Alkohol an Karneval: Das Auto muss stehen bleiben

Von: Norbert Michulsky
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Schon ab 0,3 Promille strafbar: Vor allem an den Karnevalstagen erwischt die Polizei viele Autofahrer, die Alkohol getrunken haben. Foto: dpa

Aachen. In der närrischen Zeit sollten Autofahrer besonders auf ihren Alkoholkonsum achten. Die Polizei fahndet in diesen Tagen erfahrungsgemäß bedeutend häufiger als nach Promille-Sünder am Steuer.

Wer mit nur 0,3 Promille ertappt wird, kann damit schon eine Straftat begehen, wenn etwa durch ein alkoholbedingtes Schlangenlinienfahren die Fahruntüchtigkeit nachgewiesen wird. „Der Führerschein muss dann für mindestens sechs Monate abgegeben werden; hinzukommen eine Geldstrafe und drei Punkte in Flensburg“, warnt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC in München.

Auch ein Umsteigen aufs Fahrrad ist keine gute Idee. „Angetrunkene Radler, die Fahrfehler begehen, Unfälle verursachen oder mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut haben, begehen eine Straftat“, gibt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zu bedenken: „Es drohen Punkte, Bußgeld, Medizinisch-psychologische Untersuchung - MPU - und schlimmstenfalls der Verlust des Führerscheins.“

Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren gilt ein striktes Alkoholverbot (Paragraf 24c, Straßenverkehrsgesetz). Eine Promille-Grenze für Fußgänger gibt es nicht. Betrunkene Fußgänger, die aber einen Verkehrsunfall verursachen, müssen mit rechtlichen Konsequenzen rechnen und für einen Schaden haften. „Gar nicht närrisch“, warnt ZDK-Sprecher Köster, „findet die Polizei auch Clownsmasken hinterm Lenkrad.“

Nach Paragraph 23 der Straßenverkehrs-Ordnung dürfen weder Sicht noch Gehör beeinträchtigt werden. Das kostet zehn Euro. Baut der „Maskierte“ einen Unfall, geht der Spaß komplett nach hinten los. „Jetzt kommt grobe Fahrlässigkeit ins Spiel“ , weiß Köster. Die Versicherung kann den Kaskoschutz streichen und in der Haftpflicht vom Verursacher bis zu 5000 Euro Regress einklagen. Die Unfallopfer werden natürlich in jedem Fall entschädigt. Bei 0,5 bis 1,09 Promille am Steuer ist mit einer Geldbuße von 500 Euro, einem Fahrverbot von einem Monat und zwei Punkten in Flensburg zu rechnen - auch, wenn der Fahrer nicht durch unsicheres Fahren aufgefallen war.

Er wird wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt. Wer schon einmal von der Polizei wegen Alkohol am Steuer erwischt wurde, bekommt als Wiederholungstäter nicht nur doppelte Geldbuße und drei Monate Fahrverbot, sondern muss zudem zur MPU. Eine Fahrt mit 1,1 Promille wird in jedem Fall als Straftat bewertet. Hier liegt immer Fahruntüchtigkeit vor. Dann kommt es nicht mehr darauf an, ob der Fahrer auffällig geworden war.

Die Geldstrafe beträgt ein bis zwei Monatsgehälter (30 bis 60 Tagessätze). Den Führerschein ist der Fahrer für mindestens sechs Monate los und es gibt drei Punkte in Flensburg. Ob man bereits ab diesem Wert oder erst ab 1,6 Promille zur MPU muss, bevor nach Ablauf der Sperrfrist eine neue Fahrerlaubnis erteilt wird, hängt von den konkreten Umständen ab. nom

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