Alt gegen neu: Waren Autos früher besser?

Von: rd
Letzte Aktualisierung:
Auto
Flickr Oldtimer Frank Behrens CC BY-SA 2.0

Berlin. Gerade ist die berühmte Technikmesse in Las Vegas zu Ende gegangen. Vor Ort waren auch zahlreiche Autobauer, darunter Mercedes, BMW und VW, die mittlerweile fester Bestandteil der Messe sind. Moderne Autos werden technisch nämlich immer raffinierter.

Doch manch einer fragt nach dem Sinn der vielen Innovationen. Benötigt man sie wirklich? Schließlich fuhren Autos auch früher sehr gut und zuverlässig.

Autobauer bringen künstliche Intelligenz ins Fahrzeug und wollen das Fahren damit sicherer machen. Im Vordergrund stehen selbstständig denkende Autos, die dem Fahrer helfen, und Ideen, wie man Knöpfe und andere Bedienelemente via Sprach- oder Gestenerkennung ersetzt.

Was manch ein Autofahrer für sinnvoll erachtet, hält ein anderer für reine Spielerei. Nicht selten wird außerdem vermutet, viele der Innovationen dienten ausschließlich dazu, den Verkaufswert der Fahrzeuge zu steigern. Tatsächlich sind viele der Autos heute aber günstiger als damals – und der Preis ist meist immer noch das wichtigste Entscheidungskriterium beim Autokauf.

Statistik: Welche sind für Sie persönlich die drei wichtigsten Entscheidungskriterien beim Pkw-Kauf? | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Sicherheit

Die größten Innovationen verzeichnete die Autobranche bisher beim Thema Sicherheit. Intelligente Systeme nehmen dem Fahrer immer mehr Aufgaben ab und greifen vor allem dann ein, wenn der menschliche Fahrer zu langsam oder gar nicht reagiert. ABS und ESP sind heute Pflicht in jedem Fahrzeug, Airbags und Sicherheitsgurte sind ebenfalls Vorschrift.

Zum Vergleich: 1971 hatten nur 25 Prozent der Fahrer einen Sicherheitsgurt im Auto. Heute sind es 100 Prozent. Hinzu kommen Hilfssysteme wie Abstandstempomat, Toter-Winkel-Warnung, Spurhalteassistent, Kurvenlicht oder Parkpilot. Obwohl heute so viele Fahrzeuge wie nie zuvor im Straßenverkehr unterwegs sind, sterben immer weniger Menschen durch Autounfälle.

Statistik: Sind in Ihrem Wagen Sicherheitsgurte? | Statista


Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Praktikabilität

Doch nicht alle Veränderungen kommen dem Nutzen eines Autos zugute. Ein gutes Beispiel ist die Anhängerkupplung, die früher zur Standardausstattung jedes Wagens gehörte. Grund dafür war ihre Praktikabilität: Man zog Anhänger mit Möbeln für Umzüge, Materialbeschaffungen und ganze Wohnwagen, wenn es in den Urlaub ging.

Heute ist die Anhängerkupplung aus Designgründen bei vielen Fahrzeugen verschwunden. Sie passt schlichtweg nicht mehr zum sportlichen Gesamtauftritt eines Fahrzeugs, der für immerhin 18 Prozent ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Autokauf ist.

Ganz verschwunden ist die Anhängerkupplung deshalb aber nicht. Bei den meisten Wagen kann sie als Zusatzausstattung hinzugekauft werden, oder man rüstet das Auto später nach. Heute kann man Kauf und Einbau einer Anhängerkupplung neben Dachboxen oder Fahrradträgern über Spezialisten wie Bertelshofer sogar einfach online abwickeln.

Zuverlässigkeit

Das Thema Zuverlässigkeit ist damals wie heute prekär. In jeder Zeit gab es Fahrzeuge, die jahrelang ohne Probleme fuhren, und solche, die man gerne als Montagsauto bezeichnet. Bis in die 1980er-Jahre schafften nur wenige der Fahrzeuge einen Kilometerstand von 100.000.

Auch die Verarbeitung der Wagen war oft nur mäßig. Manche Fahrzeuge fielen sogar so negativ auf, dass der ADAC im Jahr 1971 beschloss, den Negativpreis Silberne Zitrone einzuführen. Eines der bekanntesten Modelle war der Matra Simca Bagheera, bei dem sich der Motor aus der Verankerung löste und die Ankerwellen abfielen. Zwar gibt es auch heute noch Montagsfahrzeuge – die Mängel sind aber längst nicht mehr so gravierend wie in früheren Zeiten.

Alte Autos haben ihren Charme, und manche sind sogar zum Kultfahrzeug aufgestiegen. Allerdings bieten einige der Klassiker Insassen bei einem Unfall nur wenig Schutz. Neuwagen hingegen sind meist schwerer und größer, was das Fahren oft nicht einfacher macht.

Zudem sind viele der neuen Modelle unübersichtlich geworden. Das beginnt bei einer sehr kleinen Heckscheibe, die Verbraucher dazu zwingen soll, Einparkkameras zu kaufen, und endet bei zahlreichen Bedienelementen. Tatsächlich sind moderne Fahrzeuge aber energieeffizienter und vor allem sicherer.


Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert