Auf dem Weg in den Osterurlaub noch Geld sparen

Von: Leticia Witte und Daniel Rademacher, dpa
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Ostern
Ärgerlich, wenn man die ersten Stunden des Osterurlaubs im Stau steckt. Frühaufsteher und Überlandfahrer haben laut dem Auto Club Europa Auto Club Europaneue Suche mit diesem Objektverfeinern nach diesem ObjektVerfügbare Bedeutungen: Auto Club Europa aber gute Chancen, den Blechlawinen zu entkommen, die ab Ende März auf den Autobahnen zu erwarten sind. Foto: Frank Leonhardt

Slubice/Berlin. Für manche Osterreisende lohnt es sich, erst hinter der Grenze aufzutanken. Doch die Spritpreise in den Nachbarländern sind nicht überall niedriger - gute Planung ist gefragt.

Pünktlich zu den Osterferien sind die Spritpreise so hoch wie nie. Doch viele Reisende können aus der Not eine Tugend machen. Tanken im Ausland ist mitunter billiger als hierzulande. Aber eben nicht in jedem Fall. Über die deutschen Rekordpreise von mehr als 1,70 Euro pro Liter können Autofahrer in manchen Nachbarländern nur schmunzeln, sie müssen deutlich mehr bezahlen und kommen sogar als Tanktouristen nach Deutschland.

Dagegen gehören deutsche Kunden an polnischen Tankstellen zum Alltag: Sie kommen nicht erst, seit hierzulande die Preise für Benzin und Diesel in schwindelerregende Höhe geklettert sind. Tanktourismus ist nicht nur in Brandenburg, sondern auch in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen beliebt - etwa in Zgorzelec, der Nachbarstadt von Görlitz.

„80 Prozent unserer Kunden sind Deutsche”, sagt der Mitarbeiter einer Tankstelle in der Nähe der Grenzbrücke über der Neiße. Viele Autofahrer kommen ausschließlich zum Tanken nach Polen, andere fahren weiter zur Autobahn in Richtung Breslau (Wroclaw). Der Mitarbeiter rechnet damit, dass vor Ostern der Andrang spürbar zunehmen werde.

An einer anderen Tankstelle in Zgorzelec, an der nur wenig Andrang herrscht, fährt eine Geschäftsfrau aus Görlitz mit ihrem Privatauto vor. „Ich tanke eigentlich immer hier.” Zu Jahresbeginn seien noch etwa 1,20 Euro pro Liter Kraftstoff fällig gewesen, sagt sie.

In den vergangenen Monaten haben die Preise auch in Polen deutlich angezogen: Der Liter Benzin oder Diesel kostet dort mittlerweile rund 5,80 Zloty. Bei einem Wechselkurs von 4,05 entspricht das 1,43 Euro. „Immer noch günstiger als in Deutschland”, sagt die Kundin. Etwas teurer ist es dagegen in Slubice. Am Dienstag liegen die Preise für Diesel bei 5,89 oder 6,33 Zloty, für anderen Kraftstoff müssen Kunden bis zu 6,49 Zloty bezahlen.

Tanktourismus gibt es auch an der deutsch-tschechischen Grenze bei Furth im Wald in der Oberpfalz: Günter Silberhorn betreibt dort bereits in der dritten Generation eine Tankstelle und sieht die Kundschaft in den Autos immer häufiger an sich vorbeifahren. Deren Ziel sind im Benzinpreis um bis zu 20 Cent günstigeren Tankstellen im tschechischen Grenzort Folmava. „Zu uns kommen nur noch einige Geschäftsleute, die den Sprit absetzen können und einige Stammkunden”, sagt Silberhorn. Viele tankten bei ihm auch nur noch für fünf bis zehn Euro, um gerade noch zur Grenze zu kommen.

Auch im Südwesten machen sich viele Autofahrer auf den Weg über die Grenze: So kann man bis zu 30 Cent pro Liter sparen, wenn man in Luxemburg tankt. Immer mehr Autofahrer nutzen die Nähe zur Grenze, wie Michael Schausten vom Hauptzollamt Koblenz bestätigt. „Leute zum Beispiel aus Trier nutzen natürlich das Angebot, dass es in Luxemburg momentan vergleichsweise so günstig ist, und fahren zum Tanken rüber.”

Neben der reinen Befüllung fürs Auto dürfen Tanktouristen weitere 20 Liter des gleichen Kraftstoffs mit über die Grenze bringen, manchmal wird diese Beschränkung überschritten. „Momentan können wir aber keine verstärkten Funde von über 20 Litern Kraftstoff ausmachen”, sagt Michael Eisenmenger von der Bundesfinanzdirektion Südwest. Auch Frankreich und Belgien sind beliebte Ziele der Tanktouristen aus Rheinland-Pfalz. Der ADAC weist aber daraufhin, dass es sich ab einer Entfernung von 30 Kilometern nicht rentiert, für eine günstige Tankfüllung ins Ausland zu fahren.

Ein ganz anderes Bild bietet sich an der Grenze zu den Niederlanden in Niedersachsen: Im Nachbarland betrage der Literpreis für Super bleifrei 1,85 Euro, während sein Unternehmen den Sprit für 1,71 Euro verkaufe, berichtet der Angestellte einer freien Tankstelle in Bad Bentheim-Gildehaus. „Es kommen viele Kunden aus den Niederlanden hier hin”. Auch die Dieselpreise seien in Deutschland bis zu vier Cent günstiger als im Nachbarland. Davon würden vor allem die vielen niederländischen Pendler profitieren. Die Tankstelle liegt etwa vier Kilometer von der Landesgrenze entfernt.

Daher haben deutsche „Tanktouristen” auch in den benachbarten grenznahen Regionen in Nordrhein-Westfalen eher schlechte Karten. Nach Einschätzung des ADAC könnten bei Tankstellen mit Bezahlautomaten die Preise leicht unter dem Schnitt liegen. Aber die müsse man schon kennen und gezielt hinfahren. Ende letzten Jahres habe es sich für Autofahrer noch gelohnt, Diesel in den Niederlanden zu tanken.
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