Rihanna: Ehrliche Texte und bekannter Sound

Von: Sebastian Döring, dpa
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Rihanna veröffentlicht viertes Studioalbum
ARCHIV - Die karibische Sängerin Rihanna probiert es jetzt mal mit „Sex Sells”. Nach ihrem Album „Good Girl Gone Bad”, das sich fast acht Millionen Mal verkaufte, setzt die 21-Jährige noch eins drauf und verkauft sich als Domina. Ihr viertes Studioalbum „Rated R” (seit 20.11.2009 im Handel), was in ihrer US- Heimat „Freigegeben ab 21 Jahren” bedeutet, sei ihr persönlichstes und aufrichtigstes. Foto: dpa

London. Ihr persönlichstes und aufrichtigstes Album sei „Rated R”, bekennt Popstar Rihanna. Der provokante Titel - übersetzt bedeutet er in etwa „Freigegeben ab 21” - ist bereits das vierte Studioalbum der 21-Jährigen karibischen Sängerin und seit Freitag im Handel.

„Sex Sells” lautet diesmal offenbar ihr Motto, denn Rihanna verkauft sich nicht nur auf dem Cover als Domina. Das Bild - Stracheldraht verhüllt ihren nackten Körper - schoss die Erotikfotografin Ellen von Unwerth im Berliner Hauptbahnhof.

In der Branche wird die Sängerin bereits als die neue Britney Spears gehandelt - mit allem, was abseits der Musik dazugehört. Doch auch musikalisch hat Rihanna Erfolge zu verbuchen, ihr Album „Good Girl Gone Bad” verkaufte sich fast acht Millionen Mal.

In letzter Zeit machte Robyn Rihanna Fenty, gebürtig aus Barbados, wie Spears allerdings mit ihrem Privatleben mehr Schlagzeilen als mit ihrer Musik. Im vergangenen März sollte sie bei der Verleihung der Grammy-Musikpreise auftreten. Doch ihr damaliger Freund, US-Sänger Chris Brown, schlug sie auf dem Weg dorthin krankenhausreif. Nach der Trennung und dem Gerichtsprozess gegen Brown tauchte ein Sex-Video der beiden auf. Rihanna soll darin als Domina verkleidet sein. Nacktheit sei ihr „heilig”, hatte sie einmal gesagt.

Aus musikalischer Sicht lässt Rihanna auf „Rated R” jedoch nicht die Hüllen fallen. Sie bettet ihre Poplieder weiter in R&B und Soul. Gefesselt von karibischen Musikgenres wie Reggae und Dancehall schafft es der Popstar, sich etwas von älteren Kolleginnen abzugrenzen. Mitgeholfen haben Will.i.am und Justin Timberlake. Irgendwie hat man alles schon mal gehört.

Der Auftakt des Albums mit seinem Orgelspiel und der düsteren Erzählerstimme erinnert eher an die „Rocky Horror Picture Show” oder den oft kopierten Werwolf-Part aus Michael Jacksons Lied „Thriller”. „Meine Damen und Herren, denjenigen unter ihnen, die sich leicht erschrecken, empfehlen wir, jetzt zu gehen. Diejenigen, die denken, sie ertragen es, ein herzliches Willkommen im Irrenhaus.” Das erste Lied „Wait Your Turn” kommt jedoch eher träge als irre daher. Dabei hatte Rihanna in ihren vergangenen fünf Jahren im Musikgeschäft mit Party-Nummern wie „Umbrella” oder „Dont Stop The Music” überzeugt.

Wer zu verrückter Musik ausflippen will, wird auch mit dem zweiten Lied „Hard” mit dem Rapper Young Jeezy enttäuscht. Die dicken Bässe und die Melodie erinnern stark an Blu Cantrells Hit „Breathe”. „Hard” wird die zweite Auskopplung. Die erste Single „Russian Roulette” läuft im Radio bereits rauf und runter. Die rockig startende Nummer, die sie mit Sänger und Produzent Ne-Yo schrieb, schoss in den Charts direkt auf Platz 1.

Es sind die offenen Texte, die auf dem Album überraschen. Rihanna hat etwas zu sagen. In „Stupid In Love” rechnet sie mit ihrem Ex- Freund Chris Brown ab. „Ich liebe dich noch immer, aber ich kann das hier nicht länger tun. Ich mag dumm sein, aber nicht doof.” Eine neue Liebe soll Rihanna bereits gefunden haben. Berichten zufolge ist sie mit „90210”-Star Tristan Wilds mehr als nur befreundet.

Die Prügelattacke habe ihr Leben verändert. „Ich bin als Rihanna schlafen gegangen und als Britney Spears aufgewacht, so krass war das Medien-Chaos am nächsten Tag”, sagte sie dem US-Magazin „Glamour”. Mit „Rockstar 101” will sie nun einen Grundkurs in Rockmusik geben, völlig ohne Gitarre. Hier nimmt sie Wörter wie „Bitch” in den Mund, singt „Got my middle finger up, I dont really give a fuck” (Strecke meinen Mittelfinger aus, ist mir Scheiß egal). Was in ihrer US-Heimat weggepiepst werden dürfte, hat in Deutschland Hit-Potential.

Auf der Bühne lässt es das Energiebündel dagegen krachen. Selbst die langsamen Nummern klingen dann wieder wie ein Feuerwerk, bewies Rihanna laut Medienberichten am vergangenen Dienstag in London. Im knappen Gymnastikanzug stieg die Schönheit auf den Thron. Konfetti fällt von der Decke. Die kreischende Menge war begeistert.

Mit Spannung wird ihr Auftritt bei den American Music Awards am Sonntag erwartet. Am 10. Dezember kommt Rihanna ins „Popstars”-Finale auf ProSieben und stellt ihre neue Single „Russian Roulette” vor. Im nächsten Jahr soll es eine große Welttournee geben.
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