Bielefeld - Winter in Deutschland: Da frieren sogar die Eskimos

Winter in Deutschland: Da frieren sogar die Eskimos

Von: Christine Cornelius, dpa
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Bielefeld. Deutschland versinkt im Schnee. Viele Menschen frieren - Dorthe Köhler aber ist seit dem Wintereinbruch glücklich. Die 54 Jahre alte Inuit-Frau aus Aasiaat an der Westküste Grönlands fühlt sich in diesen Tagen wie in ihrer Heimat.

Seit 15 Jahren lebt sie in Bielefeld. Der Deutschen Presse-Agentur erzählte sie, wie sich der deutsche vom grönländischen Winter unterscheidet.

Wie fühlt sich der deutsche Winter für Sie an?

Köhler: „Ich fühle mich wie zu Hause. Die Kindheit kommt wieder für mich. Schnee, immer Schnee. Hundeschlitten fahren, Skilaufen - das waren schöne Zeiten. In Bielefeld liegt selten Schnee. Aber das kann ich nicht ändern, da muss ich durch. Ich habe mich entschieden, hier zu leben, da muss ich auch ertragen, dass es kaum Schnee gibt.”

Wie unterscheidet sich der deutsche vom grönländischen Winter?

Köhler: „Der deutsche Schnee ist nicht anders als in Grönland. Aber die Luft ist hier nicht so trocken wie in Aasiaat. Sie ist so nasskalt. Bei minus 2 Grad friere ich in Deutschland schon richtig, in Grönland erst bei minus 20 Grad. Das kann keiner verstehen. Alle sagen: "Du bist doch Grönländerin, du kannst doch hier nicht frieren." Aber ich friere hier sehr.”

Wie lange dauert der Winter in Aasiaat?

Köhler: „Ungefähr acht bis neun Monate. Jetzt gibt es dort aber nicht mehr so viel Schnee wie früher und es ist auch wärmer. Als ich klein war, lag immer bis Juni Schnee. Im Januar waren dort damals minus 20 Grad, heute sind es nur minus 6.”

Etliche Deutsche glauben, Inuits wohnen in Iglus. Was ist dran an dieser Vorstellung?

Köhler: „Wir leben in Aasiaat wie die Deutschen in Wohnungen. Als Kinder haben wir zum Spaß Iglus gebaut und drinnen Kerzen angemacht. Ich kenne das nicht anders. Vielleicht bauen aber Inuits irgendwo in Kanada heute noch Iglus. Als Schutz beim Schneesturm.”
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