Aquaplaning: Nass erwischt

Von: amv
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Aquaplaning
Auch im Sommer heißt es aufpassen: Gewitter gehören zum sommerlichen Wetter und entsprechend sollten sich Autofahrer wappnen. Foto: dpa

München. Gewitter gehören zum sommerlichen Wetter und entsprechend sollten sich Autofahrer wappnen. „Das reicht von angepasster Fahrweise bei schlechter Sicht oder Aquaplaninggefahr bis hin zu einigen Vorsichtsmaßnahmen“ , legt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart Autofahrern ans Herz.

„Das obersten Gebot bei Regen heißt, den Abstand zu den anderen Verkehrsteilnehmern vergrößern“ , betont TÜV Süd-Experte Jürgen Wolz: „Dazu aber auf keinen Fall hektisch bremsen, sondern langsam vom Gas gehen.“

Ab welcher Geschwindigkeit ein Auto aufschwimmt, also Aquaplaning einsetzt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Einen sehr starken Einfluss hat natürlich die Profiltiefe der Reifen. Ein neues Profil mit sieben und mehr Millimetern leitet das Wasser noch bei rund 80 Kilometern pro Stunde (km/h) ab. Bei drei Millimetern ist es Zeit, die Pneus zu erneuern, denn schon bei Tempo 70 fährt man Wasserski. Beim gesetzlichen Grenzwert von 1,6 Millimetern droht Aquaplaning schon bei 50 km/h.

Schwimmen die Vorderräder erst einmal, ist Lenken nicht nur unmöglich, sondern gefährlich. Das Auto reagiert nämlich zunächst nicht, wechselt dann aber unter Umständen schlagartig die Richtung, wenn die Reifen wieder greifen. „Vor Lenkkorrekturen erst die Geschwindigkeit senken, bis die Bodenhaftung wieder hergestellt ist“ , rät deshalb der TÜV-Fachmann. Im Gegensatz zur Lenkung darf die Bremse jederzeit eingreifen, wenn das Auto mit ABS ausgerüstet ist. Dabei nicht zu zaghaft aufs Pedal treten. Das ABS sorgt dafür, dass kein Überbremsen eintritt. Ein Tipp vom Fachmann: Bei nassem Wetter hin und wieder leicht auf die Bremse treten. Das trocknet Beläge und Scheiben, die im Notfall dann schneller greifen.

Moderne Systeme in Premium-Fahrzeugen tun dies übrigens von allein und ohne dass es der Fahrer merkt. Aquaplaning kündigt sich an. Meist ist die Fahrbahnoberfläche bereits mit einem Wasserfilm versehen. Oft hört man dann ein lautes Geräusch von Wasser, das in die Radkästen oder unter den Fahrzeugboden spritzt. Durchdrehende Räder oder zuckende Zeiger von Drehzahlmesser oder Tachometer sind dann schon die großen Warnzeichen. Auch ein Rucken in der Lenkung zeigt, dass zeitweise der Boden unter den Rädern des Autos verloren gegangen ist. „Bei Regen verstärkt auf solche Zeichen achten“, so der Hinweis von Wolz.

Vielfach gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen mit dem Zusatz „bei Nässe“ . Doch das verunsichert manchen Autofahren und sie fragen sich, wann gilt denn eine Straße als nass? Eine Fahrbahn wird als „nass“ bezeichnet, wenn sie einen vollständigen Wasserfilm aufweist, also nicht nur stellenweise, etwa in Spurrillen, nass ist, erläutern Fachleute des ADAC. In der Praxis erkennt man Nässe daran, dass die Straße spiegelt oder ein vorausfahrendes Auto deutliche Fahrrillen hinterlässt. Ein entsprechendes Tempolimit mit diesem Zusatz wird üblicherweise in Gefahrenbereichen aufgestellt, wo nach polizeilicher Erfahrung bei zu hoher Geschwindigkeit Aquaplanung droht.

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