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Sauerland räumt Fehler im Umgang mit Loveparade-Opfern ein

Von: dapd
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Hamburg/Duisburg. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland hat sich knapp ein Jahr nach dem Unglück bei der Loveparade bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten entschuldigt.

„Die Übernahme moralischer Verantwortung, sich bei den Angehörigen der Opfer zu entschuldigen”, das hätte von ihm kommen müssen. Es tue ihm unendlich leid, dass er es nicht sofort getan habe, sagte der CDU-Politiker dem „Zeit-Magazin”. Am 24. Juli 2010 waren bei einer Massenpanik auf der Loveparade 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden.

Die Autorin Eva Müller hatte Sauerland für den WDR ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Der Film „Die letzte Loveparade” läuft am 13. Juli in der ARD (23.30 Uhr) und am 20. Juli im WDR (20.15 Uhr). Vorab erscheint als Auszug davon ein Porträt im „ZEIT-Magazin”.

Sauerland war nach der Loveparade kritisiert worden, weil er als Leiter der genehmigenden Behörde und als Stadtoberhaupt die Verantwortung an dem Unglück von sich gewiesen hatte, einen Rücktritt ablehnte und sich bei den Opfern zunächst nicht entschuldigte. Im „Zeit-Magazin” räumte er nun ein, geglaubt zu haben, dass er im Falle einer Entschuldigung juristisch zur Verantwortung gezogen werde. „Und das hat dazu geführt, dass man sprachlos wurde.”

In Duisburg sammelt eine Bürgerinitiative derzeit noch immer Stimmen für die Abwahl des Oberbürgermeisters, der bis 2015 gewählt ist. Mit Ausnahme der CDU und eines Teils der Grünen unterstützen auch die Duisburger Parteien das Vorhaben.

Es ist der erste Versuch in NRW, einen Oberbürgermeister unter Anwendung neuer, erst kürzlich vom Landtag verabschiedeter Bestimmungen der Gemeindeordnung durch eine Initiative aus der Bürgerschaft abzusetzen. Demnach sind rund 55.000 Unterschriften zur Durchsetzung einer Abstimmung über das politische Schicksal des Stadtoberhauptes erforderlich.

Noch immer steht nicht fest, wer Schuld an dem Unglück trägt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 16 Beschuldigte: einen Polizisten, vier Personen vom Veranstalter, elf Personen aus der Duisburger Stadtverwaltung. Sauerland steht nicht auf der Liste.
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