Autositze: Eine Frage der Einstellung

Von: amv
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München. Für den Mensch hinter dem Steuer ist es keinesfalls bloß eine Frage der Bequemlichkeit. „Nur wer sich seinen Sitz passend justiert hat, kommt im Ernstfall rasch an alle Bedienungselemente und kann schnelle Lenkmanöver sicher ausführen“, gibt Lothar Wech von TÜV Süd in München zu bedenken.

Weitaus wichtiger noch: Airbags, Gurte, Gurtstraffer sowie Kopfstützen schützen erst dann wirkungsvoll, wenn sie an den vorgesehenen Stellen auf den Körper einwirken. Mithin kann bei einem Unfall die richtige Sitzposition über den Verletzungsgrad entscheiden.

„Sitzt man beispielsweise zu nahe am Lenkrad - der Abstand zwischen Lenkrad und Oberkörper soll mindestens 25 Zentimeter betragen -, führt diese Sitzeinstellung leicht zu einer verkrampften Haltung; schnelle Ausweichmanöver werden schwierig; die Nähe zu dem sich bei einem Unfall entfaltenden Airbag kann sogar zusätzliche Verletzungen verursachen“, schildert Wech seine Erfahrungen.

Umgekehrt ist ebenso wenig empfehlenswert. Eine Position zu weit vom Lenkrad weg, also fast schon in Liegeposition, kann bei einem Unfall insbesondere für den Nackenbereich gefährlich sein. Verliert der Rücken den Kontakt zur Lehne, wächst die Entfernung zur Kopfstütze. Sie kann ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen.

„Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und überprüfen Sie Ihre Einstellung zum bequemen und sicheren Sitzen“, legt TÜV Süd-Fachmann Wech jedem Autofahrer ans Herz. Grundsätzlich sollte die Rückenlehne in einer aufrechten Position stehen, bei der die Schulterblätter die Lehne berühren können. Die Beine sind bei voll durchgetretenem Kupplungspedal noch leicht angewinkelt.

„Bei normaler Fahrt passt zwischen Oberschenkel und Sitzfläche eine flache Hand“, empfiehlt der Fachmann: „Strecken Sie Ihre Arme aus. Ihre Handgelenke sollten Sie jetzt oben auf dem Lenkrad ablegen können, ohne dass ihre Schulterblätter den Kontakt zur Rückenlehne verlieren.“ Bei vielen Autos kann die Position des Lenkrads eingestellt werden. „Stellen Sie das Steuer so ein, dass Sie bequem sitzen und Tacho samt Warnleuchten im Blick haben“, rät Wech.

Danach heißt es, die Kopfstütze justieren. Deren Oberkante sollte auf Schädelhöhe eingestellt werden. Der Abstand zwischen Hinterkopf und Kopfstütze sollte etwa zwei bis drei Zentimeter betragen. Wech: „Stellen Sie dazu die Sitzlehne in die richtige Position und kippen Sie die Kopfstütze entsprechend nach vorne.“ Probe: Die flache Hand passt gerade zwischen Hinterkopf und Kopfstütze. Auch wenn man in einem fremden Auto fahren oder mitfahren will, sollte man sich nach dem Einsteigen Sitz, Rückenlehne und Kopfstütze richtig positionieren.

Erfahrungsgemäß sitzen rund 80 Prozent aller Autofahrer während der Fahrt nicht optimal und diese falsche Position birgt nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern Kopf, Hals und Rücken lassen diese Fehler spüren. Besonders Fahrten auf der Autobahn können zu einer Tortur werden, denn die Geschwindigkeit erfordert hohe Konzentration, und die Haltung wird auf der monotonen Strecke wenig variiert. Abwechslungsreicher sind Überlandfahrten, da beim Kurvenfahren die Körpermuskulatur aktiver eingesetzt wird.

Grundsätzlich rät der TÜV Süd-Fachmann dazu, bereits beim Autokauf der Einstellbarkeit und Passgenauigkeit besonders des Fahrersitzes ausreichend Augenmerk zu widmen. „Probesitzen vor dem Autokauf ist ein absolutes Muss“, betont Wech: „So lässt sich schnell feststellen, ob sich insbesondere der Fahrersitz an die eigene Statur anpassen lässt. Gerade bei größeren Personen ist es nicht selbstverständlich, dass die Schultern abgestützt werden und die Lehne nicht zu klein ist.“

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