Brüssel - Rund um die Welt auf acht kleinen Rädern

Rund um die Welt auf acht kleinen Rädern

Von: Ben Nimmo, dpa
Letzte Aktualisierung:
rollerskater
Mats Frankl auf der Straße von Schweden nach Norwegen im Mai 2010. Viele Menschen sind um die Welt gereist, aber Mats Frankl will es als erster auf Inlineskates schaffen. Foto: dpa

Brüssel. Viele Menschen sind um die Welt gereist, aber Mats Frankl will es als erster auf Inlineskates schaffen. Mit seiner Frau Lisa, den Söhnen Jakob (2) und Noa (6 Monate) und einem alten Fiat-Campingbus als Unterstützung versucht der 44 Jahre alte Toningenieur aus Schweden Geschichte zu schreiben.

Und das mit einer Tour auf Rollschuhen über alle fünf Kontinente, bei der er Geld für einen guten Zweck sammelt.

„Ich habe in Australien gelebt, und die Skates waren dort mein Hauptfortbewegungsmittel. So dachte ich eines Tages, Warum nicht um die Welt rollen?. Das hat noch niemand gemacht, und so wäre es was Neues, wenn ich das schaffen kann”, sagte Frankl bei einem kurzen Stopp in Brüssel.

Der Marathon - oder Rollathon - soll Geld für Kriegsopfer einbringen, indem er Menschen zu Spenden für das Rote Kreuz und den Roten Halbmond animiert. Frankl hat sein Vorhaben „Rollerpeace” (Rollerfrieden) getauft. „Ich bin immer ein Pazifist gewesen”, sagt er. „Als ich klein war, haben meine Eltern mich zu Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg mitgenommen. Ich denke, das ist hängengeblieben.”

Die Reise begann Ende April im schwedischen Skiort Are, wo Mats und Lisa seit vier Jahren lebten, ihre Familie gegründet und die abenteuerliche Fahrt vorbereitet hatten. Bevor der Schnee des Winters geschmolzen war, fuhr Mats auf den Rollerblades und Lisa mit den beiden Söhnen im Auto westwärts über Skandinaviens Bergrücken in die alte norwegische Hauptstadt Trondheim.

Von dort flogen sie nach Edinburgh, wo sie den im Internet ersteigerten Camper übernahmen. Im Norden Englands erwartete Frankl die bisher schwierigste Etappe: „Ich musste bei Gegenwind über einige wirklich hohe Berge, und als ich oben war, ging es auf der anderen Seite so steil mit Haarnadelkurven hinunter, dass es zu gefährlich war, hinunterzurollen und ich zu Fuß gehen musste.”

Jeden Morgen schaltet Mats sein Navi an, küsst Frau und Kinder und saust mit seinen Hochleistungsskates aus Kohlefaser zum nächsten Tagesziel. Üblicherweise ist das ein Campingplatz rund 75 Kilometer weiter auf der Strecke.

Lisa nimmt unterdessen einen Kinderwagen und einen leuchtend bunten Bobby Car vom Fahrradträger am Heck des Transporters und lässt die Kinder spielen. „Die Leute lachen über das Spielauto, aber es ist wunderbar für Jakob. Eine Lady in England schenkte es uns. Sie sagte: Seht mal, meine Kinder sind groß und brauchen es nicht mehr, warum nehmt ihr es nicht mit?”, erzählt die Mutter.

Tatsächlich haben die Frankls im ersten Monat ihrer Reise wiederholt die Großzügigkeit von Fremden erfahren, die von ihrem Plan begeistert sind. „Wir waren an einem Feiertag in den Niederlanden und alle Campingplätze waren belegt”, berichtet Lisa, „Aber als ein Pächter begriff, was wir tun, ließ er uns trotzdem auf den Platz. Er sagte: Ihr helft anderen Leuten, also helfe ich Euch.”

Eine sympathische Familie schenkte ihnen einen DVD-Player für das Auto, damit Jakob auf längeren Strecken beschäftigt ist. Und einige polnische Lastwagenfahrer eilten zu Hilfe, als der Keilriemen an der belgisch-französischen Grenze riss.

Am selben Tag legte ein belgischer Freund 350 Kilometer zurück, um den Abenteurer auf dem französischen Zeltplatz einzusammeln, wo er vergeblich auf den Campingbus wartete. Der Freund brachte den Rollerblader zu seiner Familie und fuhr wieder heim. „Das ist wirklich super”, meint Frankl.

Er hofft, Ende Juni von Frankreich nach Spanien zu kommen, um dort bis Lissabon zu rollen. Von dort will die Familie nach Kanada fliegen, um an der Ostküste bis nach Florida zu fahren. Später im Jahr wollen die Frankls dann Südamerika von Buenos Aires bis Santiago de Chile durchqueren, um anschließend Neuseeland, Australien, Südost- Asien, Indien, die arabische Halbinsel und Ägypten zu erobern.

Beenden will Frankl seine 30.000-Kilometer-Tour entlang der Donau und via Deutschland und Dänemark nach Hause. Nach Are hofft er im Juli 2011 zurückzukehren. „Da liegt noch viel vor mir, aber es ist wirklich klasse”, sagt er.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert