Autodiebstahl: Gelegenheit macht Diebe

Von: amv
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Besteht der Verdacht, der Fahrzeugschlüssel könne gestohlen worden sein, sollten Polizei und Kaskoversicherer umgehend informiert werden. Symbolbild: obs/HUK-COBURG

München. Seit 2001 hat sich die Zahl der Fahrzeugdiebstähle fast halbiert. Eine Beruhigungspille ist das für die Betroffenen aber noch lange nicht. Sie verlieren den fahrbaren Untersatz und lassen Nerven bei der Schadenregulierung. Rund 19.000-mal pro Jahr knacken zwischen Kiel und Konstanz, Zwickau und Zweibrücken Gelegenheitsdiebe Schlösser, überlisten hochspezialisierte Profis Wegfahrsperren.

Der dabei entstandene Schaden summiert sich auf rund 264 Millionen Euro, rechnet der Gesamtverband der Versicherer (GDV) zusammen. Dabei gilt: Je hochwertiger der Wagen, desto geringer ist die Chance, ihn wieder zu sehen. Das Problem für Autohersteller, -besitzer und Versicherer, „einen hundertprozentigen Diebstahlschutz gibt es nicht“, schildert Philip Puls TÜV SÜD in München seine Erfahrungen, „wohl aber Möglichkeiten, den Dieben das Handwerk schwer zu machen“.

Früher oder später überwinden die Langfinger jedes noch so raffinierte System. Dennoch sind alle Diebstahlsicherungen nützlich - ob mechanisch oder elektronisch. Puls rät: „Besser eine Lenkradkralle als gar keinen Schutz.“ Selbst für das Knacken dieser einfachen Sperre vergeht wertvolle Zeit. Jenseits einer zusätzlichen Sicherung sollte man beim Abschließen mit der Funkfernbedienung darauf achten, dass das Fahrzeug wirklich verriegelt.

„Diebe können nämlich das Funksignal mithilfe von Funkblockern stören und der Wagen bleibt offen“, warnt Puls. A und O der Vorbeugemaßnahmen ist es allerdings, den Fahrzeugschlüssel im Auge zu behalten. „Wer den Türöffner selbst für den kurzen Weg zur Tankstellenkasse stecken lässt, handelt fahrlässig“, gibt Puls zu bedenken: „Selbst in der Manteltasche im Restaurant ist der Schlüssel nicht sicher und ganz klar, Ersatzschlüssel haben im Fahrzeug nichts verloren.“

Besteht der Verdacht, der Fahrzeugschlüssel könne gestohlen worden sein, sollten Polizei und Kaskoversicherer umgehend über den Verlust des Autoschlüssels informiert werden. Dann heißt es, eine Vertragswerkstatt ansteuern. „In den meisten Autoschlüsseln steckt heutzutage ein Transponder für die Wegfahrsperre“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann.

„84Betroffene sollten den Wagen also mit dem Ersatzschlüssel zum Händler fahren, der die Schlüsseldaten im Steuergerät des Fahrzeugs löscht. Dann lässt sich die Wegfahrsperre mit dem abhanden gekommenen Türöffner nicht mehr überbrücken.“ Den Werkstattauftrag für die Datenlöschung hebt man am besten als Nachweis für die Versicherung auf. Bei einem Diebstahl des Autos wird üblicherweise die Polizei nicht zum Tatort kommen, denn da gibt es nichts zu sichern. Also muss der Bestohlene für seine Anzeige das nächste Polizeirevier besuchen.

Schnell handeln macht Sinn, damit die polizeiliche Fahndung anlaufen kann. Soweit vorhanden sollten die Namen und Adressen von Zeugen notiert werden. Um den Schaden von der Kaskoversicherung - denn die zahlt für den Verlust - ersetzt zu bekommen, wird das Diebstahlprotokoll der Polizei benötigt. Dazu werden das Polizeiprotokoll, die schriftliche Schadenanzeige, die Fahrzeugpapiere und -schlüssel, die Abmeldebescheinigung sowie die Angaben zum Auto benötigt.

Was genau die Assekuranz zahlt, steht im Kleingedruckten. Bleibt die Fahndung nach dem gestohlenen Auto erfolglos, wird das Fahrzeug nach Ablauf der Monatsfrist rechtlich gesehen Eigentum der Versicherung. Der Versicherungskunde bekommt den Wiederbeschaffungswert von seiner Teilkaskoversicherung erstattet. Aber nicht nur Technik kann vor Autodieben schützen, sondern ebenso das eigene Verhalten.

So sollte man während einer Reise gut beleuchtete Parkplätze ansteuern und das Auto möglichst in Sichtweite und geschlossen, einschließlich Fenster und Dach, abstellen. Egal, ob Papiere, Handy, Laptop oder Portemonnaie - Wertgegenstände weder offen noch im Handschuhfach oder Kofferraum deponieren. „Zeigen Sie, dass nichts zu holen ist“, empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann.

Wo augenscheinlich nichts ist, lohnt auch kein Einbruch. Warum also nicht freie Sicht ins leere Handschuhfach und bei Kombis den leeren Kofferraum gewähren? Ebenso wichtig: den Saugnapf des Navis sowie dessen Abdruck auf der Frontscheibe entfernen. Andernfalls könnte das an Anreiz für Langfinger sein.

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