München - Das ABC der Straße: Am ersten Tag ist es zu spät

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Das ABC der Straße: Am ersten Tag ist es zu spät

Von: amv
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Schulkind Straßenübergang Mutter Eltern
Schulkindern müssen vor dem ersten Schultag die wichtigsten Regeln des Straßenverkehrs beigebracht werden. Foto: Silvia Marks

München. Irgendwann gehen auch die schönsten Sommerferien zu Ende. Dann beginnt für rund 700.000 Erstklässler der Schulalltag. Die Mädchen und Jungen müssen aber nicht nur das ABC lernen, sondern auch etliche Verkehrsregeln. Denn auf dem Weg zur Schule lauern viele Gefahren, die die Kinder jedoch oft nicht rechtzeitig erkennen.

„Schulanfänger sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes den komplexen Situationen des Straßenverkehrs nicht gewachsen und schnell überfordert“, schildert Andrea Häußler von TÜV Süd ihre Beobachtungen. Allein schon wegen ihrer Körpergröße fehlt ihnen der nötige Überblick, und sie werden leicht übersehen. Häußler empfiehlt Erwachsenen, einmal in die Hocke zu gehen und so den Straßenverkehr aus Sicht der Kinder zu erleben. Das wirkt.

Die Hauptverantwortung für einen sicheren Schulweg liegt zunächst bei den Eltern. Die TÜV Süd-Expertin legt ihnen deshalb ans Herz: „Den Schulweg mit den Kindern frühzeitig üben. Mehrmals sollten Eltern mit den Erstklässlern den Weg abgehen und vor allem das Überqueren von Straßen und Kreuzungen trainieren. Am ersten Tag ist es zu spät.“ Eltern und Kinder sollten zudem den neuen Weg zu den üblichen Schulzeiten abgehen. So lernen die Erstklässler genau die Verkehrsbedingungen kennen, die sie später allein zu meistern haben.

Oft genug sind gerade Erwachsene ein schlechtes Vorbild, weil sie beispielsweise rote Ampeln missachten. Auch das sollte mit den Kindern besprochen werden. Helle Kleidung und Reflektoren an Jacken und Schulranzen sind wichtig, damit die Kinder schon von weitem zu sehen sind. „Erst wenn alles gut klappt und sich die Kinder sicher fühlen, sollten sie sich alleine auf den Schulweg machen“, rät Häußler.

Unfallursache Nummer eins bei Kindern, die zu Fuß zur Schule gehen, ist das Überqueren der Fahrbahn. Deshalb wollen diese Schritte besonders geübt sein: Vor jedem Betreten der Fahrbahn müssen die Kinder am Bordstein stehen bleiben, nach allen Seiten schauen, zuerst nach links, dann nach rechts, dann wieder nach links, um dann auf kürzestem Weg über die Straße zu gehen. Wenn möglich, sollten sie Straßen nur an Ampeln und Fußgängerüberwegen überqueren. An Zebrastreifen nehmen sie am besten Blickkontakt zu den Autofahrern auf, ebenso auf Fahrbahnteilern.

Das Fahrrad ist nach Meinung der Verkehrsexpertin für Schulanfänger eher ungeeignet. Erst nach Abschluss der Fahrradprüfung - die findet üblicherweise im vierten Schuljahr statt - können Kinder sich sicher mit dem Rad bewegen.

Wird der Weg mit dem Schulbus absolviert, dann sollten Eltern auch dies mit ihren Sprösslingen trainieren, empfiehlt Häußler: „Das gilt für den Hin- und Rückweg zur Haltestelle und ebenso für das Ein- und Aussteigen.“ Immer erst an den Bus herantreten, wenn dieser steht und die Tür geöffnet hat. Nach dem Aussteigen warten, bis der Bus weggefahren ist, und erst dann die Fahrbahn überqueren. Wenn möglich, am nächsten Fußgängerüberweg oder an einer Ampel. Wichtig ist zudem, dass das Kind rechtzeitig an der Haltestelle ankommt, damit es nicht unter Zeitdruck kommt.

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