Taylor Swift: Die neue Shania?

Von: Sebastian Döring, dpa
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Taylor Swift
Taylor Swift ist die derzeit erfolgreichste amerikanische Musikerin. Sie spielt Country und war elf Wochen an der Spitze der US-Albumcharts. Die junge Amerikanerin hat beste Chancen, in die Fußstapfen der Kanadierin Shania Twain (43, „Forever And For Always”) zu treten. Musikalisch war Twain zuletzt 2002 aufgefallen. Ihre Mischung aus Pop und Country auf dem Album „Up!” lief sehr erfolgreich in Deutschland. Die gleiche Brücke schlägt nun Swift. Foto: dpa

London. Taylor Swift ist ein echtes All-American-Girl: Lange blonde Locken, zarte Arme, immer ein professionelles Lächeln auf den Lippen. Und die 19-Jährige ist die momentan erfolgreichste amerikanische Musikerin. Mit ihrem Country-Rock-Pop-Album „Fearless” stand sie elf Wochen an der Spitze der US-Albumcharts. Das schaffte zuletzt Santana mit „Supernatural” vor neun Jahren.

Für Furore sorgt sie auch mit ihrem Gast-Auftritt im Kinofilm „Hannah Montana”, die von Swifts Busenfreundin Miley Cyrus gespielt wird.

Die in Cowboystiefeln 1,90 Meter große junge Frau stürmt bei ihrem einzigen Europa-Konzert in London über die Bühne, lässt sich immer wieder fallen und holt sich dabei gelbe und blaue Flecken an den Knien. Die Band ist live nicht harmonisch, doch von der Bühne sprüht Energie. Davor kreischen Teenies sich die Seele aus dem Leib.

„Die Massen sind überall ziemlich verrückt. Meistens sind es Mädchen meines Alters”, sagt sie im Interview. „Ich mag Eyeliner, Handy, Laptop zum Videochatten und eine Gitarre, um Songs zu schreiben”, sagt Swift marketinggerecht auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Sie singt über das Thema, das Teenie-Herzen höherschlagen lässt: die Liebe. „Ich stelle praktisch jedem mein Tagebuch zur Schau. Das ist so toll, wenn das Publikum meine Worte zurücksingt”, sagt die 19- Jährige mit leuchtenden Augen und wippt dabei mit ihren langen, schwarzen Lederstiefeln. „Liebe fesselt mich so sehr.”

Ihre Texte handeln von „echten Menschen”, von der immer wieder enttäuschten Liebe wie in dem Lied „Hey Stephen”. „Mit ihm hatte ich auch keine Beziehung. Das war so witzig, seine Reaktion zu hören, weil er keine Ahnung hatte, das ich ein Lied über ihn geschrieben habe.”

Die junge Amerikanerin hat beste Chancen, in die Fußstapfen der Kanadierin Shania Twain (43, „Forever And For Always”) zu treten, die im vergangenen Jahr mit der Scheidung von Musikproduzent Robert John Lange Schlagzeilen machte. Musikalisch war Twain zuletzt 2002 aufgefallen. Ihre Mischung aus Pop und Country auf dem Album „Up!” lief sehr erfolgreich in Deutschland. Die gleiche Brücke schlägt nun Swift. Nur ist die Jugendliche auf der Bühne momentan in Rockklänge verliebt, die auf ihren beiden Alben nur zaghaft ertönen.

Initialen, Buchstaben und Klang von Taylor Swift und Shania Twain ähneln sich auffällig. Sie überlasse ihr Leben solchen Zufällen, sagt die junge Sängerin und Songschreiberin. „Das ist echt komisch. Ich wurde am 13. Dezember geboren. Ich wurde an einem Freitag, den 13. 13 Jahre alt. Mein erstes Album erreichte nach 13 Wochen Goldstatus. Mein erster Nummer-1-Hit hatte ein 13-Sekunden-Intro. Jedes Mal, wenn ich einen Preis gewinne, sitze ich entweder auf Platz 13, Reihe 13 oder Abschnitt 13 in Reihe M, der 13. Buchstabe des Alphabets.”

Die junge Swift lässt sich gerne mit der alten Twain vergleichen. „Das ist das netteste Kompliment, das mir jemand machen kann. Ernsthaft!”, sagt das Teenie-Idol mit weit offenen Augen, als ob es im Drehbuch steht. „Shania stand für so viel positive Energie, war selbstbewusst und unabhängig. Wenn ich sie auf der Bühne sah, dachte ich immer, wie cool das ist, in verschiedenen Ländern aufzutreten.”

Swift lebt den Traum so vieler junger Mädchen, das macht sie in den USA so erfolgreich. Aufgewachsen in den Appalachen schreibt die Enkelin einer Opernsängerin mit neun Jahren das Gedicht „Monster in meinem Kleiderschrank” und gewinnt einen US-Gedichtwettbewerb. Sie widmet sich dem Schreiben von Songs und eines 350 Seiten dicken Romans, der bis heute nicht veröffentlicht ist. Mit elf fährt sie in die Country-Metropole Nashville. Einen Plattenvertrag ergattert sie dort nicht, bleibt aber hartnäckig. Mit 15 bekommt sie ihn endlich.

Das zweite Album „Fearless” wurde mehr als drei Millionen Mal verkauft, derzeit reist sie auf einer nahezu ausverkauften Tour durch 53 Städte. In den deutschen Charts ist der große Erfolg indes ausgeblieben. Platz 22, mehr ging nicht. Sie würde im Herbst auf deutschen Bühnen auftreten - „liebend gerne”, was kulturell übersetzt heißt: Schaun mer mal.
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