Automatisches Notrufsystem für Autos

Von: amv
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eCall Notruf SOS
Neue Pkw-Modelle müssen ab April 2018 mit einem automatischen Notrufsystem ausgerüstet sein. Foto: dpa

Berlin/Brüssel. Neue Pkw-Modelle müssen ab April 2018 europaweit mit einem automatischen Notrufsystem, dem sogenannten 112-eCall, ausgerüstet sein. Das beschloss der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments in Brüssel. Im Fall eines schweren Unfalls alarmiert der eCall automatisch den Rettungsdienst und übermittelt die Position des Autos sowie die letzte Fahrtrichtung an die Rettungsleitstelle.

Der eCall erkennt mithilfe von Sensoren einen schweren Unfall und löst automatisch und unverzüglich einen Notruf aus. Dazu greift das Fahrzeug auf eingebaute Ortungs- und Telekommunikationstechnik zurück. Das Auto sendet den Unfallort-Daten an die jeweils zuständige Rettungsleitstelle und baut gleichzeitig eine Sprechverbindung auf. Bei leichteren Unfällen oder in jeder Notsituation können die Fahrzeuginsassen den eCall auch manuell auslösen. Ab April 2018 erhalten nur noch solche neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eine Typgenehmigung, die mit dem 112-eCall ausgerüstet sind.

Durch eCall soll die Rettungsleitstelle in der Lage, den Zeitraum zwischen dem Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte auf ein Minimum zu reduzieren. Die EU-Kommission hofft, insbesondere in ländlichen Regionen diesen Zeitraum um bis zu 50 Prozent zu verkürzen. Das ist wichtig, weil die Folgen von Unfallverletzungen umso stärker abgemildert werden können, je früher die Versorgung am Unfallort beginnt. Durch rechtzeitiges Eintreffen der Rettungskräfte will die EU-Kommission europaweit jährlich bis zu 2.500 Menschenleben retten und die Zahl der schweren Verletzungen deutlich reduzieren.

Einer repräsentativen Allensbach-Umfrage im Auftrag des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin zufolge stößt der eCall in der deutschen Bevölkerung auf breite Zustimmung: Fast die Hälfte (46 Prozent) der befragten 30- bis 59-Jährigen wünschte sich einen solchen automatischen Notruf. Der eCall lag damit auf Platz Eins der Wünsche für die automobile Zukunft.

Wenn eCall großflächig eingeführt ist, soll es laut EU-Kommission „deutlich weniger“ als 100 Euro je Neuwagen kosten. Vergleichbare Systeme gibt es bereits, oftmals als Teil des Audio- und Navigationssystems, allerdings dann deutlich teurer. Nach Vorstellungen der EU soll das Datenaustauschsystem über eine standardisierte, sichere und frei zugängliche Schnittstelle arbeiten.

Der GDV begrüßt dies, „um ein drohendes Datenmonopol der Automobilhersteller zu verhindern“ und die Wahlfreiheit des Verbrauchers bei weiteren telematischen Dienstleistungen - etwa der schnellen Hilfe bei einer Panne oder bei der Ortung des Fahrzeugs nach einem Diebstahl - sicherzustellen. „Mit einer offenen Schnittstelle behalten die Autofahrer die Kontrolle über ihre Daten. So können sie sich jederzeit für das beste Angebot und für den von ihnen bevorzugten Dienstleister entscheiden, seien es Automobilhersteller, Versicherungen, Kfz-Betriebe oder Automobilclubs“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des GDV.

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