Valentinstag: Erotikfachhändler hoffen auf gute Geschäfte

Von: Tatjana Schäfer, ddp
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Berlin. Den Blumenhändlern beschert der Valentinstag bereits seit Jahrzehnten ein florierendes Geschäft. Inzwischen setzen auch Dessousboutiquen und der Erotikfachhandel auf den 14. Februar als den Tag der Liebenden und versuchen mit gezielten PR-Maßnahmen die Konsumenten zum Geschenkekauf zu animieren, um ihren Umsatz zu steigern.

Ein Erotik-Versandhändler preist beispielsweise als „kreative Geschenkidee” einen „fantasievoll designten Silikon-Vibrator” an und verspricht den „Liebenden Romantik pur”. Andere Shops wiederum werben mit speziellen „Valentinstag-Tangas” mit Herzchendesign. Der Erfolg der PR-Kampagnen scheint sich jedoch bislang in Grenzen zu halten.

„Wir erinnern die Herren mit entsprechenden Schaufensterdekorationen und speziellen Angeboten gezielt an den Valentinstag”, sagt Christina Koehte, Sprecherin der Dessous-Kette Lascana. Einige Männer kauften ihren Frauen auch tatsächlich schöne Wäsche zum Valentinstag, allerdings längst nicht so viel wie zu Weihnachten. „Am Valentinstag werden überwiegend noch ganz klassisch Blumen und Pralinen verschenkt”, vermutet Koethe.

Auch der Wäschehändler Hunkemöller setzt auf den Tag der Liebenden als zusätzliches Saisongeschäft. Von Valentinstag-Dekorationen über Valentinstag-Geschenkverpackungen bis hin zu Valentinstag-Wäschesets lassen die PR-Leute nichts unversucht, um Damenwäsche an den Mann zu bringen. Christiane Kick, Verkäuferin in der Hunkemöller-Filiale in Oberhausen, weiß Ähnliches zu berichten wie die Sprecherin von Lascana: „Natürlich ist Weihnachten nach wie vor unser Hauptgeschäft. Inzwischen kommen aber auch vor dem 14. Februar Herren in den Laden, um ihren Frauen Geschenke zu kaufen.”

Diejenigen Männer, die das Frauenterrain Dessous-Shop beträten, wüssten übrigens inzwischen meist genau, was sie wollten. „Das Klischee des verlegen und unbeholfen zwischen den Negligés stehenden Mannes trifft kaum noch zu”, erzählt Kick aus ihrer Berufspraxis. Viele Männer wüssten über Größe und Geschmack ihrer Partnerin Bescheid. „Die Herren wissen, womit sie nach Hause kommen dürfen”, scherzt die Fachfrau. Das beliebteste Geschenk seien BH-Sets in Schwarz. „Schwarz geht immer”, stellt Kick fest. Insbesondere zum Valentinstag dürfe es aber auch mal die Farbe Rot sein. „Wer es noch gewagter mag, greift zu Strapsen.”

Beim Erotik-Fachhändler Beate Uhse ist man überzeugt, dass mittlerweile viele Menschen zum Valentinstag etwas anderes schenken wollten als Blumen oder Parfüm. „Erotisches ist als Geschenk inzwischen beliebter als früher”, sagt Sprecherin Assia Tschernookoff. „Wir forcieren das auch mit speziellen Angeboten.” Der Valentinstag sei für viele ein Anlass, sich in ein Erotikgeschäft „zu wagen”.

Beliebte Geschenke seien neben dem Vibrator für die Dame auch Paarspiele, Massageöle oder erotische Bücher. „Es gibt aber auch Frauen, die Herrendessous kaufen”, sagt Tschernookoff. Wie stark sich der Werbeaufwand zum Valentinstag tatsächlich auszahlt, vermag sie allerdings ebenso wenig zu sagen wie ihre Kollegin vom Konkurrenzunternehmen Orion.

„Wir erleben immer wieder saisonale Umsatzschwankungen”, sagt Orion-Sprecherin Ann-Kathrin Döbbeke. Zahlen nenne das Unternehmen jedoch grundsätzlich nicht. „Wir verzeichnen vor dem Valentinstag aber einen verstärkten Absatz im Onlineshop”, heißt es lediglich. Bei dem Verweis auf höhere Verkaufszahlen im eigenen Online-Shop belässt es auch der Bremer Erotikspielzeug-Hersteller Fun Factory, der den 14. Februar nach eigenen Angaben ebenfalls „gezielt promoted”.

Ungewöhnlich offen äußert sich hingegen Vera Luckhardt, die in Wuppertal die Dessous-Boutique „Le Corsage” betreibt. Seit drei Jahren verzeichnet sie zum Valentinstag in ihrem Geschäft eine Flaute. „Früher wurden auch zu Valentin hochwertige Dessous verkauft, inzwischen passiert nichts mehr”, klagt sie.

Trotz spezieller Inserate und Angebote kämen die Männer nur noch vor Weihnachten in ihren Laden, um für die Frauen Geschenke zu kaufen. „Die Leute greifen offenbar wieder mehr zu Blümchen oder Pralinen”, sagt Luckhardt. Die Händlerin hat auch eine Vermutung, woran das liegen könnte: „Der Valentinstag wird von vielen mittlerweile abgehakt als Geldmacherei!”
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