Düsseldorf - NRW-Bauminister warnt vor „Luxus-Ghettoisierung”

NRW-Bauminister warnt vor „Luxus-Ghettoisierung”

Von: Christian Wolf, dapd
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Teures Wohnen
NRW-Bauminister Michael Groschek nimmt die steigenden Mietpreise ins Visier: In besonders gefragten Großstädten des Landes drohe eine „Luxus-Ghettoisierung”, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Foto: dpa

Düsseldorf. NRW-Bauminister Michael Groschek nimmt die steigenden Mietpreise ins Visier: In besonders gefragten Großstädten des Landes drohe eine „Luxus-Ghettoisierung”, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der WAZ-Gruppe.

Für Durchschnittsfamilien würden dort Wohnungen zunehmend unbezahlbar. „Gerade Boomstädte wie Köln, Düsseldorf oder Münster benötigen zusätzlichen sozialen Wohnraum. Die Fördergelder sind da. Sie müssen aber auch abgerufen werden”, sagte Groschek.

Besonders schwierig ist die Situation nach Einschätzung des Ministers in Düsseldorf. Die Landeshauptstadt müsse sich „für bezahlbare Mieten deutlich mehr engagieren”, forderte der Sozialdemokrat. Nach Angaben des Ministeriums hat Düsseldorf in den vergangenen drei Jahren rund 27,7 Millionen Euro an Mietwohnungsförderung abgerufen - obwohl fast 47 Millionen Euro bewilligt wurden. Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) wollte sich am Nachmittag zu dem Thema äußern. In Köln gehen die Verantwortlichen laut Groschek hingegen mit „gutem Beispiel voran”. Dort wurden zwischen 2009 und 2011 mehr als 221 Millionen Euro an Fördergeldern abgerufen und damit deutlich mehr, als anfänglich geplant. Auch andere NRW-Städte wie Essen, Dortmund, Münster und Bielefeld nutzten die bereitgestellten Gelder. Zwtl.: Mieterbund fordert Umdenken

Unterstützung erhält der Bauminister vom Deutschen Mieterbund. „Die Leute werden gezwungen, immer weiter raus aus den Städten zu ziehen”, sagte die NRW-Geschäftsführerin Elisabeth Gendziorra der Nachrichtenagentur dapd. Nicht nur Empfänger von Sozialleistungen seien mittlerweile betroffen, sondern auch Rentner, Studenten, Alleinerziehende und Arbeitnehmer mit niedrigeren Einkommen. Anstatt Grundstücke immer zu den höchsten Preisen zu verkaufen, sollten Städte zugunsten des sozialen Wohnungsbaus auf Gelder verzichten und Bauvorhaben unterstützen, die nicht zum Luxussegment gehören, forderte Gendziorra. Denkbar sei auch, dass die Kommunen wieder selbst in den Bau von Sozialwohnungen einsteigen.

Neben der energetischen Sanierung sieht die rot-grüne Landesregierung die Förderung des Mietwohnungsbaus für Haushalte mit geringem Einkommen auf besonders angespannten Wohnungsmärkten als Schwerpunkt. Vor allem entlang der Rheinschiene wird ein großer Bedarf an bezahlbaren Wohnungen registriert. In diesem Jahr stehen 850 Millionen Euro für die soziale Wohnraumförderung zur Verfügung.
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