Zeitung: Tätliche Angriffe gegen Polizisten in NRW verdoppelt

Von: epd
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Essen. Die Zahl der tätlichen Angriffe gegen Polizisten in NRW ist im vergangenen Jahr nach einem Zeitungsbericht deutlich gestiegen.

Im vergangenen Jahr habe es mehr als 6000 Fälle von „Widerstand gegen die Staatsgewalt” gegeben, während es ein Jahr zuvor noch 5320 gewesen seien, berichtete die WAZ.

Damit habe sich die Zahl tätlicher Angriffe seit 1998 (3200 Delikte) fast verdoppelt.

Gewerkschafter und Wissenschaftler sprechen den Angaben zufolge von einer „dramatischen Entwicklung”. Die Beamten würden nicht mehr ernstgenommen, sagte Andreas Zick vom Bielefelder Institut für Gewaltforschung der WAZ.

Häufig komme es bei vergleichsweise harmlosen Vorkommnissen wie Ruhestörungen oder Verkehrskontrollen zu tätlichen Angriffen auf Beamte, die sogar von unbeteiligten Zuschauern oder Anwohnern gut geheißen würden.

Häufig würden sich auf Unbeteiligte „solidarisieren” und gegen dei Polizei als den ”gemeinsamen Feind„ vorgehen.

Nach der Tat zögen die Täter keine Lehren aus ihrem Verhalten, sondern verdrehten die Tatsachen, „womit einer Wiederholung nichts mehr im Wege steht”.

Der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, forderte höhere Strafen bei einem „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte”. Mit maximal zwei Jahren Haft werde dieses Delikt gleichermaßen bestraft wie Fischwilderei oder Doppelehen.

Der Staat habe es bislang sträflich versäumt, ein abschreckendes Signal zu setzen, kritisierte Wendt in der WAZ. „Wir vermissen eine eindeutige Ächtung.”

Laut Polizeigewerkschaft hat die Zahl tätlicher Angriffe gegen Polizisten auch in den anderen Bundesländern stark zugenommen. In Berlin gebe es durchschnittlich neun Angriffe pro Tag, bei denen drei Beamte mehr oder weniger schwer verletzt würden.

Schleswig-Holstein melde für 2008 mit 713 Attacken ebenfalls eine neuen Rekordstand. In Hamburg sei die Zahl seit 1999 um 40 Prozent auf 1.153 Delikte gestiegen, hieß es.
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