Wohnsitz von Marc Dutroux Ex-Frau wird nicht mehr bewacht

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
dutroux demo michelle martin
Heftige Proteste löste im August die Freilassung der Ex-Frau von Marc Dutroux aus, die seitdem in einem Kloster lebt. Foto: dpa

Malonne/Brüssel. Der Aufenthaltsort der Komplizin von Mädchenmörder Marc Dutroux wird nicht mehr überwacht. Nach Angaben belgischer Medien am Dienstag wurde der Polizeischutz bereits am 11. September eingestellt.

Die knapp sechswöchige Überwachung sei mit rund 150.000 Euro zu Buche geschlagen, meldete unter anderem die Zeitung „Nieuwsblad” in ihrer Onlineausgabe. Michelle Martin lebt seit ihrer Entlassung aus dem Gefängnis Ende August in einem Kloster im Örtchen Malonne bei Namur.

Belgiens Innenministerin Joëlle Milquet rechtfertigte die Kosten: „Angesichts der Bedrohung der öffentlichen Ordnung, waren diese Kosten unvermeidlich”, zitierte sie die Nachrichtenagentur Belga.

Die Situation vor dem Kloster habe sich nach anfänglichen Protesten mittlerweile beruhigt, schrieb die flämische Tageszeitung „Het Laatse Nieuws” mit Verweis auf den Bürgermeister von Namur, Maxime Prévot. Ab und an patrouilliere dort noch ein Polizist. Der Schutz habe ausdrücklich nicht Martin gegolten, sondern dem Kloster und den Bewohnern des Ortes, sagte Prévot der Belga.

Michelle Martin war als Komplizin von Dutroux zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden, von denen sie 16 abgesessen hat. Nach einem Gerichtsentscheid wurde sie Ende August unter Auflagen in die Freiheit entlassen - dazu gehört der Wohnsitz im Kloster. Anwohner waren entsetzt, es kam zu mehreren gewalttätigen Demonstrationen und Ausschreitungen vor dem Kloster.

Martins weiterhin inhaftierter Ex-Ehemann ist einer der bekanntesten und am meisten gefürchteten Verbrecher des Königreichs. Er hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen entführt und gefoltert, vier von ihnen starben.

Die Homepage wurde aktualisiert