München - Bei Fensterfolien auf Prüfzeichen achten

CHIO Freisteller

Bei Fensterfolien auf Prüfzeichen achten

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Autofenster
Kein Durchblick: Verdunkelte Scheiben liegen im Trend. Wer seinen Wagen nachrüstet, muss aber einige Regeln beachten. Foto: Colourbox

München. Ein Rundumblick beim Ampelstopp macht es offensichtlich: Getönte Autoscheiben erfreuen sich großer Beliebtheit. Manche Autobesitzer finden die getönten Scheiben sportlich und schick. Andere schätzen ihren Schutz vor Sonnen- und UV-Strahlung.

Wer seinen Wagen im Nachhinein entsprechend aufrüsten will, kann im Zubehörhandel auf ein breites Sortiment von Folien zurückgreifen. „Zulässig sind allerdings nur Folien mit Bauartgenehmigung“, steckt Philipp Schreiber von TÜV Süd in München den Rahmen des Erlaubten ab und ergänzt: „Ansonsten erlischt die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug.“

Entsprechend muss jede Folie mit einem Prüfzeichen gekennzeichnet sein. Egal, ob Sicht-, UV- oder Wärmeschutz: Wer nachrüsten will, sollte neben dem Prüfzeichen darauf achten, dass die Auflagen der Bauartgenehmigung und deren Anwendungsbereich eingehalten werden.

Bei Tönungsfolien bedeutet dies im Allgemeinen, dass die Verwendung an der Windschutzscheibe und den vorderen Seitenscheiben ausgeschlossen ist. Ab Werk getönte Windschutzscheiben sowie die vorderen Seitenscheiben müssen innerhalb des 180-Grad-Sichtfeldes des Fahrers eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 70 Prozent aufweisen. Dadurch soll vor allem sichergestellt werden, dass für andere Verkehrsteilnehmer ein Blickkontakt zum Fahrer möglich ist und dieser wiederum ungehinderte Sicht besitzt.

„Diese Vorschrift erfüllen jedoch nur klare oder leicht getönte Wärmeschutzverglasungen“, schildert der TÜV-Süd-Fachmann seine Erfahrungen. Im Zweifel sollte man sich fachmännischen Rat, etwa bei TÜV-Fachleuten, einholen. Bei den wenigen Folien, deren Bauartgenehmigung eine Anbringung an den vorderen Seitenscheiben zulässt, ist in solchen Anwendungsfällen die Wirksamkeit der Bauartgenehmigung an eine erfolgte Änderungsabnahme gemäß Paragraf 19(3) Straßenverkehrszulassungsordnung gebunden.

„Vereinfacht gesagt sind Tönungsfolien im vorderen Fahrzeugbereich bis auf einen maximal 0,1 Quadratmeter großen Streifen am oberen Rand der Windschutzscheibe tabu“, betont Fachmann Schreiber. Sie dürfen nur von innen an den Seitenscheiben ab der B-Säule oder an der Heckscheibe aufgebracht werden. Der Tönungsgrad spielt in diesem Fall keine Rolle.

Bei einer stark verdunkelten Heckscheibe kann die Bauartgenehmigung jedoch einen rechten Außenspiegel fordern und man muss sich etwa beim nächtlichen Rangieren darauf einstellen, dass die Rücksicht eingeschränkt ist. „Grundsätzlich sollte man die Montage der hauchdünnen Folien besser den Fachleuten überlassen“, legt Schreiber Nachrüstwilligen ans Herz. „Es erfordert schon eine gewisse Erfahrung, um unschöne Falten oder Risse zu vermeiden.“ Die Kosten für die Folien inklusive Anbringung auf den hinteren Scheiben liegen bei ungefähr 300 Euro.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert