Schlagfertigkeit kann man lernen: Gute Antworten sammeln

Von: ddp
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Stuttgart. Jeder muss sich manchmal ärgerliche Kommentare von seinen Mitmenschen anhören. Doch während die einen solche Verbalattacken postwendend kontern und ihrem Gegenüber damit die Show vermasseln, fehlen anderen schlicht die richtigen Worte, um sich zu wehren.

Doch das ist kein Schicksal, das man dauerhaft hinnehmen muss: „Schlagfertigkeit entsteht nicht spontan - sie ist das Resultat guter Vorbereitung”, betont Petra Schächtele, Autorin des Ratgebers „Mehr Schlagfertigkeit!” (GU).

Um blöde Sprüche geistesgegenwärtig parieren zu können, sollte man beispielsweise seine Assoziationsfähigkeit trainieren. „Dadurch bekommt man einen Blick für ungewöhnliche Wortsinne”, sagt Schächtele. So könne man dem anderen seine Worte einfach im Mund herumdrehen. Beispielsweise: „Sie lügen ja wie gedruckt!” - „Hätten Sies lieber in Schreibschrift oder in Blockschrift?”

„Indem man dem Kommentar einen anderen Sinn gibt, irritiert man den Angreifer und nimmt der Diskussion die Schärfe”, sagt Schächtele. Zudem demonstriere man, dass man sein Stichel-Spiel auch spielen könne. Hilfreich sei auch, knifflige Gesprächssituationen nachzubereiten. „Oft fallen einem erst hinterher pfiffige Antworten ein, mit denen man sich hätte wehren können.

Das Unterbewusstsein arbeitet also weiter”, sagt Schächtele. Anstatt sich über diese Verspätung zu ärgern, sollte man sich über den guten Einfall freuen und sich diesen einprägen. Nach und nach könne man sich so ein großes Repertoire an schlagfertigen Antworten zusammensammeln. Dabei müsse man nicht jeden Wortwitz und jede Antwort selbst erfinden.

„Man kann auch die Zitate anderer recyceln. Aussagen berühmter Leute oder Witze aus Comedysendungen eignen sich hierfür beispielsweise gut”, sagt die Autorin aus Stuttgart. Oft reiche allerdings schon eine einfache Aussage, um schlagfertig zu kontern. Zur Sicherheit könne man sich außerdem einen Standardsatz zurechtlegen, der in jeder Situation passe. Sprüche wie „Das ist Ihre Sicht der Dinge.” oder „Danke für das Kompliment, das ich gar nicht verdient habe.” brächten vorlaute Angreifer schnell ins Stottern.

Indem man sich darauf konzentriert, einen verbalen Angriff möglichst gewitzt zu kontern, schützt man sich auch vor der Attacke: „Durch die intellektuelle Beschäftigung mit dem Gesagten baut man Abstand dazu auf und lässt es emotional nicht an sich heran”, erklärt Petra Schächtele.
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