München - Sophie Wepper hat sich für Schauspielerei entschieden

Sophie Wepper hat sich für Schauspielerei entschieden

Von: Marina Antonioni, ddp
Letzte Aktualisierung:
Fritz Wepper/ Sophie Wepper
Der Schauspieler Fritz Wepper und seine Tochter Sophie Wepper bei einer Premierenvorstellung des Circus Krone in München. Foto: ddp

München. In ihrer ersten Rolle war sie das Opfer und ihr Vater der ermittelnde Inspektor. Schon mit neun Jahren feierte Sophie Wepper in der ZDF-Krimiserie „Derrick” 1991 ihr Debüt vor der Kamera und wurde in der Folge entführt.

„Das war natürlich aufregend als Kind”, erinnert sich die heute 27-Jährige an ihre ersten Dreharbeiten. „Ich musste nicht in die Schule. Aber damals war noch nicht dieses Gefühl da: Das muss es jetzt sein.” Erst nach längerem Zögern entschied sich Sophie Wepper für die Schauspielerei.

Zum vierten Mal geht sie am Donnerstag (15. Januar, 20.15 Uhr) in der ARD-Krimireihe „Mord in bester Gesellschaft” an der Seite ihres Vaters Fritz auf Verbrecherjagd.

Ihre berufliche Entscheidung hat sie sich nicht leicht gemacht: „Will ich das machen? Traue ich mir das zu? Kann ich das? Das war ein Prozess, bei dem ich in mir wachsen musste - vielleicht auch wegen des Namens.” Sophie Wepper war sich bewusst, dass Vorurteile nicht ausbleiben würden, wenn Vater und Tochter gemeinsam vor der Kamera stehen.

”Natürlich steht dieser Vorwurf immer irgendwie im Raum„, sagt sie im ddp-Interview. Aber: ”Wenn es nicht funktioniert hätte, dann hätte man das Ganze auf einen Teil beschränken können, oder die Reihe wäre ohne mich weitergegangen. Beweisen muss man sich schon selbst„, hebt Sophie hervor. ”Nur um meinem Vater einen Gefallen zu tun - so läuft es auch nicht.„

2003 war sie erstmals in einer Folge der ARD-Serie „In aller Freundschaft” als TV-Sprössling des Papas zu sehen. 2004 spielten beide gemeinsam im Weihnachtsfilm „Ein Engel namens Hans-Dieter”, und im Februar 2007 startete dann ihre aktuelle Krimireihe. Darin spielt Fritz Wepper den Psychiater Wendelin Winter, sie dessen Tochter Alexandra. Die fünfte Folge wurde gerade gedreht.

Wenn sie heute an den Start der Reihe denkt, sieht die 27-Jährige bereits eine große Entwicklung im Zusammenspiel mit ihrem Vater. Selbständiger sei sie geworden, ebenso wie die von ihr verkörperte Figur. Auch ihre gemeinsamen Drehtage hätten im Gegensatz zu den Anfängen abgenommen.

In der kommenden Folge mit dem Titel „Der süße Duft des Bösen” macht Alexandra Winter ein Praktikum bei einer Münchner Boulevardzeitung und wird dort mit den Recherchen zu einem Kriminalfall betraut, mit dem es auch ihr Vater als Psychiater zu tun bekommt: Es gilt den Mord an einem Münchner Feinkost-König aufzuklären, für den es viele Motive gäbe.

Weitere gemeinsame TV-Projekte mit dem Vater schließt Sophie Wepper fürs Erste aus: „Man muss schon aufpassen, dass man nicht nur mit dem Vater vor der Kamera steht. Man will sich ja weiterentwickeln und auch andere Sachen machen.”

Nach der Schule absolvierte sie zunächst einige Praktika, „um zu schauen, was mir Spaß machen würde - bei PR-Agenturen oder Magazinen”. Dann lernte sie Fernsehjournalismus, machte ein Volontariat und merkte mit den Rollen, die sie in diesen Jahren annahm, dass ihr die Schauspielerei „doch sehr viel mehr Spaß macht als alles andere”. Seit einiger Zeit nimmt Sophie Wepper privaten Schauspielunterricht.

Mit ihrem Vater verbindet sie ein enges Verhältnis. Der Ausdruck ”Papi„ von Alexandra in der Reihe geht auf sie zurück. „Vom Temperament her sind wir uns sehr ähnlich, wir können beide aufbrausend sein, und beide sehr stur - und wir haben beide den gleichen Humor”, erzählt sie. Auch das ”um den kleinen Finger wickeln” funktioniere „zum Glück” heute noch, scherzt sie. „Papi sagt immer so nett: Das ist sein Lieblingszustand.”

Unvergessen ist ihr auch die „Peinlichkeitsschule”, die er früher mit ihr veranstaltete. „Alles was einem peinlich war, musste man erst recht machen, um diese Peinlickeit zu überwinden.” Heute sei sie dankbar, „denn es hat gut funktioniert„. Einmal holte ihr Vater sie etwa nach einem Trabrennen im lila-türkis-farbenen Overall von der Schule ab. Auch durch die zuweilen starke Aufmerksamkeit auf dem Privatleben der Familie habe sie ”ein dickes Fell„ bekommen. ”Ich habe dadurch viel gelernt für heute, für meinen Beruf, wie man mit der Presse umgeht.„

Für die Zukunft wäre die Kinoleinwand für Sophie Wepper „ein Traum”. „Aber das muss man abwarten. Das wollen ja viele”, sagt sie vorsichtig. Ihr Onkel Elmar Wepper feierte im vergangenen Jahr einen großen Kinoerfolg in Doris Dörries „Kirschblüten Hanami”. „Wir sind alle ganz stolz”, betont die 27-Jährige, die sich selbst ein „Münchner Kindl” nennt. Ein Umzug ist für sie kein Thema: "Meine Freunde sind hier, meine Familie, das ist das wichtigste. Nur um der Stadt Willen woanders hinzugehen - ich glaube, das würde mich nicht glücklich machen.”
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