Stefan Raab hofft auf Top-Ten-Platz beim Eurovision Song Contest in Oslo

Von: Nathalie Waehlisch, ddp
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„Nationale Aufgabe von historischer Tragweite”: Stefan Raab will Deutschland eine Blamage beim Eurovision Song Contest in Oslo ersparen. Foto: ddp

Berlin. In diesem Jahr soll Deutschland eine Blamage beim Eurovision Song Contest erspart bleiben. Um „Unseren Star für Oslo” zu finden, hat sich die ARD erstmals mit einem Privatsender zusammengetan und sucht mit großem Aufwand nach dem geeigneten Kandidaten.

„Eine Liebesheirat” kommentierte ProSieben-Entertainer Stefan Raab am Donnerstagabend bei einem Pressetermin in Berlin die Liaison. Immerhin geht es um einiges: Als „nationale Aufgabe von historischer Tragweite” stuft er den diesjährigen Vorentscheid ein und hofft auf einen Top-Ten-Platz im Finale am 29. Mai in der norwegischen Hauptstadt.

Dem Anlass entsprechend luden die beiden Sender rund zwei Wochen vor dem Start der Showreihe in den Berliner Reichstag, „mitten ins Zentrum der Macht”, wie es ARD-Programmdirektor Volker Herres formulierte. Rund 5000 Sänger haben sich bei den Castings beworben. In einem Einspieler war zwar auch der eine oder andere talentfreie Bewerber zu sehen.

Insgesamt waren aber viele gute Kandidaten und seriöse Künstler dabei, wie Raab bilanzierte. „Vom Niveau brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, dass wir die letzten Jahre noch toppen”, versicherte er süffisant. Auch durchaus bekannte Künstler seien angetreten, berichtete Raab, der aber mehr auf frische Gesichter setzt. Ihm sei es wichtig, nicht einer Plattenfirma „als Promotionfläche zu dienen”.

20 Männer und Frauen im Alter zwischen 18 Jahren und etwa Anfang 30 müssen sich nun ab 2. Februar vor Raab, prominenten Jury-Kollegen wie Marius Müller-Westernhagen und Xavier Naidoo und vor allem dem TV-Publikum beweisen, das allein über den Kandidaten und auch den Song entscheiden wird. Eine Auswahl von Titeln kommt von einem Autorenpool, Raab selbst schloss nicht aus, selbst einen Song beizusteuern.

Bei seinen Erwartungen für das Grand-Prix-Finale gibt er sich recht bescheiden. Einen Platz unter den ersten Drei sieht er nicht. Aber möglichst unter die ersten Zehn zu kommen, damit wäre er sehr zufrieden. Ohnehin gehe es ihm persönlich in erster Linie darum, „auf nationaler Ebene wieder eine emotionalisierende Veranstaltung” zu machen.

„Wir sind die Trümmerfrauen des ESC„, befand Raab, der auf diesem Gebiet wieder „blühende Landschaften” schaffen will. Trotz aller Blödeleien: Dass Raab ein Händchen für Musikwettbewerbe und - talente hat und diese ernst nimmt, ist unbestritten.

Drei Mal mischte er erfolgreich beim Grand Prix mit, initiierte den Bundesvision Song Contest mit bekannten deutschen Bands und Sängern sowie weitere Musik-Contests und „entdeckte” Nachwuchssänger wie Max Mutzke und Stefanie Heinzmann. Seine Gewinner waren keine Kandidaten, „die dem üblichen Popsternchen-Klischee entsprechen”, so Raab. „Sich nicht verstellen”, lautet sein Tipp an die Kandidaten.

Beim Eurovision Song Contest selbst erreichte er im Jahr 2000 mit dem Titel „Wadde hadde dudde da” Platz 5. Bereits 1998 hatte er unter dem Pseudonym Alf Igel für Guildo Horn den Song „Guildo hat euch lieb” komponiert, der beim Grand Prix siebter wurde. 2004 schrieb er das Lied „Cant Wait Until Tonight”, mit dem Sänger Max Mutzke auf den achten Platz kam.

Auf diese Kompetenz setzt nun auch die ARD für die laut Herres „Mutter aller Sangesschlachten”. Nach den Plätzen 5, 7 und 8 wäre nun die 4 die „nächste logische Ziffer”, sagte der Programmdirektor. Auf jeden Fall soll es aber ”besser als in dem ein oder anderen Jahr zuvor" werden - in den vergangenen Jahren waren die deutschen Beiträge nur auf den hinteren Plätzen gelandet.
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