Aussteigen verboten: Regeln für den Stau

Von: amv
Letzte Aktualisierung:
Symbol Stau Unfall Autobahn Standstreifen Urlaub Symoblfoto: Carsten Rehder/dpa
Hier geht nichts mehr - aber was ist jetzt erlaubt? Foto: Carsten Rehder/dpa

München. Staus gehören zum automobilen Alltag und für die Ostertage warnen die Fachleute der Autoclubs ADAC und ACE, es werde besonders heftig. Nichts geht mehr, der Mensch am Steuer ist zur Untätigkeit verdammt. Dass lässt manchen Autofahrer auf Ideen kommen, die nicht mit der Straßenverkehrsordnung in Einklang stehen.

Etwa auszusteigen und sich die Füße zu vertreten. Verboten. „Die Fahrbahn darf im Stau grundsätzlich nicht betreten werden“, erinnert Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC in München: „Der Gesetzgeber sieht weder ein ‚menschliches Bedürfnis‘ noch das Wickeln eines Kindes als Notfall an.“

In solchen Fällen muss bis zum nächsten Park- oder Rastplatz weitergefahren werden. Das Betreten ist nur erlaubt, um einen Unfall abzusichern. Wer sich nicht daran hält, muss 10 Euro Verwarnungsgeld einkalkulieren.

Ebenso ist das Halten auf dem Standstreifen der Autobahn untersagt. Widrigenfalls winken 30 Euro Verwarnungsgeld. Beim Parken wird es noch teurer: 70 Euro Bußgeld und ein Punkt. „Steht der Verkehr auf der Autobahn bei einer Vollsperrung für eine längere Zeit, wird die Polizei bei kurzem Aussteigen jedoch meist ein Auge zudrücken und auf eine Anzeige verzichten“, schildert die ADAC-Fachfrau ihre Erfahrungen. Allerdings: Die Rettungskräfte dürfen durch den Ausflug nicht behindert werden.

Der Seitenstreifen ist nicht dazu da, um schneller zum Rastplatz oder zur Autobahnausfahrt zu gelangen. Wer ihn dennoch benutzt, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Rückwärtsfahren oder gar wenden steht ebenfalls auf der Tabuliste, es sei denn, die Polizei fordert dazu auf. Sonst drohen eine Geldbuße bis zu 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

„Rechts zu überholen ist nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit weniger als 60 km/h unterwegs ist“, nennt Katrin Müllenbach-Schlimme eine weitere Stauregel: „Bei stehendem Verkehr auf dem linken Fahrstreifen darf auf dem rechten Fahrstreifen mit einer Geschwindigkeit von höchstens 20 Kilometer pro Stunde (km/h) gefahren werden. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen langsam in Bewegung, darf die Differenzgeschwindigkeit nur 20 km/h betragen, höchstens also 80 km/h.“

Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt. Auf der Verbotsliste steht überdies das Telefonieren ohne Freisprechanlage, es sei denn der Motor ist ausgeschaltet. Andernfalls drohen ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt.

Bevor es schließlich nicht mehr vorwärts geht und der Abstand von Fahrzeug zu Fahrzeug schrumpft, heißt es - rangieren. Eine Rettungsgasse zu bilden, hat im Stau höchste Priorität. Autofahrer dürfen diese Gasse nicht schließen, indem sie beispielsweise einem Rettungsfahrzeug hinterherfahren. Es könnten noch weitere Fahrzeuge folgen. Bei Verstößen droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert