Bares Geld sparen: mit einem Erwerb von Reimport-Autos

Von: vo
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Neuwagen
Beim Autokauf spielt das Internet nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Im vergangenen Jahr wurden 35.000 Neuwagen über Internetvermittler verkauft, wie eine am Donnerstag verbreitete Studie des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen ergab. Foto: dapd

Berlin. Es klingt verlockend: im EU-Ausland erworbene Neuwagen sind bis zu 40 Prozent preiswerter als in Deutschland. Die Ersparnisse sind hoch. Doch wo Sonne ist, ist auch Schatten.

Eklatante Unterschiede zwischen landspezifischen Steuersätzen

Über die Jahre hinweg ist der Reimport von Autos zu einem großen Geschäft avanciert. Insbesondere im Internet sind zahlreiche Händler wie take-your-car.de aktiv, die neue Fahrzeuge aus dem benachbarten Ausland nach Deutschland importieren und vor Ort veräußern.

Doch wieso sind die Preisunterschiede so groß? Der wichtigste Grund sind massive Unterschiede in Steuersätzen einzelner EU-Staaten. Einige der beliebtesten Importländer sind Schweden und Dänemark mit Mehrwertsteuersätzen von 25 Prozent. Da jeder EU-Bürger automatisch Produkte des EU-Auslands kaufen darf und die Kfz dort versteuert werden müssen, wo sie angemeldet sind, sparen Käufer automatisch sechs Prozent.

Großer Einfluss durch die Luxussteuer

Eine weitere ausschlaggebende Komponente ist die Luxussteuer, die benachbarte EU-Staaten auf Neuwagen geltend machen. Diese Luxussteuer beläuft sich in Dänemark auf 180 Prozent. In Schweden müssen Autohändler sogar eine eigene Abgabe bezahlen. Deshalb mussten Fahrzeugproduzenten die Preise dem Steuerniveau anpassen. Schließlich soll sich die zahlende Klientel die Fahrzeuge auch noch leisten können.

Da Käufer aus Deutschland diese Steuern nicht entrichten müssen, kommen die Regelungen den eigenen Finanzen zugute. Außerdem haben Kfz-Hersteller die Preise für die Autos dem Einkommensstandard einzelner Staaten angepasst. Diese Tendenz führt dazu, dass Neuwagen in Großbritannien besonders teuer sind. In Griechenland, Italien oder Portugal lohnt sich der Kauf hingegen.

Achtung bei der Ausstattung

Dennoch sollten Interessenten beim Kauf eines Fahrzeugs nicht bedenkenlos den Zuschlag erteilen. Möglicherweise sind Neuwagen schlechter ausgestattet. So gehört das Anti-Schleudersystem ESP in vielen Ländern nicht zur Standardausstattung dazu. Da die Abgasnormen von Land zu Land ebenfalls leicht voneinander abweichen, treten schlimmstenfalls auch technische Probleme auf.

Diese Aspekte gilt es, vor einem Kauf der Autos zu überprüfen. Wer sich bei Bedarf auf verhältnismäßig lange Wartezeiten einstellt, macht mit einem reimportierten Auto ganz gewiss ein Schnäppchen. Denn es gibt noch eine gute Nachricht: Gewährleistungspflichten müssen Autobauer im EU-Ausland ebenso übernehmen wie in Deutschland.

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