Rosige Zeiten: Pink spielt im Sommer die Hauptrolle

Von: Sandra Cantzler, dpa
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Zarte Rosa- und elegante Metallic-Töne zeigen die romantische Seite des neuen Pinktrends. Foto: dpa

Berlin/Bielefeld. Gelb, Rot, Pink und Lila: In strahlenden Farben recken schon bald Tulpen und andere Frühlingsblüher ihre Blüten empor. Wärmere, hellere Zeiten nahen - und die neuen Make-up-Trends orientieren sich daran.

Die dezenten bis glamourösen Looks des Winters weichen frischeren Sommerfarben, und in diesem Jahr fallen sie besonders bunt aus. Es wirkt beinahe so, als solle mit paradiesvogelhaften Tönen ein positiver Gegenpol zur allgemeinen Krisenstimmung gebildet werden.

„Es ist noch ein bisschen farbenfroher und fröhlicher als sonst”, sagt Martin Ruppmann vom Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse (VKE) in Berlin. Grundsätzlich falle das Make-up im Sommer immer etwas bunter aus als im Winter. In den vergangenen Jahren waren aber eher dezente Gloss- und Nude-Töne vorherrschend gewesen.

Das ändert sich jetzt - und zwar völlig. Die Farbpalette ist riesig, die Töne schimmern intensiv, mal glänzend, mal matt. Und eine Farbe fällt besonders ins Auge: „Pink zieht sich durch alles, es ist einfach sehr, sehr dominant”, so Ruppmann.

„Think pink heißt die Devise”, bestätigt Britta John, Make-up-Expertin beim Parfümerieverband Beauty Alliance in Bielefeld. Vor allem leuchtende Fuchsiatöne seien angesagt - von den Fingernägeln bis hin zum Lidschatten. Zarte Pastelle seien dagegen weniger im Trend. Doch auch wenn Pink die Hauptrolle spielt: Ein Muss ist es nicht.

„Demgegenüber stehen die bunten Farben wie Blau”, sagt John. Blau tauchte bislang alle Jahre wieder vor allem als Lidschatten oder Kajal auf. Jetzt lackieren sich Modemutige aber auch die Fingernägel damit. Ähnlich exzentrisch sind besonders dunkle Lacke, die an den Gothic- und Punk-Look erinnern.

Wie sich Punk und Pink vereinen lassen, zeigt das französische Unternehmen Lancôme. Unter dem Namen „Pink Irreverence” vereint Star-Stylist Aaron de Mey glänzend geschminkte Lippen in leuchtendem Fuchsia mit tiefschwarz umrandeten Augen - und stellt damit die gängige Make-up-Regel auf den Kopf, entweder die Lippen oder die Augen zu betonen.

Dass eine ganz ähnliche Farbkombination auch dezent wirken kann, beweist Estée Lauder mit dem Look „Fuchsia Now”: Kräftige Pinktöne und helle Rosé-Nuancen für die Augen mischen sich mit Blauviolett-Akzenten zu einem femininen Styling.

Beim Hersteller Yves Saint Laurent dagegen lautet das Motto „Farbe pur”: „Over the rainbow” heißt einer der Looks, bei dem tatsächlich keine Farbe des Regenbogens ausgelassen wird. Violett und Pink auf den Lidern trifft auf Blau und leuchtendes Grün auf den Wimpern. Dazu kommt ein Lipgloss in Orange.

Ganz ähnlich sieht es beim französischen Traditionshaus Guerlain aus, das ein „Paradis exotique” verspricht. Pink, Gelb und Orange schimmern hier als „Hommage an den neu erwachenden Frühling” oberhalb des Auges um die Wette, Grün ziert das untere Lid, und der Lipgloss wird durch Metallic-Partikel zum Hingucker.

Die mädchenhaft-verspielten Pink-Seiten zeigen dagegen die Kosmetikkette The Bodyshop in Düsseldorf mit der aktuellen „Roseflower”-Palette und die US-amerikanische Visagistin Bobbi Brown. Sie setzt für ihre neue „Blushed Pink Collection” mit einer Kombination zarter Rosa- und eleganter Metallic-Töne ganz auf Romantik. Und das Unternehmen Babor Cosmetics aus Aachen verbindet für „Techno Pastel” nach eigenen Angaben Kitsch und Romantik: Kräftige Bonbonfarben treffen auf kühle Glimmertöne.

„Natürlich kann man einen Look in Gänze nachschminken”, sagt John. Das wirke aber schnell überzogen. „Akzente setzen”, rät sie stattdessen. Wer sich selbst für dezentes Pink rund um die Augen oder auf den Lippen nicht erwärmen kann, dem bleibt der Griff zu einer klassischen Alternative: Roter Lippenstift.

Der Ur-Ahn aller Lippenfarben steht unter anderem bei Chanel und Shiseido im Mittelpunkt. Grundsätzlich findet sich roter Lippenstift natürlich jedes Jahr in so gut wie jeder Kollektion. Im kommenden Sommer taucht er aber häufiger und in einer Vielfalt an Schattierungen auf. Für die Experten ist das keine besondere Überraschung. Laut Ruppmann ist es typisch für wirtschaftlich unsichere Phasen: „In Zeiten der Krise greifen Frauen oft auf rote Lippenstifte zurück.”

Ins Rötliche gehende Lidschatten sind nicht für alle Frauen empfehlenswert. Denn manchmal lassen sie die Augen gerötet und müde wirken. Blaue Wimperntusche dagegen kann für einen wacheren Blick sorgen, da sie das Weiß des Auges gut herausbringt. Im Trend liegt dabei ein dezentes Dunkelblau.
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