Angst in Tunnelpassagen: So kommen sie sicher durch die Röhre

Von: amv
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Rund 250 Straßenkilometer führen in Deutschland durch Felsen oder Erdreich. Bei solchen Tunnelpassagen beschleicht fast jeden zweiten Autofahrer (46 Prozent) laut einer Dekra-Umfrage Angst, mal mehr - mal weniger. Foto: dpa

Bad Windsheim. Rund 250 Straßenkilometer führen in Deutschland durch Felsen oder Erdreich. Bei solchen Tunnelpassagen beschleicht fast jeden zweiten Autofahrer (46 Prozent) laut einer Dekra-Umfrage Angst, mal mehr - mal weniger.

Dabei kann man mit dem richtigen Verhalten die Gefahren etwa bei einem Stau oder gar Unfall minimieren, beruhigt der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) in Bad Windsheim.

Schon vor der Einfahrt schaltet man nach dem Ratschlag der Fachleute das Abblendlicht ein und nimmt die Sonnenbrille ab. Außerdem stellt man das Radio auf den Sender, der auf den Schildern vor dem Tunnel angegeben ist. So erhält man im Notfall wichtige Sicherheitsinformationen. „Es ist wichtig, mehr Abstand zu halten, damit man bei einem unvorhergesehenen Hindernis rechtzeitig bremsen oder ausweichen kann. Häufig verliert man in den eintönigen Röhren das Gefühl für Geschwindigkeit. Umso mehr sollte man auf das richtige Tempo achten“, rät ARCD-Pressesprecher Josef Harrer zudem.

Wenn die Fahrbahnen in beiden Richtungen durch eine gemeinsame Röhre laufen, orientiert man sich am rechten Fahrbahnrand und fährt keinesfalls über die Mittellinie. Bei einem Stau im Tunnel hilft nur, Ruhe zu bewahren, einen großen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten und am Stauende die Warnblinkanlage einzuschalten, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Wichtig ist auch, die Fenster zu schließen, die Lüftung oder Klimaanlage auf Umluft zu schalten.

Für Einsatzdienste sollte man eine Gasse freimachen und auf Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen achten. Gerät der Verkehr nicht nur ins Stocken, sondern stoppt vollständig, stellt man den Motor ab und bleibt im Fahrzeug. Bei einer Panne oder einem Unfall im Tunnel gilt grundsätzlich dasselbe wie außerhalb: Warnblinkanlage an, Motor aus, Warnweste anziehen und die Unfall-/Pannenstelle mit einem Warndreieck sichern. Wenn es nicht möglich ist, das Fahrzeug aus der Röhre zu fahren, stellt man es am besten in einer Pannenbucht oder zumindest möglichst weit rechts ab.

„Was viele nicht wissen: Hilfe sollte man in einem Tunnel immer über die dort angebrachten Notruftelefone anfordern - und nicht, wie gewohnt, übers Handy. So wissen die Einsatzkräfte sofort den genauen Standort innerhalb der Röhre“, erläutert Harrer und empfiehlt: „Verlässt man das Auto, lässt man den Zündschlüssel im unversperrten Fahrzeug stecken, damit Einsatzkräfte den Wagen bei Bedarf bewegen können.“ Das gilt ebenfalls beim Ausbruch eines Feuers. Bei einem gerade erst aufflammenden kleinen Feuer kann man versuchen, dieses mit den an der Tunnelwand befestigten Feuerlöschern zu löschen.

Ab einer Länge von 400 Metern sind in Deutschland Notrufstationen Pflicht. Sie müssen in einem Abstand von maximal 150 Metern stehen und sind mit Feuerlöschern und -meldern ausgestattet. Darüber hinaus müssen alle 300 Meter Notausgänge einen Weg ins Freie bieten. Werden die Flammen zu mächtig, heißt es, den Rückzug anzutreten. „Schnellstmöglich den Tunnel über den nächsten Fluchtausgang verlassen, der entgegen der Rauchbewegung liegt“, beschreibt Harrer den richtigen Rettungsweg.

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