto: dpa

Köln. Mit dem Cactus will Citroen an alte Traditionen anknüpfen. Lange besaß die Marke mit dem Doppelwinkel den Ruf von Innovationsfreude und bemerkenswertem Design.

In der jüngeren Firmengeschichte wurde das Unternehmen dem nur vereinzelt gerecht. Als ein individualistischer Stadtwagen ist der Cactus irgendwo zwischen der Kleinwagen- und Kompaktklasse angesiedelt und dank seiner äußeren Erscheinung sofort erkennbar. „Airbumps“ nennt Citroën die Kunststoffflecken, die unübersehbar an Türen und Stoßfängern prangen. Die luftgepolsterten Flächen sollen kleine Rempler, etwa beim Einparken oder von geöffneten Türen anderer Autos, abfedern. Das tun sie auch. Allerdings reicht das optische Urteil über die Protektoren von „cool“ bis „geht gar nicht“.

Letzteres gilt auch für das automatisierte  Fünfgang-Getriebe. Fahrzeuge, die damit ausgestattet sind, kann man im Cityverkehr am beinahe stetigen Kopfnicken von Fahrer und Beifahrern erkennen: Systembedingt sackt die Drehzahl bei jedem Schaltvorgang kellertief ab und der Cactus bremst förmlich. Das Fahrzeug sackt nach vorne, die Köpfe ebenfalls. Wird nun vehement Gas gegeben, um wieder auf Distanz zum bereits eng auf die Stoßstange gerückten Folgeverkehr zu kommen, bäumt sich der Wagen gefühlt auf. Die unfreiwillige Gymnastik nimmt ihren Lauf.

Weitaus gelungener kann man die Gestaltung des Innenraums und das Kapitel Bedienung beurteilen. Das waagegerecht ausgerichtete Armaturenbrett zeigt sich erfreulich aufgeräumt. Es gibt nur wenige Tasten und Schalter. Die meisten Funktionen werden über ein serienmäßiges, mittiges Sieben-Zoll-Display gesteuert, das zudem die Schnittstelle zu diversen Infotainment-Funktionen darstellt.

Das Handschuhfach mit einem Deckel im Stil eines alten Reisekoffers bietet erfreulich mehr Stauraum als die meisten anderen. Möglich wurde dies durch einen Kniff: Den Beifahrerairbag platzierten die Entwickler im Fahrzeughimmel. Ein weiteres, nettes Detail: Stabile Schlaufen dienen zum Zuziehen der Türen. Eher in die Abteilung fragwürdiger Lösungen gehört, dass sich die Fond-Fenster nicht runterkurbeln lassen, sondern nur nach hinten aufstellbar sind.

Bei den breiten Vordersitzen spricht Citroen von einer Sofa-ähnlichen Lösung, die gleichwohl den Körper ordentlich abstützt und selbst auf längeren Strecken einen angenehmen Eindruck hinterlässt. Im Fond wird es enger, vor allem, wenn man mehr als 1,75 Meter Körpergröße misst. Weniger vorteilhaft präsentiert sich der Wagen im Punkt Variabilität. So ist die Rücksitzbank nur einteilig umlegbar und dies gestaltet sich zudem als etwas umständlich. Außerdem wurde die Ladeöffnung ziemlich schmal geschnitten und das Ladegut muss zum Ein- und Ausladen über eine Stufe von 24 Zentimetern gehievt werden. Der Kofferraum bietet ein Volumen von rund 350 Liter. Darüber hinaus gibt es im Innenraum diverse und zweckgerechte Ablagen sowie Staumöglichkeiten.

Den Fahrzeugentwicklern ist die Abstimmung des Fahrwerks recht gut gelungen. Dabei lag die Betonung auf Fahrkomfort. Kurvendynamiker kommen nicht auf ihre Kosten. Gullideckel, Straßenbahnschienen und Schlaglöcher bringen den Cactus nicht aus der Ruhe. Im Bedarfsfall regelt das ESP rechtzeitig ab, wobei die generelle Tendenz zum Untersteuern bereits hohe Sicherheitsreserven bietet. Vor allem in der Stadt lernt man die sehr präzise Lenkung schätzen.

In seinem natürlichen Habitat, also im urbanen Umfeld, reichen die angeboten Fahrleistungen völlig aus. Der 82 PS-starke Dreizylinder samt Start/Stopp-Technik ermöglicht Alltagsverbräuche um 6,5 Liter je 100 Kilometer. Offenbar zahlt sich aus, dass Citroën auf manches Extra verzichtet hat, das Gewicht bringt oder Leistung kostet. Wer partout mag, kann den Cactus bis Tempo 171 scheuchen oder den Sprint aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde in 15 Sekunden absolvieren (Werksangaben). Doch zu solchen Kraftakten verführt der Cactus nicht.

Er ist ein ungewöhnliches Auto, nicht nur im Design, sondern ebenso in manchen Details. Die Preisliste startet bei 18.190 Euro. Mit ein paar Extras addieren sich 20.460 Euro zusammen. Das ist ein akzeptabler Preis. Citroen wirbt mit dem Slogan „verrückt nach mehr Überraschungen“. Damit die für einen selbst nicht zu bösen werden, sollte jeder Interessent eine ausführliche Probefahrt vereinbaren. Nur so kann man ausloten, wie man zu den diversen Stärken und Schwächen des Cactus steht.

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