Aachen - Baustellen auf der Autobahn: Besser rechts als ängstlich links

Baustellen auf der Autobahn: Besser rechts als ängstlich links

Von: amv
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Autobahn Symbol Baustelle Stau Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Jetzt wird es eng: Baustelle auf einer Autobahn. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Aachen. Baustellen gehören zum Alltag auf der Autobahn. „Aber sie sind erfahrungsgemäß eine häufige Unfallquelle“, warnt Eberhard Lang von TÜV Süd in München. Insbesondere das Fahren auf der linken Fahrspur wird von vielen Autofahrern aufgrund der Enge - oft sind es nicht mehr als 2,50 Meter - als besonders unangenehm empfunden.

Üblicherweise stehen jeweils 3,75 Meter für die rechte und linke Fahrspur zur Verfügung. „In Baustellenbereichen ist die rechte Fahrspur grundsätzlich breiter und daher Autofahrern, die sich auf der linken Spur unsicher fühlen, zu empfehlen“, erläutert Lang. Tückisch sind zudem zwei andere Punkte. Vielfach ist die linke Spur nur bis zu einer bestimmten Breite erlaubt. Allerdings weist der in den Fahrzeugpapieren eingetragene Wert nur die Breite ohne Außenspiegel aus. „Deshalb sollten man sich über die tatsächliche Breite seines Fahrzeugs informieren“, legt der TÜV Süd-Fachmann Autofahrern ans Herz, „sonst droht Bußgeld“. Das gilt ebenso für die Tempolimits. Baustellenbereiche sind ein gern gewählter Platz für Geschwindigkeitskontrollen.

„Umfragen zufolge fühlt sich knapp die Hälfte der Befragten in Autobahnbaustellen nicht sicher und jeder sechste Fahrer verspürt sogar regelrecht Angst“, weiß Lang. Die engen Platzverhältnisse, die ungewohnte Spurführung verzeihen einem Autofahrer kein gedankliches Abschweifen, kein Hantieren am Radio und schon gar nicht am Telefon, selbst bei Freisprecheinrichtung.

„Wenn vor der Baustelle die Anzahl der Fahrspuren reduziert wird, heißt es, sich nach dem Reißverschlusssystem einordnen. Tempolimits und Überholverbote sind unbedingt zu befolgen. Mitunter werden Autofahrer durch entsprechende Beschilderung dazu aufgefordert, in Baustellen versetzt zu fahren. „Durch den Verzicht auf Überholmanöver lassen sich Unfälle mit dem Nebenmann vermeiden“, gibt der TÜV Süd-Fachmann zu bedenken und rät, „vermeiden Sie Spurwechsel sowie Überholmanöver in der Baustelle. Sie sind dadurch kaum langsamer, aber viel sicherer unterwegs.“ Ganz wichtig und sicherheitsrelevant ist der ausreichende Abstand zum Vordermann. „Besondere Vorsicht ist im Verschwenkungsbereich angebracht“, erinnert Lang: „Lkw oder Gespanne brauchen dort mehr Platz.“

Im Falle einer Panne gilt, Warnblinker einschalten und wenn möglich das Fahrzeug am rechten Fahrbahnrand abstellen. Anschließend sollten alle Autoinsassen den Wagen auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen und zuvor ihre Warnweste überstreifen. Erhöhte Aufmerksamkeit ist bei Nachtbaustellen geboten. Besonders kritisch ist der Übergang von beleuchteten auf unbeleuchtete Abschnitte. „Reduzieren Sie im Zweifel das Tempo, damit Sie die Spurführung besser erkennen“, empfiehlt Lang.

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