München - Aus der Spur: Wann eine Achsvermessung nötig ist

Aus der Spur: Wann eine Achsvermessung nötig ist

Von: amv
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Auto Fahrwerk
Komplexe Angelegenheit: das Fahrwerk eines Autos. Foto: Henning Kaiser/dpa

München. Eine Achsvermessung steht bei den meisten Autofahrern nicht auf der Routine-Checkliste. Doch es gibt gute Gründe, das Fahrwerk seines Fahrzeugs im Auge zu behalten, denn im Alltag ist die Radaufhängung starken Belastungen ausgesetzt und so können sich Spur, Sturz oder andere Fahrwerksparameter mit der Zeit verstellen.

Auch eine heftige Bekanntschaft mit einem Bordstein oder einem tiefen Schlagloch kann dazu führen, dass das Fahrwerk nicht mehr den Sollvorgaben entspricht. „Besteht der Verdacht eines falsch eingestellten Fahrwerks, sollte man nicht lange zögern und vom Fachmann eine Achsvermessung durchführen lassen“, empfiehlt Patrick Pöppl von TÜV Süd in München.

Eine Veränderung der Achsgeometrie kann ein ganzes Bündel an Komplikationen mit sich bringen, die allesamt die Fahrsicherheit und den Reifenverschleiß negativ beeinflussen. Teuer wird es, wenn Fahrwerksprobleme ignoriert werden und dadurch Reifen und Radlager frühzeitig verschleißen. Hinweise auf eine falsche Achseinstellung geben beispielsweise ein schief stehendes Lenkrad, polternde Fahrwerksgeräusche oder Quietschen, das bei Kurvenfahrten auftritt.

Die Achsgeometrie wird heutzutage mit Hilfe von Computern und moderner elektronischer Geräte, beispielsweise Lasern und Sensoren oder mithilfe von Reflektoren an den Rädern exakt vermessen. Anhand der Werte werden dann die Spur, der Sturz und die so genannten Nachlaufwerte wieder korrekt eingestellt.

„Eine falsche Spureinstellung kann zu verstärktem Unter- oder Übersteuern in Kurven führen“, schildert der TÜV Süd-Fachmann die Folgen einer verstellten Achsgeometrie. Beim Untersteuern schiebt das Auto über die Vorderräder ans Kurvenäußere. Beim Übersteuern kann das Heck ausbrechen. Warnsignale für eine veränderte Achsgeometrie sind neben den veränderten Fahreigenschaften ein schief stehendes Lenkrad oder einseitig abgefahrene Reifen.

Da dann die Aufstandsfläche der Reifen nicht mehr optimal ist, verschlechtert sich auch der Bremsweg. Dazu kommen ein erhöhter Verschleiß von Radaufhängung, Federn und Stoßdämpfern sowie ein erhöhter Spritverbrauch. Bei modernen Autos mit elektronischen Assistenzsystemen kann es zudem weitere Unsicherheitsfaktoren geben. Patrick Pöppl: „So sind beispielsweise der Spurhalte- und Abstandsassistent auf die jeweilige Fahrwerkseinstellung kalibriert. Ändern sich die Parameter des Fahrwerks, können die elektronischen Assistenten ihre Aufgabe nicht mehr korrekt erfüllen.“

Eine Achsvermessung ist zudem nach Arbeiten am Fahrwerk notwendig. „Wurden Tieferlegungsfedern oder andere Stoßdämpfer eingebaut oder Teile der Lenkung repariert, steht im Nachgang eine Achsvermessung an“, erinnert der TÜV Süd-Fachmann.

Gleiches gilt nach dem Wechsel von Querlenkern, Spurstangen und -köpfen und manchmal auch beim Tausch eines Stabilisators. Darüber hinaus ist nach dem Aufziehen von Reifen in einer anderen Dimension oder der Montage von größeren Leichtmetallrädern eine Achsvermessung empfehlenswert.

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