Erfurt - Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Von: amv
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Gebrauchtwagen
Das Frühjahr ist ein beliebter Zeitpunkt für einen Fahrzeugwechsel. Das kommt auch der Gebrauchtwagenbranche zugute.

Erfurt . Das gute Geschäft in der Gebrauchtwagenbranche geht weiter. Laut dem Branchenbeobachtungsdienst EurotaxSchwacke wuchs die Zahl der Verkaufsabschlüsse im Februar um 7,1 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2013 und erfahrungsgemäß ist das Frühjahr ein beliebter Zeitpunkt für einen Fahrzeugwechsel.

Aber, Interessenten sollten sich nicht von aufpolierten Gebrauchten blenden lassen und beim Autokauf eine Expertenmeinung hinzuziehen, rät der TÜV Thüringen in Erfurt. Entsprechende Prüfungen bieten neben Autoclubs und Werkstätten auch Sachverständigenorganisationen an. Die Preise liegen zwischen etwa 80 und 120 Euro. Achmed Leser vom TÜV Thüringen rät Gebrauchtwageninteressenten zudem, sich im Vorfeld des Kaufs genau zu informieren. Dazu sollte klar sein, welches Modell bei der Fülle an Angeboten überhaupt in Frage kommt.

„Eventuell kann ja auch ein vergleichbares Modell eines anderen Herstellers in Betracht gezogen werden, welches günstiger am Markt angeboten wird“, so der Schaden- und Wertgutachter. Neben dem Preis legen Käufer Wert auf Farbe, Motorisierung und Ausstattung des Fahrzeugs. „Letztlich ist der Gebrauchtwagenkauf immer auch ein Kompromiss. Das Wichtigste ist aber, dass das Fahrzeug in einem sicheren technischen Zustand ist. Aussagen wie topgepflegt oder wie neu stellen sich bei einem genaueren Hinsehen leider manchmal als Finte heraus“, beschreibt Achmed Leser seine Erfahrungen. Oft können Käufer nicht wirklich einschätzen, ob der geforderte Preis für das Fahrzeug gerechtfertigt ist. Bei hoher Kilometerlaufleistung und vielen Vorbesitzern empfiehlt es sich, ganz genau hinschauen.

„Spätestens jetzt sollten Autokäufer professionellen Rat hinzuziehen. Gerade verdeckte Mängel aufgrund von schlecht reparierten Unfallschäden oder vernachlässigter Wartung können Laien auf den ersten Blick nicht erkennen“, weiß Leser. Der Fahrzeugexperte empfiehlt unsicheren Käufern, lieber zu einem gewerblichen Verkäufer zu gehen. Zwar sind die Fahrzeuge dort in der Regel etwas teurer als bei einem Kauf von privat, der Händler ist aber verpflichtet, eine Gewährleistung zu übernehmen. Diese gibt es bei einem Privatkauf nicht. Generell sollten Käufer, bevor sie einen Vertrag unterschreiben, eine Probefahrt machen. „Die Fahrgeräusche verraten bereits das eine oder andere Manko. Wie fühlt sich die Bremse an, macht der Schalldämpfer Geräusche, wie verhält es sich mit dem Geradeauslauf oder klappert irgendwo im Fahrzeuginneren eine Verkleidung? All das sind Dinge, auf die man bei einer Probefahrt achten sollte“, rät Leser.

Zu empfehlen ist auch, Straßen mit unterschiedlichen Belägen zu benutzen. Manch ein Geräusch ist erst auf Kopfsteinpflaster richtig wahrzunehmen. Wer hierbei unsicher ist, sollte die Probefahrt nutzen, sich eine Drittmeinung einzuholen. Ein Gutachten kann sich lohnen und bewahrt womöglich vor einem teuren Fehlkauf.

Wer seinen Wunschgebrauchten gefunden hat, sollte bei der Kaufabwicklung noch einige Dinge beachten: Wann ist die nächste Hauptuntersuchung fällig? Sind alle Dokumente wie Fahrzeugpapiere, Serviceheft, Wartungs- und Reparaturrechnungen sowie Prüfbescheinigungen vorhanden? Stimmt die Fahrgestellnummer mit den Unterlagen überein? Sind die Fahrzeugschlüssel komplett vorhanden? In jedem Fall müssen Kilometerstand, Extras sowie eventuelle Unfallschäden im Kaufvertrag aufgeführt werden. Fahrzeuge, bei denen das Serviceheft fehlt, stellen sich oftmals als Blender heraus.

„Verkäufer, die zu ihrem Fahrzeug kein Serviceheft vorweisen können, haben in aller Regel etwas zu verbergen. Von solchen Fahrzeugen sollten Käufer lieber die Finger lassen. Ob hier der Kilometerstand mit der tatsächlichen Laufleistung übereinstimmt, ist anzuzweifeln. Auch mögliche Wartungsstaus sind vorprogrammiert“, gibt Achmed Leser zu bedenken. nom

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