ADAC-Unfallforschung: Risikogruppe Fahranfänger

Von: amv
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Fahranfänger
Mangelnde Fahrpraxis, unangepasste Geschwindigkeit, die Fehleinschätzung der jeweiligen Verkehrssituation und so weiter: Das Risiko eines schweren oder tödlichen Unfalls ist bei Fahrern zwischen 18 und unter 25 Jahren fast doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung. Foto: obs/ADAC/Dirk Brunieck

München. Das Risiko eines schweren oder tödlichen Unfalls ist bei jungen Fahrern zwischen 18 und unter 25 Jahren fast doppelt so hoch wie beim Rest der Bevölkerung. Pro Jahr werden in dieser Altersgruppe nach Angaben des Statistischen Bundesamts knapp 500 Tote und 10.000 Schwerverletzte gezählt, obwohl sie nur acht Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausmacht.

Laut einer Untersuchung der ADAC-Unfallforschung sind die häufigsten Unfallursachen mangelnde Fahrpraxis, unangepasste Geschwindigkeit sowie die Fehleinschätzung der jeweiligen Verkehrssituation.

„Meist kommen die Autos junger Fahrer vor dem Unfall ins Schleudern“, schildert ADAC-Sprecher Andreas Hölzel die Beobachtungen der Unfallforscher. „Der Versuch, dann gegenzulenken, gelingt vielfach nicht und endet damit, dass die Fahrer die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren. Die Autos überschlagen sich oder prallen gegen einen Baum.“

Und es gibt einen weiteren Grund für die hohen Unfallzahlen. So wirkt sich oft auch das Alter der Fahrzeuge fatal aus, die diese Altersgruppe nutzt. Laut ADAC-Unfallforschung sind die Autos der jungen Verunglückten im Schnitt 10,7 Jahre alt. Daher fehlen vielfach moderne Sicherheitssysteme wie der Anti-Schleuder-Schutz ESP.

Viele schwere Unfälle ließen sich durch ESP vermeiden. Die Fachleute des Autoclubs empfehlen vor diesem Hintergrund Fahranfängern, bei der Wahl eines Gebrauchtwagens stärker auf eine Mindestausstattung an Sicherheitssystemen zu achten. „Auch preiswerte Gebrauchtwagen verfügen oft über ESP und lebensrettende Airbags“, weiß Hölzel.


Typisch für Fahranfänger sind zudem Alleinunfälle, sie passieren also ohne Beteiligung Dritter. „Häufig ist Ablenkung im Spiel, etwa durch das Smartphone oder Mitfahrer“, berichtet der ADAC-Sprecher und plädiert für eine Verbesserung der fahrerischen Ausbildung. Länder wie Österreich zeigten beispielhaft, dass verpflichtende Fahrtrainings oder verkehrspsychologische Seminare nach dem Erwerb des Führerscheins die Unfallzahlen senken könnten.

Grundlage der ADAC-Auswertung sind 17.762 dokumentierte Unfälle seit Juni 2005. Bei etwa 20 Prozent aller Fälle waren junge Erwachsene beteiligt.
 


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