Bis 30. November Kfz-Versicherung wechseln: Lohnt sich das?

Von: vo
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Je nach eigenem Wagen können sich die Angebote der Versicherungen unterscheiden. Foto: Bessi (CCO-Lizenz) / pixabay.com

Berlin. Ende November ist es soweit. Dann besteht die Möglichkeit, die Kfz-Versicherung regulär zu kündigen und zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Vor dem 30. November ist ein Wechsel meist nur eingeschränkt möglich.

Zum Beispiel dann, wenn eine Beitragserhöhung des Versicherers, ein Fahrzeugwechsel oder auch ein Wechsel des Fahrzeughalters stattgefunden hat. Ausnahmen sind neuere Versicherungsverträge, die nicht zum 1. Januar abgeschlossen werden. Hier fällt der Stichtag entsprechend auf ein anderes Datum.

Für viele Autofahrer stellt sich jedes Jahr aufs Neue die Frage, ob und wann sich ein Wechsel lohnt. Schließlich ist es nicht leicht, im Dschungel der vielen Versicherungsangebote den Überblick zu behalten. Nicht jedes scheinbar lukrative Angebot hält langfristig, was es im ersten Moment verspricht.

Auch hängen die Kosten der Kfz-Versicherung von verschiedenen Faktoren ab. Im Folgenden haben wir ein paar Tipps und Informationen für Fahrzeughalter zusammengestellt. So fällt es leichter, sich für ein günstiges Angebot zu entscheiden und Geld zu sparen.

Lohnt sich ein Wechsel der Kfz Versicherung?

Ein Wechsel der Kfz Versicherung kann sich aus mehreren Gründen lohnen:

- Man hat beim Abschluss der ersten Versicherung den nächstbesten Versicherer gewählt. Dann ergeben sich später viele Möglichkeiten, den Tarif zu optimieren, indem man mehrere Angebote vergleicht.

- Es hat ein Fahrzeugwechsel stattgefunden. Dadurch ändern sich Bedingungen für eine Kfz-Versicherung. Oft hat dies erhebliche Auswirkungen auf die Beiträge.

- Die Preisschlacht der Anbieter eröffnet neue Möglichkeiten. Die Preise für Kfz-Versicherungen sinken seit Jahren. Davon können Halter der unterschiedlichsten Fahrzeuge profitieren.

Ein umfangreicher Test von Autoversicherungen der Zeitschrift "Finanztest" kam zu dem Ergebnis, dass sich ein Wechsel in vielen Fällen lohnt - sogar für diejenigen, die ohnehin schon bei einem günstigen Anbieter versichert sind. Mehrere hundert Euro Ersparnis sind demnach keine Seltenheit. Da sich die Angebote der Versicherer derzeit ständig ändern, wie auch folgende Seite zeigt, lohnt es sich auch für "alte Hasen", jedes Jahr neu zu vergleichen.

Doch Vorsicht: Nicht immer ist ein Wechsel der Kfz-Versicherung die richtige Entscheidung. Wer ohnehin schon einen günstigen Anbieter hat, sollte genau hinsehen, bevor er sich vorschnell entscheidet. Das gilt besonders dann, wann man bereits von Rabatten als langjähriger Kunde profitiert.

Die Schadensfreiheitsklasse wird zwar bei einem Wechsel von dem neuen Versicherer übernommen. Dasselbe gilt aber nicht unbedingt für einen Rabattschutz, der dafür sorgt, dass Prozente trotz eines Unfalls erhalten bleiben. Hier kann ein Wechsel unter Umständen eine Zurückstufung zur Folge haben.

Es gilt also:

- Ein Wechsel der Kfz-Versicherung lohnt sich in vielen Fällen.

- Regelmäßige Vergleiche sind empfehlenswert, da sich die Angebote der Versicherer ständig ändern.

- Genaues Hinsehen ist gerade bei Sonderregelungen wie einem Rabattschutz notwendig.

Treten Veränderungen im eigenen Leben ein, zum Beispiel durch einen Umzug, kann es sich auch lohnen, den eigenen Versicherer nach einem neuen Tarif zu fragen. Schließlich möchte dieser seine Kunden meist nicht verlieren.

Lohnt sich das Wechselgeschäft für die Versicherer?

Bei der Vielzahl an günstigen Versicherungstarifen und Rabatten stellt sich die Frage, inwiefern die Versicherer an einem Wechsel verdienen. Tatsächlich hatte die Preisschlacht um neue Kunden in der Vergangenheit immer wieder zur Folge, dass Kfz-Versicherungen in die roten Zahlen rutschten, um weiter zu wachsen. Dabei wurde sogar regelmäßig die Grenze von minus Zwei Prozent unterschritten, bei der die Kapitalerträge die Versicherungstechnik noch ausgleichen können.

In den letzten Jahren hat eine Trendwende stattgefunden. Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zeigen:

- Die Gesamtsumme der Beiträge stieg.

- Gleichzeitig veränderte sich die Summe der gezahlten Leistungen nur leicht.

- Erheblich zurück ging die Schadenquote.

Letztlich standen Beiträgen von insgesamt 24.379,5 Millionen Euro im Jahr 2014 gezahlte Leistungen von 20.656,3 Millionen Euro gegenüber. Für diese Entwicklung machen Experten vor allem folgende Aspekte verantwortlich:

- Gestiegene Beiträge

- Verändertes Fahrverhalten

Letzteres ist mit einem Bewusstseinswandel verbunden. Langsames und vorsichtiges Fahren kommt zunehmend in Mode. Mehr als früher achten auch schon junge Autofahrer auf ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr. Die Folge sind weniger Unfälle und damit auch weniger Kosten für Versicherer.

Worauf sollten potenzielle Kunden achten

Der Wechsel der Kfz-Versicherung selbst ist in aller Regel schnell bewerkstelligt. Für das Vergleichen sollten sich Fahrer allerdings Zeit lassen. Denn nur auf die Höhe der Prämie zu schauen, kann sich im Nachhinein schnell als Fehler erweisen.

Zunächst steht die Frage an, ob man sich für Teil- oder Vollkasko entscheidet. Vollkasko rentiert sich vor allem für Neufahrzeuge. Sie kann aber durch Rabatte für langjähriges unfallfreies Fahren sogar billiger ausfallen als eine Teilkasko. Dann ist sie auch für ältere Fahrzeuge empfehlenswert. Ein Selbstbehalt von einigen hundert Euro führt in vielen Fällen zu einer deutlichen Ersparnis.

Neben günstigen Prämien sollten Fahrer bei der Entscheidung für eine Versicherung Zusatzleistungen im Blick behalten. Dazu zählt zum Beispiel der bereits angesprochene Rabattschutz. Sinnvoll sind außerdem Pannenhilfe, Abschleppdienst oder Krankenrücktransport. Gute Kfz-Tarife decken zusätzlich Marderbisse ab. Ebenso empfehlenswert ist ein möglichst weitgehender Schutz bei Wildunfällen. Mit Formulierungen wie "Tiere aller Art" gehen Fahrzeughalter kein unnötiges Risiko ein.

Auch bei der Kfz-Haftpflicht bestehen Unterschiede, vor allem in der Höhe der Deckungssumme. Wer sich im Urlaub häufig ein Auto mietet, profitiert davon, wenn die Deckungshöhe für diesen Fall auf deutsches Niveau angehoben wird.

Noch einmal zentrale Kriterien bei einem Versicherungswechsel in der Übersicht:

- Höhe der Beiträge

- Teil- oder Vollkasko

- Deckungssumme der Haftpflicht

- "Mallorca Police" (Deckungssumme bei Mietautos im Ausland auf deutschem Niveau)

- Umfassender Schutz bei Wildunfällen

- Schutz bei Marderbissen

Gezielt Geld sparen lässt sich durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung. Experten empfehlen eine Summe von 150 Euro bei Teilkasko und 300 Euro bei Vollkasko.

Nicht für jeden lohnt sich ein Wechsel der Kfz-Versicherung, aber die Zahl derjenigen, die davon profitieren ist hoch. Voraussetzung dafür ist, genau hinzusehen und die Tarife nicht nur nach der Höhe der Prämien zu beurteilen. Einstiegsgeschenke wie ein Einkaufsgutschein sollten allenfalls als netter Zusatz betrachtet werden.

Entscheidend ist letztendlich das Preis-Leistungs-Verhältnis auf lange Sicht. Dabei können zwei Stunden Vergleichen genügen, um im nächsten Jahr mehrere hundert Euro zu sparen. 

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