Trendsport „Stacking”: Sieg beim schnellen Stapeln

Von: Janina Beuscher, dpa
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Ruben Kehl
Ruben Kehl, Weltmeister im Becherschnellstapeln (Stacking). Foto: dpa

Pforzheim. Seine Hände bewegen sich so schnell wie die eines Hütchenspielers. Flink hebt Ruben Kehl einen Becher nach dem anderen aus dem Stapel und stellt sie zu einer Pyramide auf.

Dabei ist jedes Mal nur ein leises Klack zu hören. Kaum steht das Gebilde, baut er es schon wieder ab und schiebt die zwölf Becher ineinander. Alles ist wieder wie vorher. Nur die Stoppuhr, auf die er jetzt mit beiden Händen schlägt, zeigt, dass ein paar Sekunden vergangen sind.

Dieses Becherkunststück ist eine Spielart des „Sportstapelns”, die als „Sport Stacking” aus den USA nach Europa herübergeschwappt ist. Der 21 Jahre alte Ruben Kehl hat es schon zum dreifachen Weltmeister gebracht. „Dazu gekommen bin ich über meinen Cousin. Mich hat gleich am Anfang der Ehrgeiz gepackt, immer schneller sein zu wollen.”

An diesem Wochenende richtet er in Pforzheim einen Wettkampf für den Stacking-Nachwuchs aus, der aus ganz Deutschland zusammenkommt. Etwa 150 Fun-Sportler werden erwartet.

Mit Doppel-Partner Mohammed Sahraoui ist Kehl Weltmeister in der Disziplin „Cycle”. Diese komplexe Abfolge des Stapelns ist für ihn „die Königsklasse”. Beim Doppel spielen die Stacker mit nur einer Hand. Dabei kommt es auf ein gutes Zusammenspiel an, damit das ganze Schauspiel nicht länger als acht Sekunden dauert. Dabei muss das Duo unter erschwerten Bedingungen trainieren, denn Sahraoui wohnt in Aachen und Kehl studiert Betriebswirtschaft in Pforzheim. „Wir üben jeder für sich und gemeinsam über die Webcam.”

Die WM im Sport Stacking wurde in diesem Jahr zum ersten Mal in Deutschland ausgerichtet. Im hessischen Butzbach hat sich 2005 der erste Stacking-Verein hierzulande gegründet. Er ist inzwischen überaus erfolgreich mit mehr als 30 WM-Titeln. „Mittlerweile hat der Verein über 100 Mitglieder”, sagt Vorsitzende Heidi Braunewell. Sie kümmert sich auch um das Team Germany, zu dem Ruben Kehl zählt.

„Wenn man ganz oben mitmischen will, braucht man Talent und Fleiß”, weiß Braunewell. Außerdem müsse man im Wettbewerb Nervenstärke beweisen. Im kommenden Jahr wird in Butzbach die Deutsche Meisterschaft ausgerichtet, die WM wandert dann wieder in ihr Heimatland USA zurück. Derzeit läuft die Qualifikation, in denen sich auch Ruben Kehl bewähren muss. Die Konkurrenz ist stark, denn etliche jungen Stacker rücken nach. Zudem engagiert sich Kehl verstärkt im Stacker-Verband - und sein Studium hat er ja auch noch.

In Pforzheim gehört Kehl zum Verein „Bürger in der Schule aktiv”, der unter anderem Sport Stacking für Schüler anbietet. „Für Kinder ist der Sport super”, ist Kehl überzeugt. Das Becherschnellstapeln fördere die Konzentration und die Koordination. Es trainiere das Gehirn und helfe, Stress abzubauen. „Deshalb sind auch viele Eltern begeistert, wenn ihre Kinder damit anfangen.”

Vor Turnieren ist der mehrfache Weltmeister immer noch aufgeregt. „Da werden die Hände schon mal feucht, wenn man vor den Schiedsrichtern, einer Videokamera und Publikum steht. Besonders wenn davor einer ne schnelle Zeit hingelegt hat.” Aber gut vorbereitet könne eigentlich nichts schiefgehen. Und das Gute an dem Fun-Sport: Ernsthafte Verletzungen sind nicht zu befürchten.
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