Audi A8 4.2 TDI: Oberklasse-Limousine

Von: amv
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Audi A8 4.2 TDI
Dass Hubraum und Zylinderzahl durchaus ihre Vorteile besitzen, beweist der Audi A8 4.2 TDI. Foto: obs/Audi AG

Ingolstadt. Achtzylinder genießen derzeit nicht den besten Zuspruch. Es soll gespart werden, koste es, was es wolle. Dass Hubraum und Zylinderzahl durchaus ihre Vorteile besitzen, beweist der im Audi A8 eingesetzte 4,2-Liter-Diesel.

Kein anderer Anbieter in der Liga der Luxusliner ist noch mit einem Achtzylinder-Diesel unterwegs. Dabei beweist der Audi, dass üppige Kraftentfaltung, Komfort und Sparsamkeit sich nicht unbedingt ausschließen. Ohne große Zurückhaltung zeigt der Bordcomputer des 385 PS-Selbstzünders Verbrauchswerte um zehn Liter.

Wer es ruhiger angehen lässt, kann sich über eine Acht auf der Digitalanzeige freuen (Normverbrauch: 7,4 Liter/100 Kilometer/CO2-Emission: 194 Gramm/km). Das sind für solch einen Zwei-Tonner angenehme Werte. Vor allem die Kombination mit dem achtstufigen Tiptronic-Getriebe ermöglicht einerseits sportive Fahrleistungen, während auf Langstrecken das Drehzahlniveau konstant niedrig bleibt.

Selbst bei hohem Tempo brummelt der Selbstzünder des Audi A8 irgendwo bei 2000 Umdrehungen pro Minute sanft vor sich hin, ermöglicht so schon mal einen Verbrauch von knapp sieben Litern. Allerdings macht es der Allrad-Audi einem nicht leicht, Zurückhaltung zu üben. 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und i 250 Kilometer pro Stunde (abgeregelt/Werksangaben), das sind verführerische Sportwagenwerte.

Fünflenker-Vorderachse, Trapezlenker-Hinterachse, adaptive Dämpfer sowie die serienmäßige Luftfederung helfen, Kurvenverläufe gekonnt zu portionieren, ohne die Karosserie in allzu heftige Bewegungen zu versetzen. Je nach fahrerischem Wunsch können dabei verschiedene Fahrmodi gewählt werden. Am besten jedoch überlässt man der Elektronik die Wahl. Beeindruckend ist es, wie selbst bei hohem Tempo der Audi seine Bahn zieht und weder Passagiere noch Fahrer strapaziert. Der fühlt allenfalls beim Start genervt, der höchst sensible Hebel der Automatik nicht sofort in der Position D einrastet oder die Wahl des Rückwärtsganges beim Rangieren Geduld verlangt.

Ein Highlight des Audi-Flaggschiffs seine sogenannte Matrix LED-Technologie. Mit diesem Scheinwerfersystem wird auch im Fernlichtmodus eine helle, homogene Beleuchtung der Fahrbahn möglich. Das System blendet entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge aus, leuchtet aber den dazwischen und daneben liegenden Bereich elektronisch gesteuert weiterhin voll aus, da das LED-Fernlicht in viele einzelne Leuchtdioden aufgeteilt ist.

Aktiv wird die Audi-Lösung außerorts ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h und innerorts ab 60 km/h. Voraussetzung: der Lichtschalter steht auf „Automatik“ und das Fernlicht ist eingeschaltet. Eine Kamera im Fahrzeug sorgt dafür, dass andere Fahrzeuge erkannt werden. Nach Passieren des Gegenverkehrs leuchtet das Fernlicht in den zuvor ausgesparten Teilbereichen wieder in voller Stärke auf. Mit dem aufpreispflichtigen Nachtsichtassistenten (1848 Euro) ist die Lichttechnik mit dem so genannten „Markierungslicht“ gekoppelt, das zusätzlich die Daten einer Wärmebildkamera in die Steuerung einbezieht.

Wird eine Person im kritischen Bereich vor dem Auto erfasst, blinken einzelne LED-Leuchten diese dreimal kurz nacheinander an. Damit heben sie die Person klar aus ihrem Umfeld heraus und warnen gleichzeitig diese Person und den Fahrer. Zusätzlich erkennt und markiert der Nachtsichtassistent größere Wildtiere. Diese werden jedoch nicht angeblinkt, um sie nicht zu erschrecken. Das alles funktioniert recht gut, aber der Mensch hinter dem Steuer sollte nicht vergessen, dass er der Systemadministrator ist. Ein weiterer lichttechnischer Gag sind die schmalen LED-Rückleuchten mit dem dynamisch von innen nach außen laufenden Blinklicht. Das soll mehr Aufmerksamkeit, mithin mehr Sicherheit bringen.

Im Innenraum wirkt alles Audi-typisch stilsicher und auf höchstem Niveau. Sehr angenehm: ein Head-up-Display projiziert die wichtigsten Fahrinformationen auf die Windschutzscheibe. Der A8 ist Fahrzeug für jene, die Kraft, Komfort, aber zugleich zurückhaltende Optik wünschen, ein entsprechendes Budget vorausgesetzt. Bereits die Basisversion kostet 79.663 Euro und mit den diversen Schmankerl addierte sich der Testwagenpreis auf 134.840 Euro. Keine Frage, dies sind stattliche Summen. Doch der Preis ist in solchen Kategorien erfahrungsgemäß kein wirkliches Entscheidungskriterium.

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