Verwaltungsgerichtshof: Muslimischer Metzger darf nicht schächten

Von: epd
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Kassel/Aßlar. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat einem muslimischen Metzger untersagt, Tiere ohne Betäubung nach islamischem Ritus zu schlachten.

Der VGH habe eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gießen aufgehoben, sagte Sprecher Harald Pabst am Freitag dem epd.

Das Gießener Gericht hatte dem Metzger Rüstem Altinküpe aus Aßlar (Lahn-Dill-Kreis) unter strengen Auflagen das sogenannte Schächten erlaubt, obwohl dazu noch ein Genehmigungsverfahren läuft. Dagegen legten sowohl der Lahn-Dill-Kreis als auch der Metzger, der die Auflagen ablehnt, Beschwerde ein. Der VGH habe der Beschwerde des Lahn-Dill-Kreises entsprochen, sagte Pabst.

Der muslimische Schlachter müsse nun warten, bis „über seinen Antrag auf Erteilung einer Schächtgenehmigung abschließend entschieden ist”, teilte der Lahn-Dill-Kreis mit. Der Kreis suche nun im Gespräch mit muslimischen Glaubensvertretern eine „vernünftige Lösung”. Erste Gespräche seien bereits zustande gekommen. Es gehe darum, „den streng gläubigen muslimischen Mitbürgern im Lahn-Dill-Kreis die Chance zu geben, ihren Glaubensgeboten im Rahmen des deutschen Rechtes nachzukommen”.

Der Streit beschäftigt die Gerichte bereits seit 1995. Das Bundesverfassungsgericht hatte zwar 2002 das Verbot des im Islam üblichen Schlachtens ohne Betäubung in Deutschland aufgehoben, daran allerdings strenge Auflagen geknüpft. Beim Schächten handelt es sich um eine Schlachtmethode, bei dem einem Tier ohne vorherige Betäubung die Halsschlagader und die Luftröhre bis zur Wirbelsäule durchtrennt wird.
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