Alkohol auf dem Fahrrad: Führerschein weg

Von: amv
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Glühwein
Der Radfahrer riskiert seinen Führerschein und muss möglicherweise ein medizinisch-psychologisches Gutachten über sich ergehen lassen. Foto: dpa

Berlin. Weihnachtsmarkt, duftender Glühwein oder wärmender Punsch, die Situation ist verführerisch. Allerdings, Auto fahren sollte man anschließend nicht mehr. Aber auch das Rad für die Heimfahrt zu benutzen, ist keine empfehlenswerte Idee. Grundsätzlich gilt: wer betrunken Fahrrad fährt, muss bei einem Unfall haften.

Und außerdem riskiert der Radfahrer seinen Führerschein und muss möglicherweise ein medizinisch-psychologisches Gutachten über sich ergehen lassen. Entscheidend ist die Verkehrstauglichkeit, entschied das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße (AZ: 3 L 941/14), wie die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) in Berlin mitteilte.

Auf einer Fahrradfahrt mit Bekannten war ein Radfahrer unvermittelt nach links gezogen und mit einem anderen Radler zusammengestoßen. Beide stürzten. Die Blutprobe bei dem Unfallverursacher ergab 2,02 Promille. Nach Auskunft der Polizei hatte er eine deutlich verwaschene Aussprache und Probleme, das Gleichgewicht zu halten. Die Stadt Ludwigshafen forderte ihn auf, ein Medizinisch-Psychologisches-Gutachten (MPG) über seine Fahrtauglichkeit vorzulegen.

Als er dies nicht fristgerecht tat, wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen und gleichzeitig untersagt, weiter Rad zu fahren. Dagegen erhob er Widerspruch. Ohne Erfolg. Nach Auffassung des Gerichts sind die Entziehung der Fahrerlaubnis und das Radfahrerverbot rechtmäßig. Er sei zu Recht aufgefordert worden, seine Fahrtauglichkeit durch ein MPG nachzuweisen. Ab einem Promillewert von 1,6 ordnen die Behörden in der Regel ein solches Gutachten an. Hier hatte der Promillewert weit darüber gelegen.

Die Teilnahme am Straßenverkehr in erheblich alkoholisiertem Zustand sei mit jedem Fahrzeug gefährlich, so das Gericht. Die gemessenen 2,02 Promille legten außerdem den Verdacht nahe, dass der Mann wegen Alkoholmissbrauch nicht geeignet sei, am Straßenverkehr teilzunehmen.

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