Alkoholgehalt von Glühwein wird oft unterschätzt

Von: amv
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Glühwein
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Glühwein durch das Erhitzen an Alkohol verliert und so das ein oder andere Glas mehr getrunken werden kann, verflüchtigt sich Alkohol erst ab 78 Grad Celsius. Foto: dpa

Erfurt. Bereits nach dem ersten Glühwein ist der Führerschein in Gefahr. Der Verkehrspsychologe Don DeVol vom TÜV Thüringen in Erfurt empfiehlt daher Weihnachtsmarktbesuchern, Auto und Fahrrad besser stehen zu lassen.

„Bereits nach dem ersten Glühwein kann je nach Rezeptur und Alkoholgehalt bei einem Mann mit einem Gewicht von 80 Kilogramm die Blutalkoholkonzentration über die kritische Grenze von 0,3 Promille ansteigen“, warnt DeVol: „Bei dieser Konzentration drohen bereits Strafen, wenn der Fahrer beispielsweise in einen Unfall verwickelt wird oder durch eine unsichere Fahrweise auffällt.“

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Glühwein durch das Erhitzen an Alkohol verliert und so das ein oder andere Glas mehr getrunken werden kann, verflüchtigt sich Alkohol erst ab 78 Grad Celsius. Heutzutage wird Glühwein allerdings meist mittels Durchlauferhitzern auf eine Temperatur um die 70 Grad erhitzt.

Zum angeblichen Alkoholverlust kommt es also nicht. Zudem weiß man nicht genau wie hochprozentig der Glühwein wirklich ist. DeVols Empfehlung: „Wer weiß, dass er fahren muss, sollte in der Adventszeit auf alkoholfreie Punschgetränke umschwenken.“

Allein im letzten Jahr mussten sich mehr als 91.000 Menschen im Rahmen einer medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) begutachten lassen. In fast der Hälfte der Fälle war Alkohol Grund für die Anordnung der MPU. Annähernd jeder dritte MPU-Anlass war 2015 auf eine erstmalige Alkoholfahrt mit erhöhten Blutwerten zurückzuführen.

Laut aktuellem Bußgeldkatalog drohen bei einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille oder einer Atemalkoholkonzentration von 0,25 Milligramm pro Liter (mg/l) und mehr ein Fahrverbot von einem Monat, zusätzlich 500 Euro Bußgeld sowie zwei Punkte für Ersttäter. Auf Wiederholungstäter kommen 1000 Euro beim zweiten Mal und 1500 Euro bei der dritten Auffälligkeit zu.

Außerdem müssen diese mit drei Monaten Fahrverbot sowie zwei Punkten im Flensburger Fahreignungsregister rechnen. Dieser Grenzwert kann bereits nach dem zweiten Glühwein erreicht und selbst bei einer eingerechneten Alkoholabbauphase noch überschritten sein, warnt der TÜV Thüringen-Fachmann.


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