Dacia Logan: Das beste Preis-Raum-Verhältnis auf dem Markt

Von: amv
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Dacia Logan
Kombi für wenig Geld: Neben seinem günstigen Preis von 7990 Euro bietet der neue Dacia Logan MCV großen Stauraum.

Brühl. Darauf muss man erst einmal kommen. Der Dacia Logan MCV bietet „das beste Preis-Raum-Verhältnis auf dem Markt“, wirbt die Renault-Tochter. Tatsächlich ermöglicht der Kombi vier Personen bequem Platz und dank des 573 Liter großen Kofferraums bekommen sie auch ihr Gepäck komfortabel verstaut.

Doch für eine Kaufentscheidung dürfte erfahrungsgemäß eher der Preis locken. 7990 Euro stehen als Einstiegspreis auf dem Papier. Damit werden sich allerdings die wenigsten bescheiden. In der dritthöchsten Ausstattungsvariante und der empfehlenswertesten Version Laur=E9ate addieren sich schließlich unter dem Strich 13.640 Euro, inklusive Navi oder Klimaanlage. Da bleibt der Preis heiß.

Dass ABS, ESP und Bremsassistent inzwischen zeitgemäß zur Serienausstattung gehören, hat sich wohl herumgesprochen. Zudem ist der Logan MCV inzwischen äußerlich hübsch gelungen und strahlt keinesfalls mehr den Kastenwagen-Charakter des Vorgängers aus.

Umso ärgerlicher sind einige Petitessen, die kaum mit der Spar-Preisgestaltung zu erklären sind. Der moderne 90 PS-Dreizylinder aus Renault-Regalen hat mit dem gut 1,1 Tonnen leichten Kombi ein einfaches Spiel. Laut Werksangaben beschleunigt er von null auf Tempo 100 in 11,1 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 175 Kilometer pro Stunde. Damit lässt sich nicht protzen, aber untermotorisiert fühlt man sich nicht. Zufriedenheit kommt an der Tanksäule auf.

Verbrauchswerte unter sieben Liter sind problemlos zu erreichen. Akustisch macht der Dreizylinder erst bei höheren Drehzahlen auf sich aufmerksam. Das Fünfganggetriebe passt zur Motorcharakteristik, sperrt sich aber mitunter bei schnellen Schaltvorgängen. Ein sechster Gang erscheint wünschenswert. In zu schnell angegangenen Kurven schiebt der Dacia Logan MCV gut beherrschbar über die Vorderräder und lässt sich dank ESP auch durch plötzliche Ausweichmanöver nicht aus der Ruhe bringen.

Im Kapitel Bremsen gibt es keine Tadel, anders bei der Lenkung. Sie arbeitet um die Mittellage zögerlich, indirekt und bietet zu wenig Rückmeldung. Das weiche Fahrwerk steckt selbst üble Schlaglöcher weg. Dämpfung und Federung passen zum Gesamtcharakter des Logan. Keine Ruhmesblätter allesamt, aber solide, sicher und akzeptabel. Der Dreiklang setzt sich im Innenraum fort.

Auf längeren Strecken erweisen sich die Vordersitze jedoch als schlecht gepolstert und geben dem Rücken nicht den notwendigen Halt. Das Platzangebot ist üppig, die Verarbeitung ordentlich, das Design zeitgemäß. Die Funktionalität indes bietet noch Raum für Verbesserungen, wie Pädagogen sagen würden. Ärger kommt auf, wenn man einen Vordersitz verstellen möchte. Die jeweils an den Innenseiten platzierten Drehgriffe lassen sich nur mit Verrenkungen bedienen.

Ärgerlich zudem die unverändert im Blinkerhebel versteckte Hupenbedienung und die schlecht definierten Rasten der Lüftungs- und Klimaanlage. Im gesamten Innenraum dominiert Hartplastik. Wem das missfällt, kann sich damit trösten, dass so die Reinigung einfach ist. Wie die Karosserie so offenbart auch das Interieur keine gravierenden Verarbeitungsmängel. Spaltmaß-Fetischisten kommen allerdings nicht auf ihre Kosten. Das Diktat der spitzen Kalkulation wird im Kofferraum sichtbar: viel blankes Blech.

Mit der im Verhältnis 1/3 zu 2/3 umklappbaren Rückbank kann die Ladekapazität bedarfsgerecht portioniert werden. Bis zu 1.510 Liter werden nutzbar. Es ist vertrackt, im direkten Vergleich mit anderen Kombis offenbart der Logan einige Gegebenheiten, die man so nicht mehr kennt, etwa die Bedienung der Heckklappe per Druckknopf oder die fehlenden Längsverstellung des Lenkrades. Aber im täglichen Gebrauch vermisst man auf einmal auch solches nicht mehr. Purer Nutzwert, ohne Schwurbelleien und Schnickschnack und man stellt fest: es funktioniert.

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