München - ADAC-Autokostenvergleich: Stromer von Rentabilität noch weit entfernt

ADAC-Autokostenvergleich: Stromer von Rentabilität noch weit entfernt

Von: amv
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Symbol Elektroauto BMW i3
Bei der Rentabilität können die meisten Stromfahrzeuge nicht mit vergleichbaren Diesel- oder Benziner-Modellen mithalten. Nur der BMW i3 kann mithalten. Foto: dpa

München. Trotz zehnjähriger Steuerbefreiung und günstigerem Strom rechnet sich derzeit bei dem Angebot an Elektroautos nur der BMW i3. Alle anderen Stromer sind pro Kilometer deutlich teurer als vergleichbare Diesel und Benziner. Das ist die Bilanz eines Autokostenvergleichs des ADAC in München.

Grund für die vergleichsweise bescheidenen Ergebnisse der Elektroautos ist laut ADAC-Sprecher Jochen Oesterle „immer noch der zum Teil deutlich höhere Anschaffungspreis. Da Elektromobile wegen ihrer begrenzten Reichweite eher auf kürzeren Strecken unterwegs sind, wirken sich die Stromkostenvorteile nicht oder kaum entscheidend aus“. Wer ein Elektroauto kauft, ist zwar zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit und soll in Zukunft von Sonderparkplätzen, günstigeren Parkgebühren und einer Fahrerlaubnis für Busspuren profitieren.

Allerdings: Bei der Rentabilität, sprich den Autokosten pro Kilometer, können die meisten Stromfahrzeuge nicht mit vergleichbaren Diesel- oder Benziner-Modellen mithalten. Im ADAC Autokostenvergleich schafft dies mit dem BMW i3 nur ein einziges Elektroauto. Gegenüber einem in Ausstattung und Leistung vergleichbaren 1er-Benziner von BMW (55,4 Cent) ist das E-Mobil aus München um 3,1 Cent günstiger pro Kilometer unterwegs. Möglich ist dieser Sieg im Kostenduell Strom gegen Sprit aufgrund einer nicht allzu großen Differenz im Anschaffungspreis des Elektromobils gegenüber dem klassenhöheren BMW 118i.

Der Vergleich Elektromobil gegen Dieselauto endet im Fall des BMW i3 immerhin noch unentschieden: Beide Modelle kosten den Autofahrer 52,3 Cent pro Kilometer. Für seine Analyse nahm der Automobilclub die E-Modelle sowie die in Ausstattung und Leistung vergleichbaren Versionen von neun Herstellern unter die Lupe. Nicht in allen Fällen stand dabei ein klassengleiches Modell zur Verfügung. Grundlage der Berechnung sind Anschaffungspreis, Wertverlust, Kraftstoff- oder Stromkosten, Werkstatt- und Reifenkosten sowie Steuern und Versicherung bei einer Haltedauer von vier Jahren und einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern.

Direkt hinter dem BMW i3 liegt der VW e-Golf. Mit 54,1 Cent pro Kilometer ist laut den Berechnungen des Autoclubs die Stromversion des Golfs aber bereits um 5,5 Cent pro Kilometer teurer als das vergleichbare Benzinmodell. Hinter dem VW e-Golf folgt der Nissan Leaf Acenta. Für ihn müssen Autofahrer 7,5 Cent pro Kilometer mehr als für den vergleichbaren Benziner aufbringen. Die kosten-günstigsten E-Autos sind mit 43,0 Cent pro Kilometer der smart fortwo Coupé electric drive (alte Baureihe), mit 43,9 Cent pro Kilometer der Renault Zoe Z.E. Life und mit 45,7 Cent der VW e up!.

Mit Ausnahme des smart und Renault sind alle anderen E-Autos mehr als 13 Cent pro Kilometer teurer als die verglichenen Modelle mit Verbrennungsmotor. 16,2 Cent plus sind es beim E-Auto Mitsubishi Electric Vehicle gegenüber dem klassenhöheren Space Star. Derzeit liegt der Bestand an E-Autos bei 19.500. Von Januar bis November 2014 wurden 7518 batterieelektrische Autos neu zugelassen. Im gleichen Zeitraum waren es rund 2,8 Millionen Personenwagen mit konventionellen Antrieben. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen.

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