Witten/Castrop-Rauxel - Solidarfonds gibt jungen Menschen Perspektiven

Solidarfonds gibt jungen Menschen Perspektiven

Von: Sabine Latterner, dapd
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Witten/Castrop-Rauxel. Dass er mit seiner Idee eines Solidarfonds einmal solchen Erfolg haben würde, hätte Michael Kohlmann vor 20 Jahren wohl kaum gedacht. Erwerbslosen eine neue Perspektive eröffnen und junge Menschen auf dem Weg ins Berufsleben begleiten - das war das Ziel, mit dem der damalige Leiter der Arbeitsamts Castrop-Rauxel im Kreis Recklinghausen 1989 seinen Solidarfonds gründete.

Inzwischen hat sich die bis heute einzigartige Hilfsaktion tatsächlich zu einer großen Hilfe für Arbeitslose und junge Menschen entwickelt und wird von Prominenten aus ganz Deutschland unterstützt.

Ansetzen wolle er da, wo die staatliche Förderung ende, sagt der heute 56-Jährige. „Wir helfen immer da, wo alle traditionellen Instrumente nicht mehr greifen. Wir stellen Gelder für die Träger von Beschäftigungsmaßnahmen, für schulische und gemeinnützige Einrichtungen sowie für soziale, berufsbildende Projekte bereit”, erläutert der Wittener.

Der Zweck des Solidarfonds, der 2009 in eine gemeinnützige Stiftung überging, liegt vor allem darin, karitative und kirchliche Träger bei Ausbildungspatenschaften zu unterstützen, berufsbildende Projekte an Schulen und anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts zu initiieren oder auch Betriebe bei der Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen zu fördern. Zudem bietet der Solidarfonds Einzelförderungen zur Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt. Männer und Frauen, die durch alle Förderraster fallen, erfahren so Unterstützung.

Unterstützung aus der Schlagerwelt

Für seine Initiative konnte Kohlmann in den vergangenen Jahren zahlreiche unterschiedliche Institutionen und bekannte Persönlichkeiten gewinnen. Der Wirkungsradius vergrößerte sich dadurch stetig. Inzwischen bringen sich Unternehmen, Freiberufler, Gewerkschaften, Parteien, kirchliche Organisationen, Vereine und Verbände sowie Größen aus dem Showgeschäft wie Roland Kaiser, Olaf Henning oder Jürgen Drews ein. Sie stehen mit vielen weiteren Prominenten bei der jährlich stattfindenden „Solidarfondsparty” in Castrop-Rauxel auf der Bühne und spielen damit Geld für die zahlreichen Projekte ein.

Geld, mit dem die Stiftung auch 2010 wieder viel bewegen und Ausschüttungen von über 120.000 Euro vornehmen konnte. „Wir haben Tafeln in 73 NRW-Städten mit frischen Lebensmitteln unterstützt”, berichtet Kohlmann. „Zudem fördern wir Ausbildungs- und Alarmpatenschaften, mit dem Ziel, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.”

Darüber hinaus habe der Fonds in einem Pilotprojekt Schüler aus Hartz-IV-Familien mit Nachhilfegutscheinen in Castrop-Rauxel ausgestattet, um schulische Defizite auszugleichen. Doch damit soll die Hilfe noch lange nicht zu Ende sein: „Unser neuestes Projekt ist die Förderung von Lernpatenschaften an Gesamtschulen, bei denen Schüler lernschwachen Schülern helfen”, berichtet Kohlmann.

Den Jüngeren auf diese Weise Perspektiven zu eröffnen, sei ganz wesentlich, sagt Arzt und Kabarettist Ludger Stratmann, der als Mitbegründer der Stiftung auch regelmäßig für den Solidarfonds auftritt. Seine eigene Biografie habe ihn gelehrt, dass es für einen jungen Menschen in der Ausbildung nicht immer leicht sei. Um so besser, wenn da jemand sei, der einem die Hand reiche.

„Mir ist es ein Anliegen, die zu fördern, die sonst keine Chance bekommen„, sagt der 62-Jährige. „In unserer Gesellschaft definieren wir uns alle über die Arbeit, und da finde ich es ärgerlich, dass junge Menschen aus unterschiedlichen Gründen dennoch keine Arbeit finden”, nennt Stratmann den Beweggrund für sein Engagement.

Das Wissen, etwas Gutes getan zu haben, treibt Roland Kaiser an, der seit zehn Jahren Partner und Förderer der Hilfsaktion ist. Denn nicht die Ellenbogen seien für die Gesellschaft am wichtigsten, sondern Herz und Verstand, sagt der Schlagersänger.
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