Dacia Dokker: Mehr als eine Billig-Alternative

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Dacia
Dacia bemüht sich mit seinem Dokker gar nicht erst um den falschen Schein. Foto: dpa

Brühl. Natürlich fordert der Dacia Dokker seinem Besitzer ein paar Zugeständnisse ab. Während jedoch andere Anbieter von Hochdachkombis mal mehr mal weniger deren Herkunft aus der Nutzfahrzeugsparte zu kaschieren versuchen, bemüht sich Dacia erst gar nicht um falschen Schein.

Wer sich über die Hartplastik-Ausstattung mokiert, sollte bedenken, dass sich Innenraum sowie Gepäckabteil flugs und einfach reinigen lassen. Selbst wenn in der Ausstattungsvariante Lauréate (Testwagenpreis: 16 750 Euro/Basispreis: 14 490 Euro) die eine oder andere Blende den Innenraum etwas aufhübscht, der Dokker bleibt ein Fahrzeug für praktisch denkende Käufer, denen fahrdynamische Delikatessen egal sind und die Mobilität sowie Zweckmäßigkeit wünschen.

Bei allen praktischen Vorzügen macht der Dokker inzwischen auch eine sehr gefällige Figur. Die Länge von 4,36 Metern kommt den ausgewogenen Proportionen zugute. Das Karosseriedesign wirkt harmonisch und bodenständig. Dachreling, seitliche Schutzleisten und Nebelscheinwerfer vervollständigen je nach Ausstattungsniveau den soliden Stil des Dokker. Lediglich nach hinten ist die Übersicht eingeschränkt, aber das kompensiert die Einparkhilfe.

Wie die Karosserie so offenbart ebenfalls das Interieur keine gravierenden Verarbeitungsmängel. Spaltmaß-Fetischisten kommen allerdings nicht auf ihre Kosten. Der Kofferraum bietet zwischen 625 und 1055 Liter Volumen. Bis zu 26 handelsübliche Getränkekisten lassen sich verstauen oder der Familienlabrador samt Familiengepäck, alles ziemlich mühelos durch die zweigeteilte Hecktür und dank niedriger Ladekante.

Das Cockpit bietet sich angesichts weniger Funktionen aufgeräumt dar, gleichwohl sind die Instrumente bei kritischen Lichtverhältnissen oder aufgesetzter Sonnenbrille schwer ablesbar. Das Infotainmentsystem lässt sich einfach bedienen, ist aber etwas tief positioniert. Als ergonomischer Anachronismus erweist sich der im Blinkerhebel versteckte Hupenschalter. Ablagen gibt es vorne in Hülle und Fülle, bis hin zu einem Kleinkramdepot über dem Armaturenbrett.

Die Fondpassagiere müssen sich Lehnentaschen bescheiden. Vorne wie hinten herrschen großzügige Platzverhältnisse und üppige Kopffreiheit. Insbesondere in engen Parkhäusern lernt man rasch die hinteren Schiebetüren schätzen. Für längere Strecken wünscht man sich etwas mehr Sitzkomfort und eine bessere Lärmdämmung. Das Innenraumgeräusch erweist auf Dauer sich als unangenehm hoch.

Dämpfung und Federung passen zum Gesamtcharakter des Dacia: zweckmäßig und sicher. Auch die Bremsen packen kraftvoll zu. Die Lenkung vermittelt wenig Fahrbahnkontakt, ist jedoch im Stand leichtgängig. Das erleichtert wiederum das Rangieren. Sportliche Attitüden darf der Dokker-Fahrer hingegen nicht mal ansatzweise erwarten. Dem kommoden Charakter entsprechen die Fahrleistungen des 90 PS starken Diesel. Laut Werk beschleunigt der Fronttriebler in knapp 14 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 162 Kilometer pro Stunde (km/h). Als Durchschnittsverbrauch weist der Bordcomputer 6,3 Liter aus.


Wenn ein vernünftiges Angebot zu vernünftigen Kosten gefragt ist, dann zeigt sich der Dokker mehr als einen Blick wert: Purer Nutzwert, ohne Schwurbelleien und Schnickschnack und man stellt zur eigenen Überraschung fest, Funktionalität kann Spaß machen.


Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert